iRobot-Aktie: Weltmarktführer für Saugroboter trotz starker Zahlen auf Tauchstation

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Der Weltmarktführer für Saugroboter iRobot entpuppt sich als Krisenprofiteur. Die Umsatz- und Gewinnentwicklung liegt massiv über den Erwartungen. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Ein fulminantes Comeback feierte gestern die Aktie des Saugroboterspezialisten iRobot seit der Kurskorrektur im März. Vom Tief bei 28 Dollar schoss die Aktie bis auf 96 Dollar vor den Quartalszahlen in die Höhe. Doch nach Vorlage der Geschäftsergebnisse sackten die Papiere um 13% in den Keller. Dabei waren nicht nur die aktuellen Ergebnisse deutlich über den Erwartungen. Auch die Jahresprognose wurde deutlich nach oben geschraubt.

iRobot mit beeindruckendem Marktanteil

Bevor ich Ihnen die aktuellen Zahlen im Detail vorstelle, noch ein paar Sätze zum Geschäftsmodell des US-Konzerns: Die in Bedford/USA ansässige iRobot gilt als einer der Pioniere für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen. Mit einem Marktanteil von z. T. über 60% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer.

Umsatzschätzungen um 31% übertroffen

Fürchteten die Anleger zu Beginn der Corona-Krise noch einbrechende Geschäfte, entpuppt sich iRobot immer stärker als Profiteur der Pandemie. Im zurückliegenden dritten Quartal kletterten die Umsätze um 43% auf 413,1 Millionen Dollar in die Höhe. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten waren im Vorfeld der Berichterstattung lediglich von 314,67 Millionen Dollar ausgegangen.

Besonders erfreulich: Die hochpreisigen Robotermodelle mit einem Verkaufspreis von über 500 Dollar zeigten sogar ein Umsatzplus von 86% beziehungsweise ein Wachstum bei den verkauften Stückzahlen um 36%. Der Verkaufsschlager blieb weiterhin der Saugroboter Roomba, der für 89% der Gesamtumsätze verantwortlich war. Der Rest ging auf das Konto des Wischroboters Braava.

70% der Umsätze wurden online erzielt

Regional zog der Umsatz in allen Bereichen spürbar an: In den USA lag das Wachstum bei 75%, im EMEA-Bereich (Europa-Mittlerer Osten-Afrika) bei 22% und in Japan bei 12%. Vor allem die Umsätze über das Internet stiegen um 70% deutlich. Inzwischen machen die Online-Umsätze bereits 60% der gesamten Konzernerlöse aus. Dabei wurden 35 Millionen Euro an Umsatz über die eigene Homepage erzielt, ein Anstieg von 135% im Jahresvergleich.

Gewinnmarge zieht deutlich an

Ein ähnliches positives Bild zeigt sich bei der Gewinnentwicklung: Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 93,25 Millionen Dollar hängen. Das lag deutlich über dem vergleichbaren Vorjahresquartal (35,53 Millionen Dollar). Je Aktie erhöhte sich der Gewinn von 1,24 auf 3,27 Dollar. Die Analysten hatten im Schnitt mit 1,58 Dollar deutlich weniger erwartet.

Ausblick nach oben geschraubt

Auch für den restlichen Jahresverlauf rechnet Firmenboss Colin Angle mit guten Geschäften. Seit Ende April haben sich die Erwartungen des Konzerns für 2020 sukzessive verbessert. Inzwischen werden Umsatzerlöse zwischen 1,365 bis 1,375 Milliarden Dollar angepeilt. Dies entspräche einem Wachstum von 12 bis 13%. Die Erwartungen implizieren einen Umsatz im Schlussquartal von 480 bis 490 Millionen Dollar. Das wäre ein Plus von 12 bis 15% im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Insbesondere bei der Profitabilität fällt der neue Ausblick für 2020 wesentlich positiver aus als bisher. Das bereinigte operative Ergebnis soll statt 55 bis 75 Millionen Dollar nun zwischen 125 bis 130 Millionen Dollar liegen. Beim bereinigten Gewinn erwartet das Unternehmen zwischen 3,43 und 3,53 Dollar je Aktie. Damit wird der Konzern an der Börse derzeit mit dem 24-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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