IPO: LKW-Zulieferer STS zieht es an die Börse

Die deutsche Beteiligungsgesellschaft Mutares will den LKW-Zulieferer STS Group an die Börse bringen. Hier die Details dazu. (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Am deutschen Aktienmarkt geht es in dieser Woche etwas stürmischer zu (Donald Trump hat wieder zugeschlagen), aber die fundamentalen Rahmenbedingungen sind noch immer gut. Daher streben auch neue Kandidaten auf das Börsenparkett.

In den vergangenen Wochen habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ häufiger über IPO-Themen (Börsengänge) berichtet. So sind beispielsweise in diesem Jahr schon die Fondstochter DWS der Deutschen Bank und die Siemens-Gesundheitssparte Healthineers an die Börse gegangen. Insgesamt war das IPO-Volumen zu Beginn dieses Jahres auf einem sehr hohen Niveau.

Und nun zieht es ein weiteres Unternehmen an die Börse. Die mittelständisch geprägte deutsche Beteiligungsgesellschaft Mutares will schon in wenigen Wochen den LKW-Zulieferer STS an die Börse bringen.

Details zum STS-Börsengang

Die Mutares-Tochter STS Group AG ist aus mehreren Unternehmen entstanden. STS ist nach Angaben der Mutter Mutares ein „weltweit führender Nutzfahrzeug-Systemlieferant für die Automobilindustrie für Soft- und Hard-Trim-Komponenten“.

Unter der Führung der Privatbank Hauck & Aufhäuser sowie der Mainfirst Bank als weiterem Buchführer wird ein Börsengang im sogenannten Prime Standard (höchster Standard der Deutschen Börse) angestrebt. Bereits in etwa 4 Wochen soll es soweit sein.

STS rechnet mit einem Emissionserlös aus der Platzierung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 50 Mio. Euro. Zudem will sich die Mutter Mutares von STS-Anteilen trennen – wird aber auch nach dem Börsengang Mehrheitseigentümer bleiben. Die finanziellen Mittel, die im Zuge des Börsengangs eingenommen werden, sollen vorrangig in das weitere Wachstum der STS Group investiert werden.

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STS in Zahlen

Im vergangenen Geschäftsjahr erzielte die STS Group einen Umsatz in Höhe von 425 Mio. Euro. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) lag bei 24 Mio. Euro.

Die STS Group hat insgesamt rund 2.500 Beschäftigte und verfügt nach eigenen Schätzungen über einen Auftragsbestand von 1,9 Mrd. Euro für die Jahre 2018 bis 2022. Damit sind die Auftragsbücher für das laufende und die kommenden Jahre bereits prall gefüllt, was eine gute Basis für steigende Umsätze und Gewinne liefern sollte.

Warum ich mich nicht direkt an IPOs beteilige

Wenn Sie den „Schlussgong“ oder meine Börsendienste schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich wenig davon halte, sich an Börsengängen zu beteiligen. Vielmehr empfehle ich, sich Börsenneulinge genau anzuschauen und eventuell einige Zeit nach dem Börsengang einzusteigen, wenn der eine oder andere Quartalsbericht nach dem Börsengang vorgelegt wurde und zu überzeugen wusste.

Mit dieser Einschätzung befinde ich mich übrigens in guter Gesellschaft. Denn die US-amerikanische Börsenlegende Warren Buffett hat IPOs mit Lottospielen verglichen.

Was er damit meint, ist, dass es unsinnig ist, anzunehmen, dass Sie als Anleger besser informiert seien, als die (Aktien abgebenden) Insider. Daher solle man nicht an IPOs teilnehmen und stattdessen zunächst einige Zeit den Kursverlauf ansehen und die veröffentlichten Zahlen bewerten.

Abschließend möchte ich Sie noch wissen lassen, dass ich die hier angesprochene LKW-Zuliefer-Branche für spannend halte und in meinem Börsendienst „Power-Depot“ beispielsweise auf den deutschen LKW-Zulieferer SAF Holland setze. Weitere Informationen zu SAF Holland (Kursziel etc.) finden Sie in den Wochen- und Monatsberichten des „Power-Depots“.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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