Irobot-Aktie: Pionier für Haushaltsroboter will mit Luxusmodell den Markt aufmischen

Die wenigsten von Ihnen ist das Unternehmen iRobot wahrscheinlich ein Begriff. Dabei handelt es sich bei dem US-Konzern immerhin um den weltweiten Marktführer bei Saug- und Wischrobotern. Aber nicht nur für Menschen mit Aversionen gegen Hausarbeit ist das Unternehmen interessant.

Auch für Anleger ist die Firma durchaus spannend, verkörpert sie doch einen sogenannten Pure Play im hochgehandelten Robotik-Markt (d.h. 100% der Umsätze werden mit Robotik-Produkten erzielt).

Bereits im Jahr 1990 von Robotik-Spezialisten am MIT gegründet entwickelte sich das Wachstum rasant. Immerhin kletterten die Erlöse von 13,5 Millionen Dollar in 2001 auf zuletzt 556 Millionen Dollar.

iRobot setzt auf breites Spektrum von Haushaltsrobotern

Über die Jahre hat sich der Technologiekonzern ein breites Produktportfolio im Bereich der Haushaltsroboter aufgebaut. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba.

Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich unter anderem der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen.

Geschäft mit Sicherheitslösungen wird verkauft

Aber nicht nur private Haushalte und Firmen sind Kunden des Konzerns. Auch das Militär und die Polizei bedienen sich bei iRobot. Die kampferprobten Roboter kommen überall dort zum Einsatz, wo die Gefahr für Menschen zu groß ist.

Weltweit wurden mehr als 5000 Roboter an militärische und zivile Sicherheitsorgane ausgeliefert. Gefährliche Suchaufträge, Bombenentschärfungen oder Aufklärungseinsätze bilden das Gro der Einsatzbereiche.

Jetzt wird der Geschäftsbereich für bis zu 45 Millionen Dollar an Arlington Capital Partners verkauft. Die genaue Summe hängt vom Erreichen bestimmter Meilensteine ab. Mit dem Deal fokussiert sich iRobot vollkommen auf den gewinnträchtigeren Bereich mit Haushaltsrobotern.

Neue Saugroboter soll Umsatzschub bringen

Im hart umkämpften Markt setzen die Amis vor allem auf Innovation. Unterm Strich investiert das Unternehmen gut 13% der Umsätze in die Weiterentwicklung der Produkte.

In den ersten neun Monaten flossen damit 55 Millionen Dollar in die eigene Forschungsabteilung. Das aktuelle Top-Modell (Roomba 980) wird gerade in der Schweiz eingeführt, in den USA ist er schon länger auf dem Markt.

Das Spitzenmodell legt parallel zu seinen täglichen häuslichen Pflichten (Ecken fegen, Staubsaugen, Tierhaare aufsammeln, vor Treppen zurückschrecken) eine detaillierte Karte seiner Umgebung an.

Zugleich variiert er die Saugleistung je nach Untergrund. Selbstredend kann das Modell auch über eine App gesteuert werden, wenn man beispielsweise nicht zu Hause ist.

Weiteres Wachstum in Sicht

Für das Gesamtjahr geht der Konzern von einem Anstieg der Erlöse auf 610 bis 615 Millionen Dollar aus (+9,5 bis 10,5% zum Vorjahr). Der Gewinn je Aktie soll im Gegenzug auf 1,35 bis 1,40 Dollar klettern (Vorjahr: 1,28 Dollar).

Mit den Gewinnen und dem Verkaufserlös steigt die Liquidität des Konzerns weiter an. Ohnehin sind bereits 22% der Marktkapitalisierung über Cash (8 Dollar je Aktie) abgedeckt.

Darüber hinaus bleibt es spannend zu sehen, wie der aktivistische Aktionär Red Montain (hält 6,1% der Anteile) weiter vorgeht. Mit dem Verkauf des Verteidigungsgeschäfts hat er zumindest schon einen Teil seiner Forderungen durchgeboxt. Das nächste Projekt dürfte der Einzug in den Aufsichtsrat sein.

8. Februar 2016

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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