Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Insidertransaktionen: Lesen Sie, auf welche Firmen die Vorstände und Großinvestoren jetzt setzen. Die größten Trades der vergangenen Woche (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Wie ich Ihnen bereits vor einiger Zeit angekündigt habe, werde ich Ihnen an dieser Stelle in regelmäßigen Abständen auch über auffällige Transaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eine Intention stecken: Nämlich Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Beigene Ltd

Bei Beigene handelt es sich zwar nicht um ein US-Unternehmen, dennoch möchte ich Ihnen über den Kauf berichten. Denn mit dem US-Investor Baker Bros. Advisors hat hier eine wirkliche Branchenkoryphäe zugeschlagen. Hinter dem US-Anleger stecken nämlich die Biotech-Gurus Felix und Julian Baker, die seit dem Jahr 2000 ihren eigenen Hedgefonds führen.

Gestartet mit unter 200 Millionen Dollar verwalten die ausgesprochen erfolgreichen Anleger mittlerweile über 12 Milliarden Dollar. Jetzt haben die Brüder mehr als 1,98 Millionen Aktien des chinesischen Biotechnologieunternehmens gekauft. Bei einem Einstiegspreis von 101 Dollar hat Baker Bros damit gut 200 Millionen Dollar in die Firma investiert.

Durch den Kauf erhöht sich die Position auf 5,12 Millionen Aktien, was 10% des gesamten Aktienkapitals der chinesischen Firma entspricht. Bislang macht die auf Krebsmedikamente spezialisierte Firma nur Umsätze im niedrigen Millionenbereich und produziert satte Verluste. Der Börsenwert des Konzerns von mehr als 6 Milliarden Dollar lässt darauf schließen, dass sich die Anleger viel von der Medikamenten-Pipeline erwarten.

Biglari:

Bei Biglari handelt es sich um einen Restaurantkettenbetreiber aus Texas, bei dem der Vorstand und Gründer Sardar Biglari zugegriffen hat. Insgesamt hat der Firmenchef rund 3.500 Anteile zwischen 410,36 und 412,66 Dollar erworben – Kostenpunkt schlappe 1,44 Millionen Dollar. Sie müssen allerdings beachten: Biglari tritt häufig als Käufer der Aktien des eigenen Unternehmens auf. Insgesamt hält er mittlerweile 699.355 Aktien.

Im Vergleich zu seinem Bestand war der Neukauf also gering und dürfte auch aus Timing-Gesichtspunkten keine besondere Bedeutung haben. Der Besitzer von Steak ‘n Shake und Maxim Magazin (Anm.: beides Beteiligung von Biglari) kündigte kürzlich Pläne an, sich als Holding mit einer Zwei-Klassen-Struktur zu reorganisieren, um Biglaris Kontrolle über das Unternehmen zu erhalten.

Opko Health

Die Käufe bei Opko Health treten nach einem desaströsen Kursverlauf auf. Immerhin hat die Aktie in den vergangenen 12 Monaten die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Jetzt hat der Vorstand Phillip Frost mit Aktienkäufen wieder zugeschlagen. Insgesamt erwarb er zuletzt 375.000 Aktien dieser medizinischen Test- und Medikationsfirma bei Kursen von 4,40 bis 4,99 US-Dollar. In Summe investierte Frost also  knapp 1,79 Millionen US-Dollar. Dabei handelt es sich um den ersten Kauf von Frost seit September letzten Jahres.

In dieser Woche wurde bekannt gegeben, dass der Präsident der Opko-Tochter BioReference Laboratories zurückgetreten ist. Ein Blick in die Bilanzen verrät Ihnen, dass es sich auch bei Opko um keinen einfachen Fall handelt. Trotz einer massiven Umsatzsteigerung von 1 Mio. Euro in 2009 auf 1,22 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr verharrt der Konzern weiterhin in der Verlustzone.

 


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.