Iran als neuer Wachstumstreiber für europäische Wirtschaft

Wie die europäische Wirtschaft von der Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran profitieren wird. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute wieder leicht zulegen und kletterte auf 9.880 Punkte. Der steigende Ölpreis sorgte für Kauflaune. Das zeigt Ihnen, wie verrückt die Börse aktuell spielt. Steigende Ölpreise hätten vor 5 oder 10 Jahren den DAX unter Druck gesetzt.

Oder betrachten Sie das Beispiel Apple. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat der US-Konzern einen neuen Weltrekord aufgestellt. Noch nie in der Börsengeschichte hat ein Unternehmen innerhalb von 3 Monaten mehr Geld verdient.

Als Belohnung wird die Dividende weiter angehoben. Die Reaktion an der Börse: Der Aktienkurs fällt. Das Motto: Die Zahlen waren so gut, es kann zukünftig nur schlechter werden.

Das zeigt Ihnen: Die harten Fakten passen aktuell nicht zu den Kursentwicklungen. Es werden nur die Risiken betrachtet, nicht die Chancen. In den Börsenkursen sollten sich jedoch die Chancen und die Risiken widerspiegeln.

Ein weiteres Beispiel: In diesen Tagen geht es in den Medien zumeist nur um die tatsächlich oder vermeintlich schwächelnden Schwellenländer wie Brasilien, Russland oder China. Aus meiner Sicht ist es jedoch ein schwerer Fehler, wenn Sie nur auf die 3 genannten Schwellenländer schauen und nicht auf 2 andere Schwellenländer, in denen die derzeitige Situation eine völlig andere ist.

Es handelt sich dabei um Indien und den Iran. Auf die guten Perspektiven der indischen Wirtschaft werde ich in den nächsten Tagen hier im „Schlussgong“ eingehen. Heute widme ich mich dem Iran – und damit einem Land, das in den vergangenen Jahren quasi von der Wirtschafts-Landkarte verschwunden war und jetzt wieder zurückgekehrt ist.

Iran: Milliardenaufträge für europäische Unternehmen

Das Ende der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran ist sowohl für den Iran selbst als auch für die potenziellen Handelspartner des Landes ein wahrer Befreiungsschlag. Schon wenige Tage nach Aufhebung der Sanktionen besucht Irans Präsident Hassan Rohani dieser Tage Europa. Der Hauptgrund seiner Reise ist, die einst engen Wirtschaftsbeziehungen zu Europa wiederzubeleben.

In Italien, der ersten Station seiner Reise, hoffen Unternehmen auf Aufträge über 15 bis 17 Mrd. Euro. Auch in Paris, dem zweiten Stopp der Reise, dürften große Geschäfte angekündigt werden. Der Iran will laut Medienberichten bis zu 127 Flugzeuge des französischen Airbus-Konzerns ordern.

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Dadurch soll die völlig veraltete Flotte der staatlichen IranAir erneuert werden. Zudem planen die französischen Autobauer Peugeot und Renault Joint-Ventures im Iran. Der iranische Präsident Rohani reist aktuell mit 120 Unternehmern und Vorsitzenden staatlicher Betriebe durch Europa.

Riesige Investitionen in Öl- und Gasbranche notwendig

Allein in der Öl- und Gasbranche hat der Iran einen Investitionsbedarf von geschätzt 230 bis 260 Mrd. US-Dollar. Insgesamt rechnen Experten mit bis zu 1 Billion US-Dollar. Die Regierung in Teheran kann nach der Aufhebung der Sanktionen auf ein eingefrorenes Vermögen von rund 100 Mrd. US-Dollar zugreifen.

Zudem plant die Regierung, ihre Ölexporte auszuweiten und strebt ein Wirtschaftswachstum von 8% pro Jahr an. Letzteres dürfte allerdings aufgrund des niedrigen Ölpreises für das laufende Jahr etwas zu ambitioniert sein.

Die besten Aussichten dürften vor allem die Unternehmen im Iran haben, die schon früher (also vor den Sanktionen) in dem Land aktiv waren und dazu beitragen könnten, die veraltete und teils marode Infrastruktur zu modernisieren. Dazu zählen auch einige Unternehmen aus Deutschland.

Der DAX-Konzern Daimler rechnet sich sehr gute Chancen bei der Modernisierung der ebenfalls veralteten LKW-Flotte aus und kann im Iran mit einem Auftragsboom rechnen.

Auch in anderen Branchen werden demnächst große Investitionen getätigt werden, von denen viele europäische Unternehmen profitieren. Daher gilt: Die aktuell schwächelnde Nachfrage aus Brasilien, Russland und China wird durch den Investitionsboom aus dem Iran und das dynamische Wachstum in Indien abgemildert bzw. aufgefangen.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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