Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Firmeninsider bei Fracking-Konzern Continental Resources in Kauflaune. Sechs Insider sammeln nach Kurssturz Aktienpakete im Wert von über 112 Millionen Dollar ein und setzen auf Comeback des Schieferölkonzerns (Foto: Nils Versemann / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Continental Resources:

Die Aktien von Fracking-Unternehmen gerieten mit dem Ölpreiskollaps im Frühjahr kräftig unter Druck. Nicht nur die niedrigen Preise und damit einhergehenden Verluste der Schieferölfirmen beunruhigten die Anleger. Vor allem die hohen Zinsverbindlichkeiten der Firmen, die zum Großteil hochverschuldet sind, trieben den Investoren die Sorgenfalten auf die Stirn. Davon war auch die Continental Resources-Aktie nicht ausgenommen. Obwohl die Aktie seit dem März-Tief wieder 120% auf rund 18 Dollar zulegen konnte, sitzen die Anleger seit dem Jahreswechsel immer noch auf immensen Verlusten von beinahe 50%.

Entgegen der allgemein negativen Stimmung zeigten sich gleich mehrere Insider zuversichtlich und sammelten seit dem Kurssturz riesige Aktienpakete ein. Seit Ende Februar erwarben 6 unterschiedliche Firmeninsider 6,82 Millionen Aktien. Bei Kaufkursen zwischen 7,60 und 18,38 Dollar summierte sich das Transaktionsvolumen auf über 112 Millionen Dollar.

Continental Resources ist eine im Jahr 1967 gegründete US-amerikanische Erdölfördergesellschaft mit Sitz in Oklahoma City, die große Schieferöllagerstätten in der Bakken-Formation North Dakotas und Montanas besitzt. Darüber hinaus ist sie auch in South Dakota und Wyoming tätig. Im ersten Quartal gingen die Umsätze um 21% auf 881 Millionen Dollar zurück. Gleichzeitig rutschte der Konzern in die Verlustzone (-186 Millionen Dollar).

IHS Markit:

Bei dem Marktforschungs-Konzern IHS Markit gab es ebenfalls auffällige Insidertransaktionen. Der Director Robert Kelly sammelte 7.000 Aktien bei Kursen zwischen 72,29 und 75,88 Dollar an. Insgesamt musste Kelly für die Zukäufe 513.210 Dollar auf den Tisch legen.

IHS Markit ist ein Marktforschungs-Unternehmen, das seine Dienstleistung einer Vielzahl von Branchen anbietet, darunter Luft- und Raumfahrt, Verteidigung und Sicherheit, Automobilbau und Chemie.

Im ersten Quartal musste der Konzern mit Gegenwind kämpfen. Der Umsatz schmolz um 9,5% auf 1,02 Milliarden Dollar zusammen. Die Gewinnmarge sank  noch stärker von 13,96% auf 6,23% zusammen. Allerdings lag IHS Markit mit der Gewinnentwicklung noch über den Erwartungen der Analysten, die im Vorfeld mit noch einem stärkeren Einbruch gerechnet hatten.

Salesforce.com:

Beim Cloud-Spezialisten Salesforce.com haben zuletzt einige Firmeninsider den Höhenflug der Aktie genutzt, um ihre Bestände abzubauen. Insgesamt verkauften der Vorstand, der Chief Operating Officer und ein President 42.364 Aktien. Bei einem Verkaufskurs von um die 190 Dollar je Anteilschein summierten sich die Transaktionen auf ein Gesamtvolumen von über 8 Millionen Dollar. Allerdings halten alle Verkäufer nach ihren Veräußerungen immer noch signifikante Aktienpakete an dem Technologiekonzern.

Salesforce.com ist ein internationaler Anbieter von Cloud-Computing-Lösungen für Unternehmen. Das Unternehmen mit Hauptsitz in San Francisco stellt Geschäftsanwendungen für Unternehmen über das Internet zur Verfügung. Die Firma versteht sich als Anbieter von Software as a Service und Platform as a Service und ist vor allem auf Kundenbeziehungsmanagement (CRM) für Unternehmen jeder Größe spezialisiert.

Für das Gesamtjahr hat der Konzern seine Prognose zuletzt reduziert. Bei einem Umsatz von 20 Milliarden Dollar soll ein Gewinn von 2,93 bis 2,95 Dollar je Aktie erzielt werden. Zuvor ging Salesforce noch von einem Umsatz von 21,0 bis 21,1 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 3,16 bis 3,18 Dollar pro Aktie aus.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.