Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Firmengründer greifen bei Aktie des gebeutelten Casino-Konzerns Red Rock Resorts zu. Corona hinterlässt in Las Vegas tiefe Bremsspuren (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Red Rock Resorts:

Bei dem US-Kasino-Konzern Red Rock Resorts kam es zuletzt zu auffälligen Aktienkäufen. Nachdem sich der Kurs der Papiere vom März-Tief bereits gut 300% erholt hatte, tauchten zwei Firmeninsider mit ersten Käufen seit dem  Oktober letzten Jahres in Erscheinung. Bei Kursen zwischen 13,26 und 15,24 Dollar erwarben der Vostand Frank Fertitta und der Vice President Lorenzo Fertitta 3,65 Millionen Aktien. Das komplette Transaktionsvolumen lag bei rund 52 Millionen Dollar

Red Rock Resorts betreibt insgesamt 10 Spiel- und Unterhaltungseinrichtungen sowie 10 kleinere Casinos auf dem regionalen Markt von Las Vegas. Darüber hinaus verwaltet es Graton Resort & Casino in Nordkalifornien. Sie betreibt etwa 20.400 Spielautomaten, 375 Tischspiele und 5.000 Hotelzimmer.

Im abgelaufenen Quartal musste der Konzern Corona-bedingt massive Einbrüche verzeichnen, lag aber deutlich über den Erwartungen der Analysten. Der Umsatz sackte von 482 auf 108 Millionen Dollar in den Keller. Je Aktie musste Red Rock Resorts einen Verlust von 1,04 Dollar nach einem Gewinn von 0,13 Dollar im Vorjahresquartal verbuchen.

Upwork:

Bei der US-Fachkräftevermittlungsplattform Upwork nahm der Director Gregory Gretsch seine Kaufserie wieder auf. Letztmalig war Gretsch im Mai bei Kursen zwischen 9,71 und 10,39 Dollar je Aktie aktiv. Jetzt stockte der Firmeninsider seine Position bei deutlich höheren Kursen (zwischen 14,03 und 14,995 Dollar) spürbar auf. In Summe kaufte er 547.844 Aktien im Gegenwert von rund 8,1 Millionen Dollar. Seit dem Jahreswechsel liegt die Aktie derzeit 40% in der Gewinnzone.

Upwork betreibt einen Online-Talent-Marktplatz, der es Unternehmen (Kunden) ermöglicht, verschiedene unabhängige Fachleute und Agenturen (Freiberufler) in den Vereinigten Staaten, Indien, den Philippinen und international zu finden und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Die Plattform des Unternehmens bietet Zugang zu Talenten mit etwa 8.000 Fähigkeiten in etwa 70 Kategorien, darunter Content-Marketing, Kundendienst, Datenwissenschaft und -analyse, Grafikdesign, mobile Entwicklung, Vertrieb und Webentwicklung. Die Plattform ermöglicht es den Kunden auch, Arbeitsabläufe zu rationalisieren, wie z.B. die Suche nach Talenten, die Kontaktaufnahme und die Auftragsvergabe.

Im zurückliegenden Quartal konnte Upwork die Umsätze um 17,8% auf 87,53 Millionen Dollar steigern. Unter dem Strich verharrtet das Unternehmen mit 11 Millionen Dollar weiter in der Verlustzone (vs. 2,5 Mio. Dollar im Vorjahresquartal).

Virtu:

Mit einem Kursplus von 54% seit dem Jahreswechsel konnte sich die Aktie des Finanzdienstleistungsunternehmens in diesem Jahr deutlich vom Gesamtmarkt abkoppeln. Trotz des erhöhten Kursniveaus wittert der Vorstand Douglas Cifu offenbar mehr Chancen als Risiken und baut seinen Aktienbestand nochmals um 51% auf 292.755 Aktien aus. Für seine Zukäufe (100.000 Aktien) musste er bei einem Durchschnittskurs von 22,45 Dollar je Anteil insgesamt 2,24 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Das 2008 von Vincent Viola und Douglas Cifu gegründete Finanzdienstleistungsunternehmen ist seit 2015 an der Börse notiert und fusionierte 2017 mit dem Konkurrenten KCG Holdings. Im März letzten Jahres wurde die Investment Technology Group übernommen. Virtu Financial handelt mit Aktien, Anleihen, Rohstoffen und Währungen und gilt als wichtiger Market Maker.

Während die meisten Unternehmen durch die vorherrschende Pandemiekrise einen Rückschlag erlitten, verdiente sich Virtu Financial aufgrund der Turbulenzen an den Finanzmärkten eine goldene Nase. Im vergangenen Quartal schossen die Umsätze auf 669 Millionen Dollar um 180% in die Höhe. Gleichzeitig drehte das Unternehmen den Verlust aus dem Vorjahresquartal (-30 Mio. Dollar) in einen Quartalsgewinn von 199 Millionen Dollar.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.