Isra Vision-Aktie: Softwarespezialist gibt strategische Übernahme bekannt

Isra Vision: Hessische Robotikfirma nach Zukauf im Rückwärtsgang. Übernahme nicht der große Wurf. Langfristig profitiert Isra Vision von Automatisierungswelle (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Das Anlagethema Robotik ist weiterhin in aller Munde. Zahlreiche Experten bescheinigen dem Marktbereich starke Wachstumsraten für die kommenden Jahre. Kein Wunder also, dass immer mehr Anleger an diesem Trend mitverdienen möchten und auf der Suche nach Firmen sind, die von der fortschreitenden Automatisierung profitieren. Zu diesen Profiteuren gehört auch die Darmstädter Softwarefirma Isra Vision. Ein Blick auf den Aktienkurs zeigt Ihnen wie stark die Technologiefirma in der Gunst der Anleger gestiegen ist.

Konnten Sie sich die Papiere von fünf Jahren noch für unter 30 Euro ins Depot legen, mussten Sie Beginn dieses Jahres bereits fast 230 Euro je Anteilsschein berappen. In der Spitze kletterte der Börsenwert auf beinahe 1 Milliarde Euro. Seither konsolidiert die Aktie – alleine am Freitag sackten die Papiere um knapp 9% in den Keller.

Was ist ausschlaggebend für den jüngsten Kursrutsch? Wie steht es um die mittelfristigen Perspektiven des Konzerns? Was sagen die Analysten zur Aktie?

Hessischer Weltmarktführer für Oberflächeninspektion und Bildverarbeitung

Falls Sie den gründergeführten Softwarekonzern aus Darmstadt noch nicht kennen: Isra Vision ist führend in der Entwicklung und Produktion von Oberflächen-Inspektions-Systemen und Bildverarbeitungs-Programmen (Machine Vision) mit der Spezialisierung im Bereich 3D Vision, insbesondere für das 3D Roboter-Sehen.

Als eine Kernkompetenz entwickelt und vertreibt die Gesellschaft eine Software für die visuelle Überwachung von Arbeits-Prozessen. Einsatz findet diese in sogenannten Machine-Vision-Systemen. Diese ermöglichen das 3-dimensional sehende elektronische Auge, d. h. die digitale Bildverarbeitung in der Steuerung von automatisierten Produktions-Prozessen.

Robuste Wachstumsraten und stabile Gewinnmargen

Warum die Anleger sich begeistert von Isra Vision gezeigt haben, liegt auf der Hand. Die Technologiefirma hat sich erfolgreich in einer ertragsstarken Nische etabliert. Die Zahlen können sich durchaus sehen lassen: In den vergangenen 11 Jahren kletterten die Umsätze von 58,6 auf zuletzt 143 Millionen Euro.

Alleine im zurückliegenden Geschäftsjahr stiegen die Erlöse um 11%. Besonders beeindruckend fiel allerdings die Gewinnentwicklung aus. Im gleichen Zeitraum verbesserte sich der Gewinn nämlich um mehr als 170% auf 17,9 Millionen Euro. Mit einer Gewinnmarge von 13,63% erzielten die Darmstädter im letzten Geschäftsjahr das erfolgreichste Jahr der kompletten Firmengeschichte.

200 Millionen Euro Umsatz im Visier

Auch für die Zukunft zeigt sich Firmenchef Enis Ersü optimistisch. Auf mittlere Sicht will er die 200 Millionen Euro-Marke beim Umsatz knacken. Erfreulich ist, dass die Margen dabei mindestens stabil bleiben sollen. Einen wichtigen Schritt in der langfristigen Wachstumsstrategie sollen auch Zukäufe spielen. Schon lange spekuliert der „Markt“ auf eine große bahnbrechende Akquisition.

Anleger haben mehr erwartet

Die am Freitag bekanntgegebene Übernahme ist aber nicht der große Wurf, den sich die Investoren erhofft hatten und dürfte ausschlaggebend für die herben Kursverluste gewesen sein. Dabei macht der strategische Schritt durchaus Sinn. Mit dem Kauf der Polymetric GmbH aus Darmstadt erweitert Isra Vision das Portfolio im Bereich der 3D-Technologie.

Es ist geplant, die Kompetenzen von Polymetric – sowohl in der 3D-Messtechnik als auch in der 3D-Objekterfassung – als Innovationen für zukünftige Produkt- und Systemvarianten in verschiedenen Industrie- und Anwendungsbereichen, zu nutzen. Allerdings sollten Sie sich von dem ehemaligen Spin-off des renommierten Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (IGD) nicht zu viel erwarten.

Bedeutende Umsatzbeiträge durch die Polymetric-Integration erwartet das Unternehmen erst mittelfristig. Das Transaktionsvolumen liegt inklusive einer erfolgsabhängigen Komponente im niedrigen siebenstelligen Bereich.

Aktienkurs preist hohe Erwartungen bereits ein

Ohne Zweifel ist Isra Vision ein hochspannendes Technologieunternehmen, das über exzellente Perspektiven verfügt. Seit Jahren peilt Isra Vision zweistellige Umsatzzuwächse und mindestens gleichbleibende Vorsteuergewinnmargen an und hat immer geliefert. Dennoch können Sie problemlos sehen, dass der Aktienkurs der Geschäftsentwicklung vorausgeeilt ist, da sich die Bewertung deutlich verteuert hat.

Trotz des jüngsten Kurseinbruchs handelt die Aktie immer noch mit dem 38-Fachen der von den Analysten erwarteten 2018er Gewinne. Für eine Rückkehr zum Aufwärtstrend und deutlich steigende Kurse, muss Isra Vision bei der Veröffentlichung der Jahresziele (im Februar) noch eine gute Schippe draufpacken.


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© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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