iRobot-Aktie: Weltmarktführer für Saugroboter pulverisiert Analystenschätzungen

Der Weltmarktführer für Saugroboter iRobot pulverisiert die Analystenschätzungen. Die Aktie springt deutlich an. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Die Ergebnisse von iRobot, dem Weltmarktführer für Haushaltsroboter, haben die Anleger komplett auf dem falschen Fuß erwischt. Eine unerwartet hohe Nachfrage nach den schlauen Haushaltshelfern hat dem US-Konzern ein Rekordquartal beschert. Auch wenn die Konkurrenz zunimmt, zeigt sich die Konzernführung mehr als zuversichtlich und hebt sogleich die Jahresprognose an.

Die Aktionäre jubelten und trieben die Aktie mit einem Kursplus von zwischenzeitlich 20% deutlich nach oben. Am Ende gingen die Papiere mit einem Zugewinn von 14% aus dem Handel.

iRobot mit beeindruckendem Marktanteil

Die in Bedford/USA ansässige iRobot gilt als einer der Pioniere für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen. Mit einem Marktanteil von z. T. über 60% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer.

Gewinn klettert um 37% nach oben

Viele Marktteilnehmer hatten befürchtet, dass der an Schärfe gewinnende Wettbewerb bereits im letzten Quartal für Bremsspuren sorgt. Immerhin haben Vorwerk und Ecovacs konkurrenzfähige und zum Teil deutlich günstigere Produkte auf den Markt gebracht. Doch von Schwäche bislang keine Spur. Der Umsatz von iRobot verbesserte sich im zweiten Quartal von 183,1 auf 226,3 Millionen Dollar. Das entspricht immerhin einem Zuwachs von 23,6%.

Noch erfreulicher sah die Gewinnentwicklung aus. Während der operative Gewinn auf 13,4 Millionen Dollar kletterte (+226,8%) blieben je Aktie 37 Cent und damit 37% mehr übrig als im Vorjahresquartal. Damit wurden die Analystenschätzungen regelrecht vom Tisch gefegt. Die Experten waren im Vorfeld nur von einem Gewinn in Höhe von 18 Cent je Anteilsschein ausgegangen.

Gewinnspanne ausgeweitet

Der Blick auf die Entwicklung der Gewinnmargen dürfte die Anleger dabei besonders gefreut haben. Während die Kosten um einen Prozentpunkt reduziert werden konnten, erhöhte sich die Bruttomarge gleich um 3 Prozentpunkte auf 52%. Trotz zunehmendem Wettbewerb zog der durchschnittliche Verkaufspreis der Saug- und Wischroboter um 3,6% auf 285 Dollar an. Auf die Regionen bezogen zeigt sich folgendes Bild: Im hart umkämpften Heimatmarkt USA verbesserten sich die Umsätze um 15%, während der internationale Absatz um 34% nach oben sprang.

Jahresprognose nach oben geschraubt

Dass es sich bei der Entwicklung um keine Eintagsfliege handelt, zeigt Ihnen die Zuversicht des Firmenchefs Colin M. Angle, der mit Vorlage der Zahlen auch gleich die Jahresplanung nach oben geschraubt hat. Beim Umsatz erwartet Angle 1,05 bis 1,08 Milliarden Dollar (+20-22%). Beim Gewinn je Aktie sollen jetzt 2,3 bis 2,5 Dollar (+29-41%) hängen bleiben. Vorher war der Konzern noch von einem Jahresumsatz von 1,05 bis 1,08 Milliarden Dollar und einem Gewinn je Aktie von 2,15 bis 2,40 Dollar ausgegangen.

Kursziel der Analysten bereits erreicht

Nach der jüngsten Kursrally ist das Kursziel der Analysten (81,33 Dollar) bereits überschritten worden. Die Experten rechnen auch im nächsten Jahr mit einem Gewinnanstieg auf 3,11 Dollar je Akte (+29%). Damit ergäbe sich ein aktuelles Kurs-Gewinn-Verhältnis von 29 für dieses Jahr und 23 für das kommende Geschäftsjahr.

Nachdem iRobot nun zwei Quartale in Folge die Erwartungen schlagen konnte, haben sich die Sorgen der Anleger erst einmal beruhigt. Ob sich daraus allerdings deutliches Kurspotenzial ergibt, bleibt abzuwarten. Der jüngste Kurssprung eskomptiert bereits ein gutes Maß an Optimismus. Fest steht, dass auf mittlere Sicht ein Marktanteilsverlust des Platzhirschs unumgänglich ist. Wie stark dieser ausfällt dürfte maßgeblich für die weitere Kursentwicklung sein.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.