Investment-Klassiker mit Problemen

Wenn es um Aktion mit einer langen Geschichte und einem nachvollziehbaren Geschäftsmodell geht, fällt uns allen Coca-Cola ein. Das Konzept des Konzerns ist klar. Die Rezeptur der süßen Limonade gleicht einer Lizenz zum Gelddrucken. Weltweit wird Coca-Cola getrunken. Selbst in abgelegenen Regionen gibt es eine kalte Coke.

Doch was haben Anleger davon? Coca-Cola ist der weltgrößte Hersteller von Softdrinks und kontrolliert rund 50% des Weltmarkts für alkoholfreie Erfrischungsgetränke.

Der Konzern vertreibt 500 verschiedene Marken und 3.500 Produkte in 200 Ländern, darunter vier der fünf weltweit bekanntesten Getränkemarken (Coca-Cola, Fanta, Sprite und Schweppes). Der Abfüller Coca-Cola Enterprises wurde zwischenzeitlich vollständig übernommen.

Gesundheitsbewusstsein belastet Coca-Cola

Coca-Cola hat in den ersten 9 Monaten weniger umgesetzt und verdient. Ein Sonderertrag von 709 Mio $ im Zusammenhang mit der Monster-Beverage-Transaktion verhinderte einen stärkeren Gewinnrückgang. Das operative Ergebnis schrumpfte dagegen um 12,7% auf 7,21 Mrd $.

In fast allen Regionen hat der Konzern schlechter abgeschnitten. Lediglich in Nordamerika konnte Coca-Cola dank Preiserhöhungen leicht zulegen. Das zunehmende Gesundheitsbewusstsein bremst die Geschäftsentwicklung in den westlichen Industrieländern.

Dollarstärke dürfte belasten

Allein in den USA ist der Absatz von zuckerhaltigen Softdrinks in den letzten 10 Jahren um 14% zurückgegangen. Aber auch in Russland und Brasilien laufen die Geschäfte nicht mehr so gut. Neben der schwachen Konjunktur belastet dort der starke Dollar. Mit gesünderen Fruchtsäften, Energy Drinks und Teesorten will Coca-Cola gegensteuern.

Zudem kommt die neue Coca-Cola Life bei den Kunden gut an. Bei diesem Produkt hat der Konzern ein Drittel des Zuckers durch das pflanzliche Süßungsmittel Stevia ersetzt. Allerdings können diese Getränke die Schwäche der traditionellen braunen Brause, die den weit überwiegenden Teil des Umsatzes ausmacht, noch nicht ausgleichen.

Deshalb setzt der Konzern auch auf Sparmaßnahmen. Unter anderem mit der Zusammenlegung mehrerer großer Abfüller will Coca-Cola die jährlichen Kosten bis 2019 um 3 Mrd $ senken. Das Management hat zwar keine konkrete Jahresprognose abgegeben. Angesichts der Dollarstärke dürften Umsatz und Gewinn aber zurückgegangen sein.

Ein Wert für die Watchlist

Sie sehen, selbst eine Kult-Aktie wie Coca-Cola unterliegt einem gewissen Wandel. Cola trinken ist heute einfach nicht mehr so angesagt. Das Image des Zuckerwassers haftet Coca-Cola trotz alternativer Zutaten wie Stevia an. Trotzdem bleibt die Marke Coca-Cola stark.

Auch die Dividendenrendite von 3,2% ist ein Argument. Die Aktie von Coca-Cola mag derzeit kein Kauf sein, von der Watchlist streichen sollte man so einen Wert aber nie.

4. Februar 2016

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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