Intel: Milliardenschwere Aktienrückkäufe und Top-Zahlen

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Der amerikanische Chip-Konzern Intel legt überzeugende Zahlen vor, kauft mehr eigene Aktien zurück und ist noch dazu günstig bewertet. (Foto: Alexander Tosltykh / shutterstock.com)

Am Aktienmarkt erleben wir in diesen Tagen eine Art Käuferstreik. Viele Privatinvestoren und Fondsmanager halten sich mit Käufen zurück. Doch eine Käufergruppe investiert aktuell so viel Geld in Aktien wie nie zuvor; speziell in den USA. Die Unternehmen kaufen massiv eigene Aktien zurück. Die klare Botschaft: Unsere Aktien sind viel zu günstig!

Heute im Schlussgong ein aktuelles Beispiel für Sie: Der Vorstand des Chip-Spezialisten Intel hat bekannt gegeben, dass das genehmigte Aktienrückkaufprogramm um weitere 15 Mrd. US-Dollar angehoben werden soll.

Darüber hinaus meldete Intel einen Quantensprung beim neuen Mobilfunkstandard 5G. Demnach sollen die Auslieferungen von 5G-Modems um ein halbes Jahr vorgezogen werden, was sich positiv auf den Geschäftsausblick 2019/2020 auswirken dürfte.

Doch damit nicht genug: Auch die jüngsten Quartalszahlen sind sehr gut ausgefallen und der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr wurde angehoben.

Intel-Aktie günstig bewertet

In der Technologiebranche gab es zuletzt einige Bewertungen, die fundamental nicht mehr zu rechtfertigen waren. Da wurde Phantasie, nicht die Realität gehandelt. Gleichzeitig können Sie aktuell aber auch einen stark wachsenden Weltmarktführer mit einem KGV von knapp über 10 günstig einsammeln. Die Rede ist von Intel.

Intel hat überragende Quartalszahlen präsentiert und damit die Börsenerwartungen klar übertroffen. Intel steigerte den Umsatz um 19% auf 19,16 Mrd. US-Dollar. Es handelte sich dabei sogar um den höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte! Positiv ist auch, dass sich das Umsatzplus über alle Sparten des Konzerns erstreckt. Mit Ausnahme eines Unternehmensbereichs erzielten sogar alle Bereiche neue Rekordumsätze.

Der operative Gewinn ist deutlich überproportional zum Umsatz um 43% auf 7,35 Mrd. US-Dollar gestiegen. Intels Nettogewinn ist um 42% auf 6,40 Mrd. US-Dollar geklettert. Dabei half auch, dass Intel seine Steuerrücklagen trotz des deutlich angewachsenen operativen Ergebnisses beinahe halbieren konnte.

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Im 3. Quartal des Vorjahres hatten sich diese noch auf 1,41 Mrd. US-Dollar summiert, diesmal waren es lediglich 744 Mio. US-Dollar. Ursächlich dafür ist die Steuerreform in den USA, die US-Präsident Donald Trump initiiert hat.

Steigende Gewinne, niedrigere Steuern und Aktienrückkäufe mit einem Volumen von 8,46 Mrd. US-Dollar sorgten dafür, dass der Gewinn je Aktie auf 1,38 US-Dollar nach oben geschossen ist. Das bedeutet ein Plus von 47% und zugleich einen weiteren Rekord im aktuellen Zahlenwerk von Intel.

Ausblick angehoben

Aufgrund der sehr starken Zahlen für das 3. Quartal des laufenden Jahres hat der Chip-Konzern Intel den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2018 angehoben. Das Intel-Management erwartet nun einen Jahresumsatz von 71,2 Mrd. US-Dollar.

Der Gewinn je Aktie soll auf 4,53 US-Dollar steigen. Beide Werte liegen über den Analysten-Erwartungen und hätten damit ein Kursfeuerwerk auslösen sollen. Doch es folgte zunächst eine Korrekturphase.

Zum einen kann Intel ein margenstarkes Neuprodukt erst 2019 ausliefern, zum anderen belasten Ängste, dass der Handelsstreit USA/China den Chip-Markt negativ beeinflussen könnte. Aus meiner Sicht sind das zwei temporäre Probleme, die sich spätestens Anfang 2019 auflösen werden.

Mit dem jetzt angekündigten riesigen Aktienrückkaufprogramm sorgt Intel dafür, dass die Nachfrage nach Intel-Aktien auch in den kommenden Monaten hoch bleibt. Gleichzeitig müssen der Gewinn und die Dividendensumme auf immer weniger Aktien verteilt werden. Das macht die Aktie auch für Sie als Privatanleger noch attraktiver.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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