Intel: Chipriese schickt Aktie mit neuer Prognose kräftig in die Höhe

Was für eine Überraschung: Erstmals seit 2 Jahren hat der weltgrößte Halbleiter-Konzern Intel seine Anleger mit einer Anhebung seiner Prognose überrascht.

Die Investoren reagierten entsprechend euphorisch und trieben den Aktienkurs um mehr als 3% nach oben. Damit steigen die Papiere des Technologie-Urgesteins auf das höchste Niveau seit dem Jahr 2001.

Auftrieb durch starkes PC-Geschäft

Zugegeben: Etwas unerwartet kam die nach oben revidierte Prognose schon – v. a., wenn Sie die Begründung der Konzern-Führung des US-Konzerns ausführlich lesen.

Denn während Intel seit längerem unter der schwachen PC-Nachfrage litt, soll jetzt gerade dieser Bereich für die höhere Prognose verantwortlich sein.

Erst kürzlich hat der Halbleiter-Konzern den geplanten Abbau von 12.000 Stellen bekannt gegeben – immerhin fast 11% der Gesamt-Belegschaft.

Doch jetzt scheint das Geschäft mit PC-Chips offenbar wieder zu drehen – und zwar gleich an mehreren Fronten:

  • Zum einen beginnen offenbar die Computer-Zulieferer wieder ihre Lager-Bestände aufzufüllen.
  • Zum anderen gibt es aber auch Erholungs-Tendenzen bei der Endnachfrage.

Dies unterstützen auch die Ergebnisse der jüngsten Marktforschungen, die bereits eine Abschwächung der Talfahrt bei PC-Verkäufen signalisiert haben.

Mehr Gewinn pro verkauftem Chip

Auf Grund der aktuellen Entwicklung nimmt Firmenchef Brian Krzanich die Prognose nach oben. So soll im 3. Quartal der Umsatz auf 15,3 – 15,9 Mrd. Dollar ansteigen.

Für Sie zum Vergleich: Bislang lag die angepeilte Spanne bei 14,4 – 15,4 Mrd. Dollar. Aber auch bei der Profitabilität will der Technologie-Konzern einen draufsatteln.

Denn die Brutto-Gewinnmarge wird jetzt um 2% höher erwartet und soll bei 62% liegen.

Apple setzt erstmalig auf Intel-Chips

Eine weitere positive Nachricht konnte der Chipriese vor wenigen Tagen verkünden. Denn erstmals befinden sich im neuen iPhone 7 auch Bauteile von Intel.

Beim US-Anbieter AT&T wird das iPhone 7 mit der neusten Intel-Technologie ausgestattet, die Netze Sprint und Verizon dagegen unterstützen die Neuheit noch nicht.

Die iPhone-Modelle dieser Anbieter sind nur mit den bewährten Qualcomm-Chips kompatibel.

Movidius-Übernahme stärkt Robotik-Geschäft

Zugleich versucht Intel, seine Abhängigkeit von PC-Chips weiter zu verringern.

Ein weiterer Schritt in diese Richtung ist die Übernahme von Movidius, einem Spezialisten für Künstliche Intelligenz. Movidius sorgte zuletzt mit seinen Chips für Drohnen und Virtual Reality für Aufsehen.

So stellt die Firma Computer-Vision-Prozessoren her, welche den Geräten helfen, Bilder und Videos zu verarbeiten bzw. auszuwerten.

Movidius existiert bereits seit 8 Jahren und beschäftigt derzeit 180 Mitarbeiter. Partner des Herstellers sind z. B. Lenovo, DJI (weltgrößter Drohnen-Hersteller) und Google.

Intels Ziel ist es, mithilfe der Übernahme das Segment Computer-Vision umfangreich auszubauen. Denn erst durch die Integration dieser Technologie können Geräte autonom agieren.

Dieses Feld befindet sich noch in den Kinderschuhen. In Kombination mit maschinellem Lernen sollen in Zukunft neue Produkte mit fortgeschrittenen, autonomen Fähigkeiten entstehen.

Kooperation mit Mobileye und BMW soll Roboter-Autos vorantreiben

Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die im Sommer vereinbarte Kooperation mit BMW und dem israelischen Software-Unternehmen Mobileye.

Die 3 Unternehmen wollen zusammen die Technik für hoch- und vollautonomes Fahren entwickeln und sie innerhalb der nächsten 5 Jahre in die Serien-Produktion bringen zu wollen.

Wie lange dauert die Neuausrichtung?

Die Chancen, dass die Neuausrichtung des Konzerns greift, stehen dabei gar nicht mal schlecht. Denn Intel hat frühzeitig begonnen, die Weichen zu stellen.

Zudem ist der Konzern mit einer Gewinnspanne von über 20% trotz schwächelndem Kerngeschäft weiterhin hochprofitabel. Jetzt wird es wohl eine Frage der Zeit sein, bis sich die Transformation auch in den Zahlen wiederspiegelt.

20. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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