Iran-Fantasie lockt Anleger

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Total hat in Iran einen Fuß in der Tür. Ob der Öl-Multi davon profitieren kann und welche Rolle der Ölpreis spielt, lesen Sie hier. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Waren Sie schon mal in Iran? Seitdem die Sanktionen gegen das Mullah-Regime aufgehoben wurden, erfährt das Land mehr Aufmerksamkeit. Geschichten von freundlichen Menschen, einer im Rahmen der Möglichkeiten aufgeschlossenen Jugend und einer reichen Kultur wecken in vielen Menschen die Sehnsucht.

Auch die Ölindustrie blickt sehnsüchtig nach Iran. Das Ende der Sanktionen verspricht gute Geschäfte. Ein möglicher Profiteur könnte Total sein.

Gewinne schrumpfen

Total ist weltweit der fünftgrößte Erdölkonzern und die Nummer 3 in Europa. Die Aktivitäten decken alle Aspekte der Energieindustrie ab und umfassen die Exploration und Förderung (Upstream) sowie die Weiterverarbeitung und den Vertrieb von Öl und Erdgas (Downstream).

Daneben ist das Unternehmen in der Petrochemie tätig.  Total hat den Ölpreisrückgang relativ gut verkraftet. 2015 ging der Umsatz um 30% zurück, dagegen stieg der Gewinn um 20%. Im Vorjahr belasteten Abschreibungen von 6,5 Mrd $ in Nordamerika die Ergebnisentwicklung.

Aber auch auf bereinigter Basis schrumpfte der Gewinn nur um 18% auf 10,5 Mrd $. Die Fördermenge stieg um 9,4% auf 2,35 Mio Barrel täglich. Neun neue Projekte gingen an den Start.

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Die nachgewiesenen Öl- und Gasreserven erhöhten sich leicht auf 11,58 Mrd Barrel und haben eine Reichweite von mehr als 13 Jahren. Die Reserveersatzrate erreichte gute 107%. Im Upstream-Geschäft entstand ein operativer Verlust von 1,2 Mrd $, denn der durchschnittlich erzielte Ölpreis brach um 47% auf 47,40 $ pro Barrel ein.

Iran-Perspektive gut für die Aktie

Im Bereich Raffinerie/Chemie verdiente Total 5,2 Mrd $. Im Vorjahr stand unter dem Strich noch ein Verlust von 1,2 Mrd $. Auch der Marketing-Sparte gelang mit einem operativen Gewinn von 1,47 Mrd $ die Rückkehr aus den roten Zahlen.

Der 22%ige Rückgang der Mittelzuflüsse aus dem operativen Geschäft zwingt den Konzern aber zur Fortsetzung des Sparkurses. Um Dividendenkürzungen zu vermeiden, werden die Investitionen in diesem Jahr um 17% auf 19 Mrd $ gekürzt. Zudem werden wie im Vorjahr Randaktivitäten im Wert von 4 Mrd $ verkauft.

Weitere Maßnahmen sollen die operativen Kosten bis 2017 um insgesamt 5,4 Mrd $ reduzieren. Stellenstreichungen sind aber nicht geplant. Die tägliche Öl- und Gasproduktion soll 2016 um 4% und danach bis 2019 um jährlich 5% steigen.

Langfristig verspricht die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran gute Geschäfte. Hinzu kommt die attraktive Dividendenrendite von 6,1%. Im Öl-Geschäft ist Total eine der wenigen Aktien, die interessant sind. Für Euphorie gibt es aber dennoch keinerlei Gründe.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.