Intel-Aktie: Chip-Gigant baut Aktivitäten mit künstlicher Intelligenz deutlich aus

Das neue Schlagwort der Technologie-Szene heißt künstliche Intelligenz. Zumindest muss man den Eindruck gewinnen, wenn man die aktuellen Wirtschafts-Nachrichten verfolgt.

Nachdem gerade Apple den millionenschweren Zukauf des Startups Turi gemeldet hat, wagt sich nun auch Intel aus der Deckung und schlägt zu.

Dabei sind die 2 jüngsten Zukäufe keine Eintagsfliege: Bereits vor Jahren machte Google mit der Riesen-Übernahme von Deep Minds auf sich aufmerksam und rückte den Wachstums-Bereich ins Rampenlicht.

Rennen um künstliche Intelligenz hat begonnen

Dabei setzen nicht nur Technologie-Riesen wie Facebook auf das neue Geschäftsfeld.

Ende des vergangenen Jahres hat u. a. der Gründer des Elektroauto-Herstellers Tesla, Elon Musk, eine Forschungs-Einrichtung ins Leben gerufen, welche die digitale Intelligenz so erweitern soll, dass die gesamte Menschheit davon profitiert.

Aber auch deutsche Großunternehmen versuchen sich hier in Stellung zu bringen. So hat sich der Volkswagen-Konzern am Deutschen Forschungs-Zentrum für Künstliche Intelligenz in Saarbrücken beteiligt.

Der Hintergrund ist klar: Für den Autobauer ist künstliche Intelligenz der Schlüssel zum selbstfahrenden Auto und somit eine aussichtsreiche Investition in die Zukunft.

Intel schluckt Startup – Kaufpreis unbekannt

Mit dem jüngsten Deal will nun auch Intel mitmischen. So teilte der Konzern mit, das kalifornische Startup Nervana zu übernehmen.

Die Firma ist darauf spezialisiert, Computer ähnlich „denken“ und lernen zu lassen wie das menschliche Gehirn.

Zum Kaufpreis machten die beiden Firmen allerdings keine genauen Angaben. Amerikanische Medien schätzen aber, dass der Übernahmepreis zwischen 350 und 400 Mio. Dollar liegen dürfte.

Auf den 1. Blick ist das ziemlich viel, beschäftigt das Startup doch gerade einmal 48 Mitarbeiter. Künftig wird die gesamte Nervana-Mannschaft in Intels Abteilung zur Verarbeitung großer Datenmengen arbeiten.

Mit diesem Geschäftsfeld will sich der Chip-Riese unabhängiger vom schwächelnden Markt für PC-Chips machen.

Gewinn-Einbruch im letzten Quartal

Bereits seit geraumer Zeit versucht die Konzernführung Intel zukunftssicher zu machen. Dazu zählt auch die Streichung von 12.000 Stellen, die zuletzt mit 1,4 Mrd. Dollar Sonderkosten zu Buche schlug.

Vor dem Hintergrund musste der Chip-Spezialist auch einen satten Gewinn-Einbruch verkraften: Obwohl die Erlöse leicht um 2,6% auf 13,53 Mrd. Dollar kletterten, fiel der Netto-Gewinn von 2,71 Mrd. Dollar auf nur noch 1,33 Mrd. Dollar.

Intel-Chef gibt sich zuversichtlich

Vor dem Hintergrund der Fortschritte bei der Restrukturierung gibt sich Firmenchef Brian Krzanich zuversichtlich.

Für den PC-Markt ist er zwar weiter vorsichtig, unterm Strich rechnet er aber mit einer spürbaren Belebung der Geschäfte im 2. Halbjahr.

Durch die starke Entwicklung in den Bereichen Datenzentren und dem Internet der Dinge peilt er für das Jahr sogar weitere Zuwächse an. Damit ist die Ausgangs-Position des Unternehmens gar nicht einmal schlecht.

Trotz des heftigen Gegenwinds fiel die Gewinnspanne auf Jahresbasis seit 2010 nicht mehr unter die Marke von 18%.

Mit einem Cash-Bestand von knapp 18 Mrd. Dollar dürfte auch die Übernahme von Nervana nicht der letzte Schritt zur Erschließung neuer Wachstumsmärkte gewesen sein.

16. August 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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