Intel-Aktie: Nächster Schritt Richtung selbstfahrendes Auto

Im Dezember war Intel in den Bereich vorgestoßen, nun folgt eine Beteiligung am Kartendienst Here. Die Intel-Aktie hat gute Aussichten: (Foto: KYTan / Shutterstock.com)

Das autonome Fahrzeug kommt. Was in der Luft schon heute Realität ist, wird wohl in wenigen Jahren auch auf der Straße möglich sein.

Große Passagierjets sind bereits seit Längerem imstande, via Autopilot eigenständig zu fliegen, Hindernissen auszuweichen und grundsätzlich auch zu starten oder zu landen.

Wobei in diesen kritischen Flugphasen bislang meist die Piloten selbst Hand anlegen.

Autopilot fürs Auto

In den Autos finden sich bislang vor allem Assistenz-Systeme, die den Fahrer unterstützen sollen:

Geschwindigkeits-Regulierer, Abstands- und Spurhalter oder Sensoren für sicheres Einparken gehören längst zum Standard-Repertoire.

Doch Unfall-Forscher sind überzeugt:

Die Anzahl der Verkehrs-Unfälle – und somit auch der Verletzten und Todesopfer – auf den Straßen lässt sich deutlich reduzieren, wenn künftig auch im Auto der Bordcomputer noch stärker das Steuer übernimmt.

Nicht umsonst gilt schließlich das Flugzeug mit seinem ausgefeilten Autopiloten als sicherstes Verkehrsmittel der Welt.

Allerdings haben Flugzeuge in der Luft auch nicht mit den gleichen Herausforderungen zu kämpfen wie das Auto auf der Straße; Ampeln, Fußgänger oder Straßenbegrenzungen gibt es am Himmel nicht.

Deutsche Autobauer setzen auf Here

Kein Wunder also, dass die Autobauer eine Menge investieren, um in diesem Segment zu punkten.

Ein wesentlicher Bestandteil erfolgreicher, autonom fahrender Autos ist die zugrundeliegende Landkarten-Basis.

Um diesbzgl. unabhängiger zu werden von führenden Anbietern wie Google oder TomTom, haben die deutschen Autobauer BMW, Daimler und Audi gemeinschaftlich den Nokia-Kartendienst Here erworben.

Das war bereits im Jahr 2015. Und die 3 Hersteller legten unterm Strich mehr als 2,5 Mrd. € dafür auf den Tisch. Mehrere asiatische Investoren hat man seither ins Boot holen können.

Wichtige Wachstumsmärkte wie China müssen aus Sicht von BMW, Daimler und Audi dringend beteiligt und selbstverständlich auch im Karten-Material berücksichtigt werden.

Nun steigt ein weiteres namhaftes Unternehmen in das Projekt ein: Der US-Technologie-Konzern Intel übernimmt 15% der Anteile an Here, die Transaktion wird noch im 1. Quartal 2017 erwartet.

Intel-Aktie: Endlich auch selbstfahrende Autos

Für Intel ist die Beteiligung kein Neuland, sondern ein weiterer konsequenter Schritt auf dem Weg zu autonomen Fahrzeugen.

Der Konzern ist bereits an einem Projekt mit BMW und dem israelischen Kameratechnik-Anbieter Mobileye involviert.

Analysten hatten in der Vergangenheit kritisiert, dass Intel sich zu lang aus dem Segment herausgehalten habe, das doch als wesentlicher Zukunftsmarkt für den Chip-Hersteller gelten sollte.

Nun scheint man bei Intel einiges aufholen zu wollen. – Anlegern gefällt’s: Sie griffen im Dezember kräftig zu bei der Intel-Aktie, die zum Jahresbeginn jedoch leicht im Minus dümpelt.

Analysten bewerten einen Kursrückgang jedoch überwiegend als gute Einstiegs-Gelegenheit: Mit großer Mehrheit empfahlen die Experten zuletzt die Intel-Aktie zum Kauf.

2017-01-06-intel

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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