Intel: Chip-Gigant legt stärkstes Startquartal der Firmengeschichte hin

Intel RED – shutterstock_530122174

Intel: Chipspezialist meldet stärkstes Auftaktquartal der Firmengeschichte. Trend zur Heimarbeit sorgt für kräftigen Nachfrageschub (Foto: KYTan / Shutterstock.com)

In der aktuellen Corona-Krise haben sich die Aktien von Chipherstellern deutlich besser gehalten als der Gesamtmarkt. Bis Vorlage der Quartalszahlen notierten die Papiere von Intel seit dem Jahreswechsel quasi unverändert. Die zwischenzeitlichen Verluste wurden wieder komplett aufgeholt.

Offenbar zu Recht: Die Präsentation des Marktführers Intel hat jetzt offenbart, dass die Geschäfte im ersten Quartal durch die massiv gestiegene Nachfrage nach Technik für Rechenzentren deutlich beflügelt wurden. Die Ergebnisse lagen signifikant über den Erwartungen.

Doch es gab auch Schattenseiten. Ein vorsichtiger Ausblick und Sorgen wegen dem Großkunden Apple sorgten dafür, dass die Papiere vorerst ihren positiven Trend unterbrachen.

Heimarbeit sorgt für kräftigen Rückenwind

Aber erst einmal Schritt für Schritt. Das Startquartal fiel nämlich glänzend aus. Der weltweite Trend zum Homeoffice sorgte dafür, dass der Bedarf an Laptops in die Höhe getrieben wurde. Entsprechend stark zeigte sich die Sparte mit PC-Chips, die ein Umsatzplus von 14% auf 9,8 Milliarden Dollar verzeichnen konnte.

Darüber war vor allem das Geschäft mit Chips für Server in Rechenzentren für das positive Abschneiden verantwortlich. Der Hintergrund liegt auf der Hand: Der massiv gestiegene Datenverkehr (Sichtwort u.a. Videokonferenzen) erfordert hohe Investitionen bei den Anbietern von IT-Infrastruktur. Das wiederum sorgt für eine sprunghaft steigende Nachfrage bei Intel, was sich in den aktuellen Zahlen deutlich zeigt: In dieser Sparte schnellten die Umsätze nämlich um 43% auf 7 Milliarden Dollar nach oben. Das operative Ergebnis schoss zeitgleich um 90% auf 3,5 Milliarden Dollar nach oben.

Konzernumsatz klettert um 23% nach oben

Summa summarum erhöhten sich die Konzernumsätze insgesamt um 23% auf 19,8 Milliarden Dollar. Analysten waren im Vorfeld der Zahlen nur von 18,7 Milliarden Dollar ausgegangen. Nicht weniger beeindruckend verlief die Gewinnentwicklung. Intels operative Gewinnmarge stieg im ersten Quartal 2020 mit 60,6% wieder über die 60er-Marke. Vor einem Jahr lag sie bei 56,6%, Ende 2020 bei 58,8%.

Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 5,66 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,31 Dollar je Aktie hängen. Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahresquartal erzielte Intel einen Gewinn von 3,97 Milliarden Dollar respektive 87 Cent je Aktie.

Corona-Effekte werden kommen

So stark die Zuwächse im Startquartal waren, Firmenboss Bob Swan bereitet seine Investoren schon einmal darauf vor, dass auch der Halbleitergigant irgendwann die Auswirkungen der Corona-Krise spüren wird. Der Sparkurs von Behörden und vielen Unternehmen wird ab einem gewissen Zeitpunkt auch auf die Nachfrage bei Intel drücken.

Für das zweite Quartal rechnet der US-Konzern mit einem Umsatz in Höhe von 18,5 Milliarden Dollar. Das wären 12% mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Der Gewinn je Aktie soll unterdessen bei 1,10 Dollar liegen.

Apple geht eigenen Weg

Für eine vorübergehende Belastung sorgten hingegen Aussagen von Apple. Laut einem Bloomberg-Bericht will der Konzern ab dem nächsten Jahr bei seinen Mac-Computern zumindest zum Teil auf eigene Prozessoren setzen und damit Intel-Produkte ersetzen. Bislang gibt es hierzu allerdings keine genauen Details.

Die Bewertung der Aktie scheint trotz der jüngsten Erholung alles andere als teuer. Auf Basis der Analystenschätzungen (4,88 Dollar Gewinn je Aktie in 2020) handeln die Papiere gerade mal mit dem 12-fachen der erwarteten Gewinne. Das liegt deutlich unter dem Durchschnitt des Chipsektors (CSI Market Schätzungen: Sektor-KGV: 21).

Intel RED – shutterstock_530122174

Diese Aktie trägt einen großen NamenNEC ist in Japan der Renner und weltweit bekannt. Was wir von Unternehmen und Aktie halten? Lesen Sie unsere Analyse! › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rene König. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz