Intel-Aktie: Chip-Konzern setzt auf selbstfahrende Autos

Na endlich!

Das werden sich wohl viele Anleger gedacht haben, als kürzlich die Meldung die Runde machte, dass Intel eine Kooperation mit Delphi Automotive und Mobileye eingeht.

Durch die Zusammenarbeit will Intel seine Position stärken in einem zukunftsträchtigen Segment, in dem der US-Chip-Hersteller bislang kaum vertreten ist: selbstfahrende Autos.

Die gelten schon lange als das nächste große Ding, benötigen aber jede Menge Computertechnik, um tatsächlich in die Serien-Fertigung zu gehen und dann auch flächendeckend zugelassen zu werden.

Alleskönner auf der Straße

Bereits jetzt sind in modernen Autos zahlreiche Chips und Sensoren verbaut.

Sie helfen uns beim Einparken und Navigieren, senden Warnsignale, wenn wir versehentlich die Fahrspur verlassen und sorgen für eine i. d. R. reibungslose Kommunikation zwischen den verschiedenen Funktionen des Bordcomputers.

Künftig aber sollen Autos noch viel mehr können: Sie sollen Hindernissen ausweichen, Bremsmanöver ausführen, Abstände einhalten – kurzum: Sie sollen um jeden Preis Kollisionen jedweder Art vermeiden.

Einige Beobachter schwärmen bereits davon, dass die Zahl der Unfälle deutlich sinken wird, wenn erst einmal nur noch selbstfahrende Autos auf den Straßen unterwegs sind, die autonom untereinander kommunizieren.

Autobauer sind dabei

Bis dahin aber ist es noch ein weiter Weg.

Aktuell erleben wir manche Technologien bereits in Anfangsstadien mit, der Elektro-Autobauer Tesla hat bereits ziemlich viel Technik des aktuellen Forschungsstands in seinen Fahrzeugen verbaut und fährt damit große Erfolge ein.

Doch auch alteingesessene Branchen-Größen zeigen großes Interesse an diesem Zukunfts-Thema.

Längst sind auch bei BMW, Daimler und Audi Ingenieure und IT-Spezialisten damit beschäftigt, entsprechende Systeme zu entwickeln.

Zahlreiche Firmen sind in die Forschungs- und Entwicklungs-Prozesse involviert, an Bord sind neben den klassischen Autobauern auch diverse Konzern, die sich spezialisiert haben auf bestimmte Technologien:

Radar, Lidar, GPS und mehr.

Um all die notwendigen Informationen zusammenzuführen, die die Autos der Zukunft während der Fahrt über ihre Umgebung sammeln, und diese in Sekunden-Bruchteilen in Befehle wie „bremsen“ umzumünzen, wird eine erhebliche Rechenleistung benötigt.

Intel Aktie auf Jahresendrally-Kurs

Dass Intel in der Lage ist, leistungsfähige Chips und Prozessoren zu entwickeln, herzustellen und zu liefern, hat der IT-Dino in der Vergangenheit bereits unter Beweis gestellt.

Im Bereich der klassischen PCs kommt man an Intel kaum vorbei.

Was das Unternehmen jedoch unterschätzt hat, war der Erfolg der mobilen Geräte wie Smartphones und Tablets. Den Trend hat man schlichtweg verschlafen, Intel spielt hier eine vergleichsweise geringe Rolle.

Mit den selbstfahrenden Autos drohte dieselbe Misere – immerhin sind zahlreiche Konkurrenten längst im Geschäft, Intel stößt erst jetzt hinzu. Aber wie sagt man so schön: Besser spät als nie.

Die Intel Aktie jedenfalls hat seit Anfang November kräftig zugelegt, zuletzt wurde sie in Frankfurt zu einem Kurs von rund 35 € gehandelt und liegt damit auf Jahressicht gut 10% im Plus.

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16. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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