Investieren in den Kampf gegen Krebs

Arzneimittel sind für Investoren ein interessantes Feld. Einerseits wächst die Weltbevölkerung und immer mehr Menschen fragen Medikamente nach. Andererseits altern vor allem in Industrieländern die Gesellschaften und immer mehr spezialisierte Medikamente gegen Bluthochdruck oder Diabetes werden notwendig.

Innovative Pharmaunternehmen können von diesen Trend profitieren. Gerade in der Schweiz gibt es einige interessante Vertreter. Einer davon ist Novartis. Novartis entstand 1996 aus der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz und ist heute ein weltweit führender Pharmakonzern.

Novartis ist in 5 Sparten tätig: Pharmaceutika (patentgeschützte Arzneimittel), Alcon (Augenheilkunde), Sandoz (Generika), Consumer Health (Produkte für die Selbstmedikation und Tiermedizin) sowie Impfstoffe und Diagnostika.

Novartis braucht Nachschub aus der Produkt-Pipeline

Novartis hat im 3. Quartal positiv überrascht. Im fortgeführten Geschäft stieg der Umsatz um 2,3% auf 13 Mrd $ und der Gewinn um 44,4% auf 3,2 Mrd $. Profitiert hat der Konzern zum einen von einem Sonderertrag aus dem Verkauf der Idenix-Beteiligung an Merck & Co., aber auch von Kostensenkungen.

Wachstumstreiber waren die Produkte von Alcon, die um 5% auf 2,7 Mrd $ wuchsen, sowie die Generika von Sandoz mit einem Plus von 5,6% auf 2,4 Mrd $. Die Pharma-Sparte lag mit 7,9 Mrd $ auf Vorjahresniveau.

Die Erlöse mit dem Bluthochdruck-Mittel Diovan, dessen Patent abgelaufen ist, brachen um die Hälfte ein. Und das Hauptmedikament Glivec gegen Leukämie, das 2016 seinen Patentschutz verliert, gewann nur noch 7%.

Novartis braucht also dringend Nachschub. Eine zentrale Rolle spielt dabei ein neues Medikament gegen chronische Herzschwäche mit der Bezeichnung LCZ696. In Europa und den USA leiden rund 20 Mio Menschen an dieser Krankheit. Entsprechend groß ist das Potenzial.

Novartis selbst erwartet jährliche Umsätze von 2 bis 5 Mrd $. Die optimistischsten Schätzungen liegen bei 8 bis 10 Mrd $. Novartis will noch 2014 die Zulassung in Europa und den USA beantragen. Die Markteinführung könnte dann im 3. Quartal 2015 erfolgen.

Starke Kooperation bei Krebsmedikament

Nach dem Verkauf der Konsumprodukte und Impfstoffe konzentriert sich Novartis verstärkt auch auf Krebsmedikamente. Vielversprechend ist die Entwicklung einer Immuntherapie zur Bekämpfung von Lungenkrebs zusammen mit Bristol-Meyers Squibb.

Der Konzernumbau scheint sich auszuzahlen. Die Zulassung von LCZ696 sollte einen weiteren Kursschub auslösen. Diese Punkte auf der Positiv-Seite überwiegen aus unserer Sicht auch die auslaufenden Patente und die bereits ambitionierte Bewertung. Anleger sollten sich die Aktie von Novartis genauer ansehen.

30. Dezember 2014

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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