Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Aktie des Pharmariesen AbbVie rutscht nach Megadeal in den Keller. Gleich drei Insider wittern Potenzial und sammeln Aktien für mehr als 3 Mio. Dollar ein. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

MGM Resorts International:

Die massiven Aktienkäufe bei dem Casino- und Hotelbetreiber MGM Resorts International setzen sich weiter fort. Allein in den vergangenen beiden Wochen erwarb der Hedgefondsmanager Keith Master 1,036 Millionen Aktien. Bei Kursen zwischen 27,68 und 28 Dollar belief sich der Wert der Zukäufe auf knapp 29 Millionen Dollar. Inzwischen hält Keith Master 20,563 Millionen Aktien des US-Konzerns und damit 3,84% aller Stimmrechte.

Das Unternehmen MGM Resorts International (vormals MGM Grand und MGM Mirage) ist mit 35 Casinos weltweit heute nach Caesars Entertainment der zweitgrößte Casinobetreiber. In den USA managt MGM 30 Casinos, 19 davon in Las Vegas. Im ersten Quartal konnte der Konzern eine Umsatzsteigerung von 12,8% auf 3,18 Milliarden Dollar erzielen. Allerdings blieben mit 31,30 Millionen Dollar Gewinn 85% weniger übrig als im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Zuletzt gab es einen Megadeal in der US-amerikanischen Hotel- und Unterhaltungsbranche. Caesar’s Entertainment, der Betreiber von 52 Hotels (darunter das weltbekannte Caesar’s Palace in Las Vegas), 300 Restaurants und 200 Nachtclubs wurde von Eldorado Resorts übernommen. Der etwas kleinere Rivale aus Reno legte für 51% der Firma 17,3 Milliarden Dollar auf den Tisch.

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Immunomedics

Bei dem biopharmazeutischen Unternehmen Immunomedics legt unterdessen der Vorstandsvorsitzende Behzad Aghazadeh weiter nach. In der zurückliegenden Woche stockte er seine Aktienbeteiligung um weitere 800.000 Papiere bei Kursen zwischen 13,25 und 13,84 Dollar auf. Insgesamt musste er für die Käufe über 13,5 Millionen Dollar auf den Tisch legen. Nach den Transaktionen hält der Firmeninsider 21 Millionen Aktien, was knapp 11% aller Stimmrechte entspricht.

Immunomedics ist ein biopharmazeutisches Unternehmen im klinischen Stadium und entwickelt monoklonale Antikörper-basierte Produkte für die gezielte Behandlung von Krebs. Zuletzt lagen die Jahresumsätze nur bei 3,09 Millionen Dollar. Zugleich fiel ein Verlust in Höhe von 153,2 Millionen Dollar an. Obwohl der Kurs auf 12-Monatssicht bereits 40% nachgegeben hat, kommt die Firma trotz ihrer geringen Umsätze immer noch auf einen Marktwert von beinahe 2,7 Milliarden Dollar.

AbbVie:

Bei dem Biotechnologie- und Pharmariesen AbbVie ging es zuletzt heiß her. Der Aktienkurs kam unter Druck als das Unternehmen eine 63 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte für den Botox-Hersteller Allergan präsentiert hat. Durch den Zukauf entstünde ein neuer Branchenriese mit einem gemeinsamen Umsatz von rund 48 Milliarden Dollar in diesem Jahr. Es wäre einer der bislang größten Übernahmen in der Pharmabranche aller Zeiten.

Mit dem Deal würde Abbvie seine Abhängigkeit von dem Rheuma-Mittel Humira verringern. Das umsatzstärkste Medikament der Welt war über Jahre der Wachstumstreiber für den Konzern, verlor im vergangenen Herbst aber seinen Patentschutz. Nun platziert Abbvie mit dem Milliardengebot eine neue Wette – diesmal auf Botox.

Den Aktienkurs hat der Megadeal aber erst einmal unter Druck gebracht und die Insider zu Käufen animiert. Gleich drei Firmeninsider griffen zu und legten sich insgesamt 49.400 Aktien bei Preisen zwischen 67,30 und 67,50 Dollar ins Depot. Insgesamt belief sich der Transaktionswert auf mehr als 3,2 Millionen Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.