Internet-Dino muss sich neu erfinden

Seit Marissa Mayer Chefin bei Yahoo ist, ist der Internet-Konzern der ersten Stunde zu einem Liebling der Medien geworden. Doch während Google und Apple mit Innovationen und Marktanteilen glänzen, hat Yahoo bisher nur bei einigen Beteiligungen überzeugt.

Der Rest ist gespanntes Warten darauf, ob es die engagierte Mayer schafft, das Ruder bei Yahoo noch einmal rum zu reißen. Das erste Quartal 2015 bescherte dem Unternehmen bereits einen Gewinneinbruch um 93% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Auch der Umsatz gab um 5% auf 1,04 Mrd Dollar nach. Doch ist das mehr als nur eine Momentaufnahme? Yahoo! Inc. bietet Internetdienstleistungen in den Bereichen Medien, Kommunikation, Information und Shopping an. Das Unternehmen war der erste Anbieter von Internet-Suchmaschinen.

Der Konzern verfügt über 680 Mio Nutzer und ist in 43 Ländern präsent. Jedoch ist Yahoo gegenüber Google zunehmend zurückgefallen, sodass über eine Neuausrichtung des Konzerns nachgedacht wird.

Alibaba-Beteiligung als Glücksfall

Yahoo konnte uns schon 2014 nicht überzeugen und musste im abgelaufenen Jahr einen Umsatzrückgang von 1,3% auf 4,6 Mrd $ hinnehmen. Im operativen Geschäft konnten nicht die gewünschten Erfolge erzielt werden. Die Konkurrenz ist zu stark. Die Kosten sind zu hoch.

Zwar konnte Yahoo im Kampf um die beliebteste Suchmaschine im Internet etwas zum Marktführer Google aufschließen, doch der Konkurrent liegt derzeit noch meilenweit vorn. Die leichte Verbesserung im Suchmaschinen-Geschäft konnte die schlechtere Entwicklung in der Display-Produktion nicht ausgleichen.

Insgesamt brach der operative Gewinn im abgelaufenen Jahr um 75,8% auf 158 Mio $ ein. Schlimmer hätte es kaum kommen können. Yahoo muss sich umstrukturieren, um wieder auf Erfolgskurs zu kommen. Die ersten Schritte sind bereits getan.

Die Beteiligung an der größten IT-Firmengruppe Alibaba hat Yahoo unterm Strich noch einen unerwarteten Sondergewinn beschert.

Alibaba ging im September an die Börse. Das hat zu einer positiven Neubewertung in der Bilanz geführt. Auf diese Weise kam auch der hohe Gewinn von 7,5 Mrd $ zustande.

Yahoo: Nicht mehr als Durchschnitt

Jetzt plant Yahoo sogar die bestehenden Anteile von der Alibaba-Gruppe abzuspalten und als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Die Verhandlungen mit der Geschäftsführung von Alibaba laufen und scheinen ein vielversprechendes Ende zu nehmen. Mit einem Bilanztrick könnte Yahoo Steuern in Milliardenhöhe sparen.

Allerdings muss Yahoo auch sein operatives Geschäft wieder ankurbeln. Dazu soll kräftig in die App-Entwicklung investiert werden. Wir sind zuversichtlich und erwarten eine durchschnittliche Kursentwicklung – mehr ist bei Yahoo derzeit leider nicht drin.

30. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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