Insolvenz von KTG Agrar SE: Jetzt erwischt es auch KTG Energie

Ich habe Ihnen an dieser Stelle bereits vor Monaten von Zahlungs-Schwierigkeiten der in Hamburg ansässigen KTG Agrar SE berichtet.

Damals teilte das Unternehmen mit, dass eine fällige Zinszahlung für eine von 2011 – 2017 laufende Anleihe nicht beglichen werden kann.

Das führte dazu, dass der Kurs der KTG-Aktie dramatisch einbrach. Auch die Kurse der Anleihen der KTG Agrar SE brachen damals ein.

Das Unternehmen selbst versuchte zu beruhigen und teilte mit, dass die Zinszahlung nur verschoben werde. Es folgte jedoch ein Insolvenz-Antrag.

Es wurde schnell klar, dass die Anleihe-Gläubiger wohl komplett leer ausgehen werden. Jetzt hat es auch das Tochter-Unternehmen KTG Energie erwischt.

KTG Energie: Insolvenz-Antrag gestellt

Vor wenigen Tagen teilte das Unternehmen mit, dass der Vorstand der KTG Energie nach eingehender und sorgfältiger Prüfung die Zahlungs-Unfähigkeit der KTG Energie AG festgestellt habe.

Zudem habe man die Entscheidung getroffen, die Restrukturierung der KTG Energie AG in Eigenverwaltung fortzuführen.

Der Betreiber von Biogas-Anlagen hat der Mitteilung zufolge einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenz-Verfahrens in Eigenverwaltung gestellt, um die Restrukturierung in Eigenregie fortsetzen zu können.

Zur Durchführung der Sanierung seien die darauf spezialisierten Experten Thorsten Bieg und Gerrit Hölzle zu weiteren Mitgliedern des Vorstands der KTG Energie AG bestellt worden.

Das operative Geschäft soll wie geplant weiterlaufen.

Anleihe-Gläubigern drohen auch hier herbe Verluste

Auch hier sind natürlich leider die Anleihe-Gläubiger von der Insolvenz betroffen:

KTG Energie hatte im Jahr 2012 eine Anleihe mit einem Volumen von 50 Mio. € platziert, die ursprünglich im Jahr 2018 zurückgezahlt werden sollte.

Die KTG-Energie-Anleihe, die im Jahr 2018 fällig geworden wäre und über einen Zinskupon von 7,25% verfügt, notierte im Mai dieses Jahres noch bei 103% des Nennwerts.

Derzeit notiert die Anleihe nur noch bei 10,25%. Seit Mai dieses Jahres verlor die Anleihe somit 90% ihres Wertes!

Es ist damit zu rechnen, dass die Anleihe-Gläubiger einen nicht unwesentlichen Teil zur Sanierung der Gesellschaft beitragen müssen

Dies könnte beispielsweise in Form eines Verzichts auf einen (Groß-)Teil der Rückzahlung der Anleihe geschehen. Darüber muss jedoch noch entschieden werden.

Fazit: Hohe Zinsen bedeuten zumeist auch hohe Risiken

Abschließend möchte ich meine grundsätzliche Empfehlung bezüglich hochverzinslicher Anleihen noch einmal wiederholen:

Das Lockmittel und Werbe-Argument im Zusammenhang mit Mittelstands-Anleihen und -Genussscheinen sind die vergleichsweise hohen Zinsen.

as genannte Beispiel zeigt Ihnen jedoch, dass in der aktuellen Niedrigzins-Phase derartige Zinsversprechen fast immer mit großer Vorsicht zu genießen sind.

Darüber, wie es bei KTG Energie weitergeht, werde ich Sie an dieser Stelle auf dem Laufenden halten.

Betroffene Anleger können sich an Organisationen wie „SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.“ wenden, um zu erfahren, wie sie einen möglichst großen Teil ihres Geldes retten können.

5. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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