Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Nasdaq Logo RED_shutterstock_611856299_andersphoto

Insidertransaktionen der Woche: Erster millionenschwerer Aktienkauf nach Kursdebakel beim Medikamentenentwickler Biomarin Pharmaceuticals (Foto: andersphoto / shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können. Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

SmileDirectClub:

Bei dem Spezialisten für Zahnschienen, dem US-Konzern SmileDirectClub, gab es zuletzt auffällige Aktientransaktionen. Seit Mitte August griffen drei unterschiedliche Firmeninsider zu und legten sich bei Kursen zwischen 7,69 und 8,51 Dollar insgesamt über 2,02 Millionen Aktien zu. Der Gegenwert der Zukäufe belief sich auf über 16,35 Millionen Dollar.

SmileDirectClub wurde 2014 gegründet und repräsentiert heute 95 % des Marktes für ärztlich begleitete, transparente Zahnschienen per Fernbehandlung. Das Unternehmen verwaltet den End-to-End-Prozess, der Marketing, die Herstellung der Aligner, das Fulfillment, die Behandlung durch einen Arzt und die Überwachung bis zum Abschluss der Behandlung durch ein Netzwerk von 450 staatlich lizenzierten Kieferorthopäden und Allgemeinzahnärzten über seine Teledentistry-Plattform SmileCheck umfasst. Es bietet Aligner, Abformsets, Bleichgele und Retainer an.

Auch wenn die Aktie seit dem Jahreswechsel 9% im Plus liegt, seit dem Börsengang vor rund einem Jahr liegen die Papiere noch beinahe 60% unter dem Ausgabekurs von 23 Dollar je Anteilschein. Im zweiten Quartal erzielte SmileDirectClub einen Umsatz von 107,1 Millionen Dollar – der Verlust lag unterdessen bei 26,8 Millionen Dollar.

Biomarin Pharmaceutical:

Der Weg bis zur Marktreife eines neuen Medikaments kann steinig und schwer sein. Das musste der US-Biotechnologie-Konzern Biomarin Pharmaceutical vor wenigen Wochen leidvoll erfahren. Das Unternehmen hatte von der US-Gesundheitsbehörde FDA vorerst keine Zulassung für Valoctocogene Roxaparvovec (Valrox) erhalten, eine potenzielle Gentherapie für Hämophilie A, die häufigere Form der Bluterkrankheit. Hier fordert die FDA nun weitere Daten von der fortlaufenden Phase-3-Studie an. Diese Meldung schickte den Aktienkurs auf Talfahrt – die Papiere rauschten von 120 bis auf knapp über 70 Dollar nach unten.

Auf diesem Niveau wittert der Director David Pyott offenbar wieder mehr Chancen als Risiken und baut seinen Aktienbestand massiv aus. Zum Kurs von 78,26 Dollar legte sich der Firmeninsider 12.800 Anteile zu. Damit erhöht er seine Aktienposition um 71% auf 30.740 Aktien.

Biomarin Pharmaceutical ist ein Biotechnologieunternehmen, das Therapien für Menschen mit schweren und lebensbedrohlichen seltenen Krankheiten und Beschwerden entwickelt und vermarktet. Zuletzt kam der Konzern auf einen Jahresumsatz von 1,7 Milliarden Dollar. Der Börsenwert liegt nach dem Kurssturz bei knapp 14 Milliarden Dollar.

Quidel:

Auch wenn sich die Aktie des Diagnostikherstellers Quidel seit dem Jahresbeginn mehr als verdoppelt hat, seit Mitte August korrigierten die Papiere scharf. Geht es nach den Firmeninsidern, dann ist der Rücksetzer deutlich übertrieben. Der Vorstand und ein Director zeigten sich zuversichtlich und haben gerade 16.300 Aktien erworben. Bei Kaufkursen zwischen 155,63 und 174,99 Dollar je Aktie mussten die beiden Manager immerhin über 2,15 Millionen Dollar für die Zukäufe auf den Tisch legen.

Quidel ist ein US-amerikanischer Hersteller von Diagnostistika, mit denen Infektionskrankheiten sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen diagnostiziert werden können. Die Firma wurde 1979 gegründet und ist seit 1991 an der amerikanischen Technologiebörse Nasdaq notiert. Im Mai 2020 hat die US-Gesundheitsbehörde (FDA) die erste Notfallgenehmigung für einen COVID-19-Antigentest erteilt. Diese diagnostischen Tests weisen schnell Fragmente von Proteinen nach, die auf oder in dem Virus gefunden wurden, indem Proben getestet werden, die mithilfe von Abstrichen aus der Nasenhöhle entnommen werden.

Im zweiten Quartal schossen die Umsätze von Quidel um 86% auf 201,8 Millionen Dollar in die Höhe. Das Nettoergebnis explodierte regelrecht von 1,3 auf 67,7 Millionen Dollar.

Wall Street – Analysen haben hat gut gepasst!

Wall Street – Analysen haben hat gut gepasst!Mit der Rückkehr der Volatilität lassen sich die internationalen Aktienmärkte wieder zunehmend seitens der Charttechnik analysieren. Aktuell ist es wirklich wichtig, Tag für Tag am Ball zu bleiben, denn die… › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Alle_Sujets_Portrait_1-31_WEB_Muehlhoff
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.