Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Top-Insidertransaktionen der Woche: Firmenboss mit millionenschweren Aktienkäufen bei Camping World Holdings. Campingspezialist Dank Pandemie mit boomender Nachfrage (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Camping World Holdings:

Die Aktie des Camping- und Outdoorspezialisten Camping World Holdings ging zuletzt durch die Decke. Seit dem Jahreswechsel haben sich die Papiere verdoppelt, auf 12-Monatssicht sogar beinahe vervierfacht. Geht es nach dem Firmenboss und Vorstand Marcus Lemonis ist damit das Ende der Fahnenstange aber noch nicht erreicht. Seit Anfang August erwarb Lemonis 69.673 Aktien. Bei Kaufpreisen zwischen 29,82 und 37,17 Dollar je Stück legte der Vorstand insgesamt über 2,2 Millionen Dollar auf den Tisch. Mittlerweile hält der Firmeninsider 517.096 Aktien und damit 1,3% aller ausstehenden Firmenanteile.

Camping World Holdings ist über ihre Tochtergesellschaften als Outdoor- und Camping-Einzelhändler tätig. Das Unternehmen ist in drei Segmenten tätig: Dienstleistungen und Pläne für Verbraucher, Handel und Einzelhandel. Neben Pannenhilfe im Notfall, Sach- und Unfallversicherungsprogramme, Reiseassistenzprogramme, erweiterten Fahrzeugserviceverträgen bieten der Konzern auch neue und gebrauchte Wohnmobile sowie das komplette Campingzubehör an. Der Konzern betreibt über 200 Einzelhandelsgeschäften in 36 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten.

Durch die Corona-Pandemie wurden die Geschäfte massiv beflügelt. Im zurückliegenden Quartal (Ende April) kletterten die Umsätze um 85% auf 178,1 Millionen Dollar. Unter dem Strich schrieb Camping World Holdings allerdings weiter rote Zahlen (-19,2 Millionen Dollar).

AXIS Capital Holdings:

Die Aktien des US-Versicherungskonzerns AXIS Capital Holdings stehen weiter auf der Kaufliste der Firmeninsider ganz weit oben. Der Director Charles Davis stockt sein Aktienpaket weiter auf. Nachdem er im März zum Hochpunkt des Corona-Ausverkaufs mit vier anderen Firmeninsidern Aktien gekauft und im Juni kräftig nachgelegt hat, nahm er Ende Juli seine Kaufserie wieder auf. Allein in der letzten Woche kaufte Davis 525.142 Aktien bei Kaufkursen zwischen 45,34 bis 45,71 Dollar. Das gesamte Transaktionsvolumen lag bei knapp 24 Millionen Dollar.

AXIS Capital Holdings bietet über ihre Tochtergesellschaften weltweit verschiedene Spezialversicherungs- und Rückversicherungsprodukte an. Die Betriebseinnahmen im zweiten Quartal beliefen sich auf fast 1,2 Milliarden Dollar, was einem Rückgang von 8,9% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Der Rückgang ist in erster Linie auf niedrigere verdiente Prämien und einen Rückgang der Nettokapitalerträge zurückzuführen.

Avis Budget:

Beim Autovermieter Avis Budget hält die Kaufserie des Großaktionärs SRS Investment Management weiter an. In der letzten Woche stockte der Firmeninsider seine Position nochmals um 340.890 Aktien im Gegenwert von 11,43 Millionen Dollar auf (Kaufkurs zwischen 33,26 und 33,78 Dollar je Aktie). Sie müssen wissen: Bereits in der Vorwoche langte der Manager kräftig zu und erwarb Aktien im Gegenwert von 12,75 Millionen Dollar.

Seit COVID-19 die Transportindustrie lahmgelegt hat, haben die Avis-Investoren am meisten davon profitiert, dass das Management alles in seiner Macht stehende getan hat, um das Unternehmen besser zu positionieren, um den Abschwung zu überstehen und von den wachsenden Marktanteilen der wahrscheinlichen Verkleinerung und Umstrukturierung von Hertz zu profitieren.

Avis hat mehr als 2,5 Milliarden Dollar an jährlichen Kosten im Vergleich zu den ursprünglich im März geschätzten 400 Millionen Dollar gestrichen und seine Flottengröße um etwa 26% reduziert, um sich besser auf die zukünftige Nachfrage auszurichten. Dank der Konzentration auf Kostensenkung und Flottenreduzierung ist das Management der Ansicht, dass Avis für den Rest des Jahres 2020 einen positiven Cash-Flow haben wird.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.