Intel-Aktie: Chip-Riese baut Robotik-Aktivitäten deutlich aus

Der neue Wachstumsmarkt „Robotik“ ist in aller Munde. Und das mit gutem Grund. Denn dass hier ein neuer Megamarkt entsteht, darin besteht unter Experten kein Zweifel.

Von Industrie-, Service,- oder Operationsrobotern über Künstliche Intelligenz hin zu selbstfahrenden Autos. Die Analysten prognostizieren für die kommenden 10 Jahre zum Teil deutlich zweistellige Zuwachsraten.

Jetzt hat auch der führende Chiphersteller Intel seine Aktivitäten in dem Bereich verstärkt. Der Grund dürfte das schwächer werdende Wachstum im Kerngeschäft sein.

Intel steigt in Drohnenmarkt ein

Auch im Markt mit den unbemannten Flugrobotern wittert Intel riesiges Potenzial. Gemäß der Schätzungen der Teal Group wurden im vergangenen Jahr weltweit Drohnen im Wert von vier Milliarden Dollar verkauft. Experten schätzen, dass sich das Marktvolumen in den kommenden zehn Jahren auf insgesamt 93 Milliarden Dollar vervielfacht.

Zuletzt hat sich der Chip-Riese mit dem Kauf der deutschen Firma Ascending Technologies in Position gebracht. Das Unternehmen entwickelt unter anderem Autopilot-Software für die unbemannten Fluggeräte.

Anders als bei früheren ferngesteuerte Fluggeräte können heutige Drohnen für autonome Vorgänge programmiert werden, etwa um an einer festgelegten Position in der Luft zu schweben oder nach Hause zu fliegen. Experten sehen besonders hohes Potential in der Lieferung von Paketen oder der Inspektion von Katastrophenschauplätzen.

Auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas hatte es Intel zuletzt ins Guinnes Buch der Rekorde geschafft. Intel zeigte 100 LED-bestückte Drohnen, sogenannte Quadrocopter mit vier Propellern, die gleichzeitig in die Luft steigen. Sie bildeten ein riesiges 3D-Display und führten eine komplexe Choreographie zur fünften Sinphonie von Beethoven auf.

Auch bei Servicerobotern will Intel mitmischen

Vor wenigen Wochen meldete der Tech-Gigant dann den Einstieg bei dem Robotik-Startup Savioke. Die Firma hat den Relay Roboter entwickelt. Der Robotor Relay ist mit seinem Staufach als autonomer Lieferant in Gebäuden vorgesehen. So kommt Relay bereits in sechs Hotels zum Einsatz.

Hier lieferte der Roboter bereits über 11.000 Mal von Gästen bestellte Sachen direkt zum Zimmer. Zur Steuerung setzt der Hersteller auf Intels RealSense-Technologie.

Kooperation mit Segway bringt ersten Roboter noch in diesem Jahr raus

Neuland betritt Intel auch durch eine Kooperation mit dem Segway-Konzern. Denn die beiden Firmen wollen noch in diesem Jahr einen eigenen Robo-Butler auf den Markt bringen.

Dieser soll Alltagsaufgaben selbstständig meistern und sich auch aus der Ferne steuern lassen. Zum anderen eignet sich das Gerät auch bestens um damit fahrend so manchen Weg durch die Stadt zu erledigen.

Intel auf der Suche nach Wachstum

Der Technologie-Konzern sieht sich mit einem schwächer werdenden Kerngeschäft konfrontiert. Sie müssen sich einmal die Historie ansehen. Von 2001 bis 2014 kletterten die Umsätze von 26,5 Milliarden Dollar auf 55,8 Milliarden Dollar.

Im vergangenen Jahr folgte mit Erlösen von 55,3 Milliarden Dollar eine glatte Nullnummer. Daher versucht Firmenchef Brian Krzanich gegenzusteuern. Zuletzt kauft der Chiphersteller den Rivalen Altera für stolze 16,7 Milliarden Dollar.

Leisten kann sich das Unternehmen dies allemal. Bei über 20% Gewinnmarge blieben im letzten Jahr stolze 11,4 Milliarden Dollar Profit übrig. Zudem lag der Cash-Bestand zuletzt bei gut 25 Milliarden Dollar. Sie können davon ausgehen, dass der Altera-Zukauf nicht die letzte Akquisition gewesen ist.

1. März 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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