Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

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Insidertransaktionen der Woche: Führungskräfte schlagen bei Kreuzfahrtrederei Carnival nach schwachen Zahlen zu und decken sich mit Aktien ein. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Carnival:

Nach schwachen Zahlen zum zweiten Quartal und einer reduzierten Gesamtjahresprognose kam die Aktie der Kreuzfahrtreederei Carnival Corporation unter die Räder und sackte von 53 bis auf 45 Dollar in den Keller. Das ermäßigte Kursniveau schätzen zwei Firmeninsider offenbar als attraktiv ein und haben sich zuletzt mit Aktien eingedeckt. Der Vorstand Arnold W. Donald und der Direktor Randall J. Weisenburger kauften insgesamt 42.050 Aktien bei Kursen zwischen 45,12 und 46,50 Dollar. Für die Zukäufe mussten die beiden Insider über 1,53 Millionen Dollar auf den Tisch legen.

Carnival ist ein führender internationaler Reiseveranstalter. Das Unternehmen bietet eine Reihe von Kreuzfahrten durch die Carnival Cruise Lines (Carnival) und Costa Cruises (Costa) sowie andere Veranstalter an. Der Premiumsektor wird von Holland America Line, der obere Premiumsektor durch Cunard Line und die Luxusklasse durch Seabourn Cruise Line und Windstar Cruises bedient. Die Flotte besteht aus insgesamt 101 Kreuzfahrtschiffen.

Nach robusten Wachstumsraten in den zurückliegenden Jahren musste der Konzern zuletzt seine Prognose nach unten schrauben. Seit Ende März sinken die Preise, weil die Kreuzfahrtnachfrage in Europa nachlässt. Die Führungskräfte nannten geopolitische und makroökonomische Faktoren als Haupttreiber für diese Abschwächung. Gleichzeitig ließ das lukrative Kuba-Geschäft wegen neuer Reisebeschränkungen nach. Insgesamt rechnet das Management nun damit, dass die Netto-Kreuzfahrtrenditen in diesem Jahr unverändert bleiben, nachdem sie 2018 um 4% gestiegen waren. Sie hatten kürzlich noch einen Anstieg von 1% in dieser Kernwachstumskennzahl vorhergesagt.

Worthington Industries:

Bei dem Industriekonzern Worthington Industries zeigte sich zuletzt der Director John B. Blystone zuversichtlich und stockte seinen Aktienbestand deutlich auf. Bei einem Kurs von 40 Dollar je Aktie erwarb er 25.000 Aktien (Transaktionswert: 1 Mio. Dollar). Nach seinen Zukäufen hält Blystone 189.370 Aktien, was einem Marktwert von über 7,4 Millionen Dollar entspricht.

Worthington Industries ist ein metallverarbeitendes Unternehmen, das sich auf die wertschöpfende Stahlverarbeitung und die Herstellung von Metallprodukten in den Vereinigten Staaten, Österreich, Kanada, Mexiko, Polen, Portugal und der Türkei konzentriert. Das Unternehmen ist in drei Segmenten tätig: Stahlverarbeitung, Druckzylinder und konstruierte Kabinen.

Im vergangenen Geschäftsjahr gingen bei dem US-Konzern Umsätze in Höhe von 3,76 Milliarden Dollar durch die Bücher. Unter dem Strich reichte das für einen Nettogewinn in Höhe von 153 Millionen Dollar, was einer Gewinnspanne von 4,08% entspricht.

The Medicines Company:

Obwohl sich die Aktie des Biopharmazie-Unternehmens The Medicines Company seit Jahresbeginn verdoppelt hat, hält das positive Insidersentiment an. Ende Juni legte der Director Alexander Denner nochmals nach und erwarb ein Aktienpaket von 50.000 Stücken. Bei einem Preis von 33 Dollar je Anteilschein entsprach der Kauf einem Gegenwert von 1,65 Millionen Dollar. Seit Mai hat Denner damit über 1,3 Millionen Aktien am Markt eingesammelt und hält inzwischen 4,20 Millionen Aktien. Das entspricht 5,8% aller ausstehenden Firmenanteile.

The Medicines Company ist ein biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf die Entwicklung von Therapeutika zur Behandlung von therosklerotischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen spezialisiert. Obwohl der Jahresumsatz in 2018 nur bei 6,14 Millionen Dollar lag und ein Jahresverlust von 123 Millionen Dollar anfiel, liegt der Börsenwert nach der Kursrally inzwischen bei 2,82 Milliarden Dollar.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.