Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Großaktionär sammelt bei Elektronikkonzern Wesco International Aktien im Wert von über 34 Millionen Dollar ein. Aktie setzt stramme Erholungsbewegung ungebremst fort (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Wesco International:

Bei dem US-Elektronikkonzern Wesco International hat ein Großaktionär seinen Bestand zuletzt deutlich ausgebaut. Bei Kursen zwischen 35,41 und 37,02 Dollar je Aktie erwarb Green Equity Investors insgesamt 962.805 Aktien. In Summe hatten die Zukäufe einen Gesamtwert von 34,44 Millionen Dollar. Mit den Transaktionen erhöhte der Firmeninsider seinen Aktienbestand um signifikante 45% auf mittlerweile 3,08 Millionen Aktien. Das entspricht 7,3% aller ausstehenden Firmenanteile.

Wesco International vertreibt elektrische, industrielle und kommunikative Wartungs-, Reparatur- und Betriebsmittel sowie Produkte und Baumaterialien von Erstausrüstern in Nordamerika und international. Das Unternehmen beschäftigt rund 9.000 Mitarbeiter, unterhält Beziehungen zu über 18.000 Lieferanten und bedient über 100.000 Kunden weltweit. Kunden zählen Gewerbe und Industrieunternehmen, Bauunternehmer, Behörden, Institutionen, Telekommunikationsanbieter und Versorger.

Im ersten Quartal konnte der Konzern seinen Umsatz mit 1,96 Milliarden Dollar annähernd stabil halten. Unterdessen ging der Nettogewinn von 42 auf 34 Millionen Dollar zurück.

Bed Bath & Beyond:

Seit dem März-Tief hat sich die Aktie des US-Einzelhandelskonzern Bed Bath & Beyond zwischenzeitlich mehr als verdoppelt, bevor die Papiere wieder einen Rücksetzer erlitten. Auf dem gedrückten Kursniveau griffen jetzt gleich zwei Firmeninsider zu und erhöhten ihre Aktienbestände. Bei Kursen zwischen 7,89 und 8,29 Dollar legten sich zwei Direktoren insgesamt weitere 40.000 Aktien ins Depot.

Bed Bath & Beyond, Incorporated ist ein 1971 gegründetes US-amerikanisches Einzelhandelsunternehmen mit Sitz in Union, New Jersey. Das Unternehmen verkauft Küchen- und Haushaltsartikel sowie Ausstattungen für Bäder, Schlaf- und Wohnzimmer. Wie alle Unternehmen dieses Typs ist der Filialist fast ausschließlich in Einkaufszentren oder in Gewerbegebieten anzutreffen und hat kaum alleinstehende Filialen in innenstädtischer Lage.

Zuletzt äußerte sich das Management der Firma, die einen Jahresumsatz von mehr als 11 Milliarden Dollar in 2019 erzielte, wieder zuversichtlicher. Nahezu alle Geschäfte sind wiedereröffnet worden. Im Juni konnte Bed Bath & Beyond auf vergleichbarer Fläche wieder Wachstum verzeichnen.

AZZ:

Beim Industriekonzern AZZ zeigten sich zuletzt zwei Firmeninsider zuversichtlich und stockten ihre Positionen weiter auf. President Ken Lavelle und Vorstand Thomas Ferguson sammelten 15.500 Aktien ein. Bei Kaufpreisen zwischen 28,94 und 30,83 Dollar je Anteilschein summierten sich die Zukäufe auf ein Volumen von 458.941 Dollar.

AZZ bietet Galvanisierungs- und Metallbeschichtungslösungen, Schweißlösungen, elektrische Spezialausrüstung und hochtechnologische Dienstleistungen für die Energieerzeugung, -übertragung, -verteilung, -veredelung und den industriellen Markt.

Im zurückliegenden Quartal sackte der Umsatz um 26% auf 213,3 Millionen Dollar in den Keller. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 5,5 Millionen Dollar beziehungsweise 21 Cent je Aktie übrig. Im vergleichbaren Vorjahresquartal waren es noch 81 Cent je Aktie. Aufgrund der aktuellen Unsicherheit ist die Jahresprognose derzeit ausgesetzt.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.