iRobot: Saugroboterspezialist nach Analystenkommentar im Rückwärtsgang

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iRobot: Analystenkommentar verschärft Abwärtstrend der Aktie des Roboterspezialisten. Zunehmender Wettbewerb und Handeslzölle drücken auf die Stimmung (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Hochgelobt und tief gefallen. Kein Sprichwort könnte passender die Kursentwicklung des Roboterspezialisten iRobot beschreiben. Immerhin sackten die Papiere von 130 Dollar im Mai bis zuletzt 55 Dollar in den Keller. Dabei ist die Anlageidee hinter dem Konzern so simpel wie einleuchtend:. Immer mehr Menschen steigen auf Haushaltsroboter um und lassen sich beim Haushaltsputz durch die kleinen, smarten Geräte unterstützen.

Inzwischen haben Saugroboter einen weltweiten Marktanteil von 24% erreicht, was einer Verdopplung in den zurückliegenden sechs Jahren entspricht. Doch während der Aktienkurs lange Zeit nur den Weg nach oben kannte, beginnt die Euphorie unter den Anlegern erste Risse zu bekommen. Zunehmende Konkurrenz belastete die Stimmung zuletzt ebenso wie mögliche negative Auswirkungen des Handelsstreits und einige Analystenkommentare.

iRobot mit beeindruckendem Marktanteil

Doch weiterhin gilt der Konzern als unangefochtene Größe auf dem Markt für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen. Mit einem Marktanteil von z. T. über 80% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktführer. Lediglich im stark wachsenden chinesischen Markt (Marktanteil nur 6%) hinkt der Konzern seinen Rivalen deutlich hinterher.

Analysten erwarten deutliches Marktwachstum

Auch wenn iRobot der mit Abstand größte Player ist und mittlerweile über 20 Millionen Einheiten verkauft hat, ist der Markt noch lange nicht gesättigt. Davon gehen zumindest die Marktforscher von Markets Research Private aus. Sie bescheinigen der Branche weiterhin satte Zuwachsraten von jährlich 24% bis 2023. Momentan ist der Markt noch stark Nordamerika-lastig. Doch auch in Europa und zunehmend dann auch in Asien werden die kleinen Helfer in immer mehr Haushalten eingesetzt werden.

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Markteintritt mit Mährobotern steht kurz bevor

Neben seinem starken Standbein bei Haushaltsrobotern versucht iRobot sich zukünftig auch auf dem Wachstumsmarkt mit Mährobotern zu etablieren. Der Markteintritt ist für das Frühjahr 2020 geplant. Dabei will der Konzern vor allem mit seiner Bedienerfreundlichkeit und einem einfachen Einrichtungsprozess bei seinen Kunden punkten. Auch eine Diebstahlsicherung soll es geben. Befindet sich der Roboter nicht auf dem von seinem Besitzer zugeordneten Hof, funktioniert er nicht mehr. Über das Pricing der Produkte ist allerdings bislang nichts bekannt.

Damoklesschwert Handelszölle

So interessant die Zukunftsaussichten auch sind, kurzfristig machten sich die Anleger zuletzt vor allem Sorgen über den schwelenden Handelskonflikt. Schon zum Jahresbeginn hatte Firmenboss Colin Angle davor gewarnt, dass die Zölle auch iRobot empfindlich treffen würden. Bedenken Sie: iRobot produziert seine Waren in China und importiert den Großteil in die USA. Sollten die Zölle in voller Höhe in Kraft treten, wird sich das unweigerlich auf die Preise und die Absatzentwicklung auswirken.

Analystenkommentar sorgt für zusätzlichen Druck

Darüber hinaus hat ein negativer Analystenkommentar von Raymond James den Abwärtsdruck auf die Aktie nochmals verschärft. Die Investmentbank verwies vor allem auf den deutlich zunehmenden Wettbewerb und hat ihre Prognosen nach unten angepasst. Raymond James erwartet nun, dass iRobot im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 1,27 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn je Aktie von 2,40 Dollar erzielen wird. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten rechnen bei einem Umsatz von 1,36 Milliarden mit einem Gewinn je Aktie von 3,09 Dollar.

Wer Recht hat, wird sich noch zeigen. Eine erste Indikation dürften die Zahlen zum dritten Quartal liefern, die am 22. Oktober veröffentlicht werden.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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