Irrationale Übertreibung am Aktienmarkt – Musterbeispiel Amazon-Aktie

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Die Amazon-Aktie ist kürzlich über die magische 1.000-Dollar-Marke gesprungen – ein gutes Beispiel für die irrationale Übertreibung am Aktienmarkt. (Foto: Sundry Photography / shutterstock.com)

Derzeit kennen die Tech-Werte in den USA nur noch eine Richtung: nach oben.

Nach 8 Jahren Hausse scheint den Technologie-Aktien – allen voran den hochkapitalisierten – noch immer nicht die Puste auszugehen.

Zur Erinnerung: Der Nasdaq-100, der Index mit den 100 Nasdaq-Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung, konnte sich seit dem Jahr 2009 fast verschechsfachen – irre, aber wahr!

Dagegen erwies sich die Performance von Dow Jones oder S&P 500 mit einer guten Verdreifachung als „relativ schwach“.

Die Aktie des Online-Händlers Amazon.com schoss in dem Zeitraum aber den „berühmten“ Vogel ab:

Amazon-Aktie als Überflieger

In den ersten Wochen des Jahres 2009 notierte die Amazon-Aktie bei um die 50 US-Dollar.

Wie schon erwähnt, durchbrach sie jüngst die 1000-Dollar-Schallmauer; ja, die Aktie hat sich in den letzten gut 8 Jahren verzwanzigfacht!

Die Marktkapitalisierung liegt nun bei gut 492 Mrd. Dollar.

Zum Vergleich: Die Marktkapitalisierung des größten Einzelhändlers der Welt, Walmart, liegt bei nicht einmal 200 Mrd. Dollar.

Die Börse gesteht Walmart nur mehr 40% der Marktkapitalisierung von Amazon zu, obwohl Walmart 2016 346 Mrd. Dollar bzw. das 3,5-fache mehr Umsatz als Amazon machte.

Extrem teure Amazon-Aktie

Schon der Vergleich zur Walmart-Aktie zeigt klar auf, wie irrational hoch Amazon bewertet ist:

WalMart hat ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 17 – das ist schon nicht billig.

Aber Amazons Bewertung mit einem für das Jahr 2017 erwarteten KGV von gut 154 liegt jenseits von Gut und Böse.

Stellen Sie sich vor: Investoren müssen 154 Jahre warten, ehe sie ihren Einsatz von gut 1000 Dollar je Aktie wieder zurückbekommen!

Und auch mit einer für das Jahr 2018 angenommenen Gewinn-Steigerung auf gut 11 Dollar je Aktie läge das KGV immer noch exorbitant hoch; und zwar bei gut 90!

Fazit

Das Beispiel Amazon zeigt sehr schön auf, wie exorbitant teuer der Aktienmarkt in den letzten 8 Hausse-Jahren wurde.

Sobald der Aktienmarkt aber nach unten dreht, wird auch die Amazon-Aktie massiv leiden.

Generell sollten Sie sich derzeit am Aktienmarkt an die Seitenlinie stellen und geduldig auf das Ende der irrationalen Übertreibung warten.

Und die wird auf jeden Fall kommen – es ist nur noch eine Frage der Zeit…

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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