Investieren in Nahrungsmittel – Branchenbericht Nahrung/ Genuss

Nahrungsmittel sind knapp. Nachfrage und Preise steigen, Lagerbestände werden abgebaut. Dennoch - Die Analysten der "Aktien-Analyse" zitieren ein geflügeltes Wort: "Gegessen wird immer". Auch wenn die Nahrungsmittelkonzerne mit steigenden Energie- und Rohstoffkosten kämpfen, und angesichts konjunktureller Schwierigkeiten mancher Restaurant-Tisch leer bleibt - In den Supermarkt gehen die Leute immer. Der Branchenbericht. (Foto: 360b / shutterstock.com)

Value-Investoren wissen: Gegessen wird immer

Nahrungsmittel sind knapp. Nachfrage und Preise steigen, Lagerbestände werden abgebaut. Dennoch – Die Analysten der „Aktien-Analyse“ zitieren ein geflügeltes Wort: „Gegessen wird immer“.

Auch wenn die Nahrungsmittelkonzerne mit steigenden Energie- und Rohstoffkosten kämpfen, und angesichts konjunktureller Schwierigkeiten mancher Restaurant-Tisch leer bleibt – In den Supermarkt gehen die Leute immer. Der Branchenbericht.

Teure Rohstoffe und Energiekosten belasten Nahrungsmittelkonzerne

Nahrungsmittelkonzerne kämpfen mit hohen Rohstoff- und Energiekosten: Der Preis für Koriander ist 2007 um 120% gestiegen, bei Anis und Safran sind es nahezu 50%, Rindfleischextrakt kostete 80% mehr als im Vorjahr, Oregano mehr als zweimal so viel.

Aber nicht nur die Preise für Gewürze sind gestiegen.

Auch der Preis für Weizen hat sich fast verdoppelt. Gleichzeitig schossen die Notierungen für Reis und Sojabohnen auf den höchsten Stand seit Jahrzehnten. Im Vergleich dazu sind die Preise für Vollmilch, Öle und Mais mit 15 bis 30% noch relativ moderat gestiegen. Der Trend ist ungebrochen.

Nahrungsmittel: Nachfrage steigt, Lagerbestände sinken

Das weltweite Angebot an landwirtschaftlichen Erzeugnissen ist knapp. Die gleichzeitig steigende Nachfrage drückt die Lagerbestände nach unten. Die globalen Maisvorräte sind inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit 33 Jahren, die Weizenbestände so gering wie seit 1960 nicht mehr.

Da reichen schon Missernten in einzelnen Anbaugebieten, um auf dem Weltmarkt eine gewaltige Preisschockwelle auszulösen. Doch ist es nicht nur die angespannte Angebots- und Nachfragesituation, die die Notierungen nach oben treibt. Auch die hohen Energiepreise schlagen bei der Weiterverarbeitung zu Buche.

Nahrungsmittel: Steigende Kosten belasten Markenanbieter

Diese Entwicklung lässt die Landwirte jubeln, nicht aber die Verbraucher und auch nicht die Lebensmittelkonzerne. Denn ob sie nun Milchprodukte, Backwaren, Cerealien oder Suppen verkaufen, die Kosten drücken bei Markenanbietern wie Danone, Nestlé, Campbell Soup, Heinz, Kellogg und Kraft Foods auf die Margen. Eine Abwälzung auf die Verbraucher ist wegen der starken Konkurrenz durch Discounter nur eingeschränkt möglich.

Nahrungsmittelbranche: Premiumsegment als Ausnahme

Angesichts Subprime-Krise, Konjunkturabschwächung oder drohender Rezession werden die Verbraucher preisbewusster. Eine Ausnahme bildet das Premiumsegment. So wächst Lindt & Sprüngli weiterhin profitabel. Dennoch sind die Analysten der „Aktien-Analyse“ für die wenig zyklische Nahrungsmittelbranche insgesamt nicht allzu negativ gestimmt.

Die meisten Lebensmittelaktien entwickeln sich wie der Gesamtmarkt; Lindt, Nestlé oder Barry Callebaut sogar deutlich besser.

Die US-Konzerne haben zuletzt vom Einstieg Warren Buffetts bei Kraft Foods profitiert. Denn eins ist klar: Selbst in der Rezession müssen die Menschen essen. Historische Daten der letzten 35 Jahre belegen, dass es nur einen geringen Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Nahrungsmittelkonsums und des Bruttoinlandsprodukts gibt. Eine Rezession treibt die Konsumenten aus den Restaurants, nicht aber aus den Supermärkten.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.