iRobot-Aktie: Firmenboss warnt vor Handelszöllen

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Warum der Saugroboterspezialist iRobot zum Opfer von Trumps Handelszöllen werden könnte. Firmenboss hofft auf ein baldiges Ende der Streitigkeiten. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

In den zurückliegenden Jahren gab es einen regelrechten Hype um Aktien aus Trendthemen wie Automatisierung und Robotik. Hiervon profitierte auch der Konzern iRobot, der Weltmarktführer für Saugroboter. In der Spitze kletterten die Papiere des US-Konzerns von 27 Dollar in 2015 bis auf knapp 120 Dollar im vergangenen Herbst. Allerdings ging auch die Marktkorrektur und vor allem die Schwäche bei den Technologieaktien nicht spurlos an dem Roboterhersteller vorbei. Im Dezember korrigierte die Aktie bis auf unter 80 Dollar bevor eine leichte Gegenbewegung einsetzte.

iRobot mit beeindruckendem Marktanteil

Die in Bedford/USA ansässige iRobot gilt als einer der Pioniere für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen. Mit einem Marktanteil von z. T. über 60% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer.

Analysten erwarten deutliches Marktwachstum

Auch wenn iRobot der mit Abstand größte Player ist und mittlerweile über 20 Millionen Einheiten verkauft hat, ist der Markt noch lange nicht gesättigt. Davon gehen zumindest die Marktforscher von Markets Research Private aus. Sie bescheinigen der Branche weiterhin satte Zuwachsraten von jährlich 24% bis 2023.

Momentan ist der Markt noch stark Nordamerika-lastig. Doch auch in Europa und zunehmend dann auch in Asien werden die kleinen Helfer in immer mehr Haushalten eingesetzt werden.

Starkes drittes Quartal

Ein Blick auf die Geschäftsentwicklung des US-Konzerns zeigt Ihnen das dynamische Wachstum der Gesamtbranche. Im letzten Geschäftsjahr kletterten die Umsätze um 34% auf 884 Millionen Dollar. Auch im aktuell letzten Berichtsquartal (bis September 2018) hielt der Trend an: iRobot legte beim Umsatz von 205,4 auf 265,5 Millionen Dollar zu. Zeitgleich sprang das Nettoergebnis auf 32 Millionen Dollar in die Höhe (+45% zum Vorjahresquartal).

Gewinnprognose zweimal erhöht

Auf Grund der guten Geschäftsentwicklung hatte der Konzern bereits zweimal die Prognose für das mittlerweile abgelaufene Geschäftsjahr erhöht (24. Juli und 23. Oktober). Stand heute sollte der Umsatz zwischen 1,08 und 1,09 Milliarden Dollar erreicht haben, was einem Zuwachs von 22-23% entspricht. Beim Gewinn je Aktie rechnet die Konzernführung mit einer Spanne zwischen 2,55 und 2,75 Dollar je Aktie. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahr wurde ein Gewinn von 1,77 Dollar je Anteilsschein erwartet.

Handelszölle könnten zum Problem werden

Bislang hatte iRobot nur einen überschaubaren negativen Effekt aus den Zollstreitigkeiten. Das könnte sich allerdings ändern, wenn der Handelskonflikt nicht bald beigelegt wird. Sie müssen wissen: US-Präsident Donald Trump hat Zölle in Höhe von 25% angekündigt, die auch iRobot treffen würden, da der Konzern in China produziert und die Waren in die USA importiert. Wenn die Zölle in Kraft treten, wird laut Firmenboss Colin Angle das Unternehmen die Preise in den USA entsprechend anheben müssen. Dies wird sich unweigerlich negativ auf die Absatzentwicklung auswirken.

Analysten zeigen sich zurückhaltend

Aktuell ist damit eine Patt-Situation erreicht. Momentan wird der Konzern mit etwas mehr als dem 30-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet. Das ist zwar deutlich günstiger als zu Spitzenzeiten, spiegelt aber auch die Unsicherheit im Handelsstreit wider. Immerhin erzielt der Konzern noch rund 60% seiner Gesamtumsätze in Nordamerika. Die Auswirkungen könnten also beträchtlich sein.

Die Analysten stufen den Titel momentan uneinheitlich ein. Die Hälfte der Experten hat ein Kauf-Rating auf der Aktie, während die andere Hälfte darin nur eine Halteposition sieht. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 98,57 Dollar rund 14% über dem aktuellen Kursniveau.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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