Intel-Aktie: Chip-Riese drückt nach Milliarden-Deal bei Roboter-Autos aufs Gas

Die Nachricht kam wie ein Paukenschlag – Gerade einmal gut 1 Jahr ist es her, dass der weltgrößte Chip-Hersteller Intel seine bislang größte Übernahme der Firmengeschichte abgeschlossen hat:

Mit dem Altera-Deal für 16,7 Mrd. Dollar stieg der US-Technologie-Konzern zum zweitgrößten Hersteller programmierbarer Halbleiter auf.

Jetzt folgt der nächste große Schluck aus der Pulle: In einem Milliarden-Deal will Intel den israelischen Spezialisten für Kamera-Systeme für Roboter-Wagen schlucken.

Intel wittert den nächsten Wachstumsmarkt

Eines ist nach der Meldung klar: Intel will kräftig auf dem Zukunftsmarkt für autonom fahrende Fahrzeuge mitmischen.

Denn immerhin legt der Tech-Gigant für das israelische Start-Up die stolze Summe von 15,3 Mrd. Dollar auf den Tisch.

So unbekannt das Objekt der Begierde, Mobileye aus Jerusalem, hierzulande auch ist, in der Auto-Branche sind die Sensor-Spezialisten kein Unbekannter.

Mobileye stellt mit seinen Kameras die Augen für heutige Fahrassistenz-Systeme und künftige selbstfahrende Autos.

Zudem entwickelt die israelische Firma ein Steuersystem, das Signale verschiedener Sensoren verarbeitet.

Beeindruckendes Kunden-Portfolio und satte Margen

In den vergangenen Jahren nahm das aus der Universität gegründete Start-Up-Unternehmen eine rasante Entwicklung:

Die Umsätze explodierten regelrecht von 19,2 Mio. Dollar in 2011 bis auf 358,2 Mio. Dollar im vergangenen Geschäftsjahr. Seit 2015 sind die Israelis in der Gewinnzone.

Zuletzt erwirtschaftete Mobileye bei einem Jahresgewinn von 108,4 Mio. Dollar sogar eine Gewinnspanne von 30,26%.

Und Geht es nach den Analysten, so ist der Aufwärtstrend noch lange nicht gebrochen:

Bis 2019 rechnen einige Experten damit, dass Mobileye die Milliarden-Marke beim Umsatz knackt und der Gewinn auf über 650 Mio. Dollar in die Höhe springt.

Das Kunden-Portfolio zeigt Ihnen, dass der israelische Software-Konzern in der Automobil-Branche bereits bestens vernetzt ist:

Insgesamt zählt Mobileye 27 Fahrzeug-Hersteller zu seinen Abnehmern. Mehr als 15 Mio. Fahrzeuge weltweit nutzen nach Angaben von Mobileye mittlerweile die Technologie des Unternehmens.

Die wichtigsten Wettbewerber sind Continental, Autoliv und Bosch.

Mobileye, Intel und BMW wollen Roboter-Auto auf den Markt bringen

Dabei kennen sich die beiden Konzerne schon recht gut:

Im letzten Jahr kündigte Intel mit BMW und Mobileye eine Kooperation zur Entwicklung von Roboter-Wagen an. Bis 2021 Sollten die autonomen Fahrzeuge auf den Markt kommen.

Die Zuständigkeiten in der Zusammenarbeit sind klar aufgeteilt:

Mobileye sorgt für die Erfassung der Umgebung, Intel stemmt die Rechenleistung zur Verarbeitung der Daten und BMW kümmert sich um die Fahrzeuge.

Zugleich will Mobileye mit Delphi, einem der weltgrößten Autozulieferer, ein kostengünstiges System zum autonomen Fahren entwickeln. Dieses könnte an verschiedene Auto-Hersteller vermarktet werden.

Experten prophezeien starkes Marktwachstum

Die Stoßrichtung steht jetzt fest: Intel will mit aller Macht zu einem der führenden Konzerne in der Entwicklung von autonom fahrenden Fahrzeugen werden.

Die Wachstums-Prognosen überschlagen sich im Moment: Einige Experten rechnen damit, dass ab 2035 gut 100 Mio. Roboter-Wagen auf den Straßen sein könnten.

Zum Vergleich: Weltweit wurden 2012 gerade einmal 60 Mio. Fahrzeuge hergestellt. In 20 Jahren sollen es 130 Mio. sein.

Autonome Autos hätten dann mit einem Anteil von rund 75% die absolute Mehrheit auf dem globalen PKW-Markt.

Intel braucht Alternativen zum PC-Markt

Mit dem neuen Zukauf könnte Intel einen Teil seiner schwindenden Erlöse aus dem PC-Geschäft zukünftig kompensieren.

Allerdings ist der gezahlte Preis auf den 1. Blick mehr als atemberaubend, denn Intel legt für Mobileye das 30-Fache! der für dieses Jahr erwarteten Umsätze auf den Tisch.

Ob sich der Kauf wirklich rechnet, wird sich erst auf lange Sicht zeigen.

15. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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