iRobot: Börsenwert schmilzt nach Gewinnwarnung drastisch zusammen

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iRobot-Aktie: Spezialist für Saugroboter kappt die Prognose. Aktie setzt Talfahrt weiter fort. (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Der Höhenflug der Aktie des Roboterspezialisten iRobot ist schon seit April zu Ende. Damals gipfelte der Aktienkurs bei 125 Dollar bevor der Sinkflug begann. Eine revidierte Prognose, Sorgen vor den Auswirkungen des anhaltenden Handelsstreits und zunehmender Wettbewerb trieben den Anlegern die Sorgenfalten auf die Stirn und sorgten für einen massiven Abverkauf. Nach einer wiederholten Kappung der Prognosen rauschten die Papiere am Mittwoch um über 11% auf 47 Dollar in die Tiefe. Damit hat die Aktie seit ihrem Allzeithoch im April über 60% an Wert eingebüßt.

iRobot mit beeindruckendem Marktanteil

Doch weiterhin gilt der Konzern als unangefochtene Größe auf dem Markt für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen. Mit einem Marktanteil von z. T. über 80% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer. Lediglich im stark wachsenden chinesischen Markt (Marktanteil nur 6%) hinkt der Konzern seinen Rivalen deutlich hinterher.

Analysten erwarten deutliches Marktwachstum

Auch wenn iRobot der mit Abstand größte Player ist und mittlerweile über 20 Millionen Einheiten verkauft hat, ist der Markt noch lange nicht gesättigt. Davon gehen zumindest die Marktforscher von Markets Research Private aus. Sie bescheinigen der Branche weiterhin satte Zuwachsraten von jährlich 24% bis 2023. Momentan ist der Markt noch stark Nordamerika-lastig. Doch auch in Europa und zunehmend dann auch in Asien werden die kleinen Helfer in immer mehr Haushalten eingesetzt werden.

Damoklesschwert Handelszölle

So interessant die Zukunftsaussichten auch sind, kurzfristig machten sich die Anleger zuletzt vor allem Sorgen über den schwelenden Handelskonflikt. Schon zum Jahresbeginn hatte Firmenboss Colin Angle davor gewarnt, dass die Zölle auch iRobot empfindlich treffen würden. Bedenken Sie: iRobot produziert seine Waren in China und importiert den Großteil in die USA. Sollten die Zölle in voller Höhe in Kraft treten, wird sich das unweigerlich auf die Preise und die Absatzentwicklung auswirken.

Drittes Quartal noch über den Erwartungen

Mit den gerade vorgelegten Ergebnissen zum dritten Quartal konnte iRobot die Erwartungen noch erfüllen. Die Umsätze kletterten um 9,4% auf 289,4 Millionen Dollar in die Höhe, während die Analysten im Vorfeld nur mit 259,1 Millionen Dollar gerechnet hatten. Noch stärker fiel die Diskrepanz bei der Gewinnentwicklung aus. Unter dem Strich erzielte der Konzern einen Gewinn je Aktie im abgelaufenen Quartal von 1,24 Dollar und damit ein Plus von 10,7% zum Vorjahresquartal. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten rechneten im Vorfeld der Zahlen nur mit 54 Cent je Anteilschein.

Prognose wird gesenkt

Trotz der Performance in den ersten drei Quartalen des Jahres schmälerte iRobot seinen Ausblick auf einen Gesamtjahresumsatz 2019 von 1,20 bis 1,21 Milliarden Dollar (im Vergleich zu seinem alten Ziel von 1,2 bis 1,25 Milliarden Dollar). Die neue Prognose geht also von einem Wachstum von 10-11% (gegenüber den zuvor genannten 10-14%) gegenüber dem Vorjahreswert aus. Gleichzeitig soll das operative Ergebnis bei 75 bis 80 Millionen Dollar (zuvor von 75 bis 100 Millionen Dollar) und der Gewinn pro Aktie von 2,60 bis 2,80 Dollar (zuvor von 2,40 bis 3,15 Dollar) liegen.

Breiter Markteintritt mit Mährobotern erst im Frühjahr 2021

Zusätzlich hat das Management von iRobot seine Planung hinsichtlich des Markteintritts mit Mährobotern konkretisiert. Momentan laufen Beta-Studien in den USA und in Deutschland. Ursprünglich war der breite Markteintritt für das Frühjahr 2020 angedacht, allerdings hat der Konzern auf Grund von weiteren Softwareverbesserungen diesen bis ins Frühjahr 2021 verschoben. Das fassten die Investoren zweifellos als große Enttäuschung auf. Je später der Marktstart erfolgt, desto schwieriger dürfte es für den US-Konzern werden, den bereits aufgeteilten Markt von hinten aufzurollen.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.