Intel fährt vor Chefwechsel höchsten Umsatz der Firmengeschichte ein

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Intel: Chipriese kann vor Chefwechsel auf ganzer Linie punkten. Dank Homeoffice-Boom lässt der Halbleiterkonzern die Analystenerwartungen deutlich hinter sich (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Mit Hochspannung hatten die Anleger die Zahlen des Chip-Giganten Intel erwartet. Immerhin brodelte es zuletzt ganz massiv hinter den Kulissen. Der Einstieg des milliardenschweren Hedgefondsmanagers Daniel Loeb und der kurz darauf angekündigte Wechsel in Intels Führungsetage machen deutlich, dass künftig größere Veränderungen ins Haus stehen könnten. Unterdessen waren die gerade vorgelegten Geschäftszahlen deutlich besser als erwartet. Im Schlussquartal konnte Intel sogar den höchsten Umsatz der kompletten Firmengeschichten einfahren. Der Homeoffice-Boom sorgte für kräftigen Rückenwind.

Weltweit führender Halbleiterkonzern

Intel ist ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich Halbleiterchips. Intel entwickelt fortschrittliche digitale Technologielösungen und versorgt die Computer- und Kommunikationsbranche mit Halbleiter-Speicherchips, Schaltkreisen, Speicherplatten, -karten und -systemen sowie mit Mikroprozessoren.

Dabei nutzen sowohl große und mittelständische Unternehmen als auch Privatkunden die Soft- und Hardwareprodukte des Konzerns. Darüber hinaus ist der Chip-Hersteller in der Entwicklung von Plattform-Lösungen tätig, die als integrierte Hard- und Software-Computing-Technologien definiert sind, und bietet Kunden in diesem Zusammenhang ergänzende Services an. Hinzu kommen Produkte und Services aus dem Bereich Security.

Intel profitiert von der Corona-Krise

Im Schlussquartal konnte Intel die Analystenschätzungen förmlich pulverisieren. Zwar fiel der Umsatz mit knapp 20 Milliarden Dollar um ein Prozent tiefer aus als noch vor einem Jahr, doch wurden damit die Analystenschätzungen um satte 2,5 Milliarden Dollar übertroffen. Im größten Geschäftsbereich, der Client-Computing-Sparte kletterte der Umsatz 10,9 Milliarden Dollar, was einem Zuwachs um 9% entspricht. Der US-Konzern profitierte im vergangenen Jahr davon, dass viele Nutzer sich neue Computer gekauft haben.

Zudem wurden viele Rechenzentren deutlich ausgebaut, um die immense Nachfrage nach Videokonferenzen erfüllen zu können, die durch Arbeiten und Lernen zuhause im vergangenen Jahr deutlich häufiger geworden sind. Für das gesamte zurückliegende Geschäftsjahr konnte Intel ein Umsatzplus von 8% auf 77,9 Milliarden Dollar ausweisen.

Gewinn rückläufig, aber deutlich besser als erwartet

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Gewinnentwicklung. Unter dem Strich blieb im vierten Quartal ein Nettogewinn von 5,86 Milliarden Dollar beziehungsweise 1,52 Dollar je Aktie hängen. Damit wurde das Vorjahresniveau um 15% unterschritten, die Analystenerwartungen aber um Längen übertroffen. Im Vorfeld der Zahlen rechneten die Analysten nämlich nur mit einem Gewinn von 1,11 Dollar je Aktie.

Chefwechsel steht vor der Tür

Nach den starken Zahlen zum Abschluss des zurückliegenden Geschäftsjahres dürften die Anleger aber vorrangig ihren Blick auf die Zukunft richten. Zum 15. Februar wird der erfahrene Tech-Manager Pat Gelsinger den Chefposten übernehmen. Jetzt wird es spannend, wie die strategischen Weichen gestellt werden. Zuletzt hatte der Einstieg des renommierten Hedgefondsmanagers Daniel Loeb für Aufsehen gesorgt. Er sammelte für 1 Milliarde Dollar Intel-Aktien ein, was rund 10% seiner gesamten verwalteten Vermögenswerte entspricht. Gleich nach seinem Einstieg nahm der als Aktivist bekannte Manager Kontakt zur Intel-Führungsebene auf und machte Druck.

Geht es nach Loeb, soll Intel in Erwägung ziehen, seine Sparte für die Chipfertigung abzustoßen und so von der Abteilung für die Entwicklung und den Vertrieb von Chips zu trennen. Dadurch soll das Unternehmen besser in der Lage sein, seine Strategie in der Chipfertigung an die Interessen der Kunden anzupassen. Intel soll außerdem neue Lösungen schaffen, um US-Firmen wie Apple, Microsoft, Amazon & Co als Kunden zurückzugewinnen, um deren Chips zu produzieren.

Spannend bleibt es damit allemal. Vor allem weil die Intel-Aktie nach der schwachen Entwicklung im letzten Jahr weiterhin zu den günstigen Aktien aus dem Chipsektor gehört.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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