Intel: Starke Quartalszahlen treiben Aktie auf den höchsten Stand seit 2000

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Intel: Chip-Gigant feiert eindrucksvolles Comeback. Aktie klettert nach überraschend starken Zahlen auf neues Allzeithoch (Foto: StockStudio / shutterstock.com)

Tot gesagte leben länger. Während Intel in den zurückliegenden Monaten mit Lieferschwierigkeiten und Sicherheitslücken zu kämpfen hatte, konnten die Anleger nach den präsentierten Zahlen zur Geschäftsentwicklung aufatmen. Sowohl beim Umsatz, als auch beim Gewinn konnte der Technologiekonzern aus Santa Clara in Kalifornien neue Rekorde erreichen.

Entsprechend euphorisch reagierten die Anleger und trieben die Aktie mit einem Kursplus von 8% auf das höchste Niveau seit der Jahrtausendwende.

Intel im Portrait

Intel ist ein weltweit agierendes Unternehmen im Bereich Halbleiterchips. Intel entwickelt fortschrittliche digitale Technologielösungen und versorgt die Computer- und Kommunikationsbranche mit Halbleiter-Speicherchips, Schaltkreisen, Speicherplatten, -karten und -systemen sowie mit Mikroprozessoren. Darüber hinaus ist der Chip-Hersteller in der Entwicklung von Plattform-Lösungen tätig, die als integrierte Hard- und Software-Computing-Technologien definiert sind, und bietet Kunden in diesem Zusammenhang ergänzende Services an. Hinzu kommen Produkte und Services aus dem Bereich Security. Für 16,7 Milliarden US-Dollar schluckte Intel 2015 den Rivalen Altera.

Analystenprognosen um Längen geschlagen

Mit starken Zahlen zum vierten Quartal meldete sich der Halbleiterriese zurück. Während der Gewinn um 8% auf 20,2 Milliarden Dollar auf ein neues Rekordniveau kletterte, schoss der Gewinn deutlich überproportional um 33% auf 6,9 Milliarden Dollar in die Höhe. Je Aktie blieb ein Gewinn von 1,58 Dollar übrig. Damit wurden die Markterwartungen signifikant übertroffen. Beim Umsatz lag Intel 980 Millionen Dollar (+5%) über den Analystenschätzungen – beim Gewinn je Aktie waren es sogar 35 Cent (+28%).

Auch im Gesamtjahr ließt der Technologiekonzern die Rekorde purzeln: Insgesamt gingen Umsätze in Höhe von 72 Milliarden Dollar durch die Bücher (+2%) und damit wie noch nie in der kompletten Firmengeschichte. Gleichzeitig fuhr Intel ein Gewinn von 21 Milliarden Dollar ein, was einer Gewinnspanne von 29,16% entspricht.

Prozessoren für Rechenzentren sorgen für starken Rückenwind

Dabei zeigte sich zuletzt vor allem das Geschäft mit Prozessoren für Rechenzentren stark. In diesem Segment legte der Umsatz im Schlussquartal um 19% auf 7,2 Milliarden Dollar zu. Da immer mehr Anwendungen in die Cloud wandern, ist der Hunger deren Betreiber nach Server-Chips groß. Inzwischen steuert das Geschäft 35,6% zu den Gesamterlösen und mit 3,47 Milliarden Dollar rund 50% zum Konzerngewinn bei.

Bei PC-Chips gab es ein leichtes Umsatzplus von 2% auf zehn Milliarden Dollar, allerdings ist auch dieser Bereich mit einem Gewinn von 4,08 Milliarden Dollar hochprofitabel.

Mobileye-Zukauf kommt ins Laufen

Auch beim 15,3 Milliarden Dollar schweren Mobileye-Zukauf (2017) ging es zuletzt, wenn auch von niedrigem Niveau, deutlich vorwärts. Insgesamt erwirtschaftet der Anbieter von Assistenz- und Kamerasystemen im vierten Quartal ein Umsatzplus von 31% auf 240 Millionen Dollar. Anfang Januar kündigte das israelische Unternehmen den Aufbau eines Robotertaxi-Dienstes in Daegu City, Südkorea, an. Dies ist das jüngste Beispiel für die Strategie des Unternehmens, über sein traditionelles Geschäft der Belieferung von Automobilherstellern mit Computer-Vision-Technologie, die fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme betreibt, hinaus zu expandieren.

Konzernführung blickt optimistisch in die Zukunft

Auch für 2020 erwartet Intel weiteres Wachstum. Der Umsatz soll bei 73,5 Milliarden Dollar liegen und damit rund 1,5 Milliarden Dollar über den bisherigen Analystenschätzungen. Im ersten Quartal 2020 erwartet Intel einen Umsatz von 19 Milliarden Dollar und damit 18% mehr als im Vorjahr.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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