Isra Vision: Asien- und Europageschäft sorgt für Rückenwind

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Isra Vision: Automatisierungsspezialist mit starkem Jahresauftakt. Gewinn steigt stärker als der Umsatz. Firmenboss Enis Ersü hat 200 Millionen Euro-Marke weiterhin fest im Visier (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Starke Zahlen hat zuletzt der Darmstädter Spezialmaschinenbauer Isra Vision abgeliefert. Ein knapp zweistelliges Umsatzwachstum gepaart mit einer überproportionalen Gewinnsteigerung sorgte kurzfristig für spürbare Erleichterung unter den Anlegern. Wer zu Jahresbeginn in die Firma aus Darmstadt investiert, kann sich inzwischen über einen Wertzuwachs von rund 32?% freuen.

Hessischer Weltmarktführer für Oberflächeninspektion und Bildverarbeitung

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den gründergeführten Konzern erst einmal näher vorstellen. Isra Vision ist führend in der Entwicklung und Produktion von Oberflächen-Inspektions-Systemen und Bildverarbeitungs-Programmen (Machine Vision) mit der Spezialisierung im Bereich 3D Vision, insbesondere für das 3D Roboter-Sehen.

Als eine Kernkompetenz entwickelt und vertreibt die Gesellschaft eine Software für die visuelle Überwachung von Arbeits-Prozessen. Einsatz findet diese in sogenannten Machine-Vision-Systemen. Diese ermöglichen das 3-dimensional sehende elektronische Auge, d. h. die digitale Bildverarbeitung in der Steuerung von automatisierten Produktions-Prozessen.

Robuste Wachstumsraten und stabile Gewinnmargen

Warum die Anleger sich begeistert von Isra Vision gezeigt haben, liegt auf der Hand. Die Technologiefirma hat sich erfolgreich in einer ertragsstarken Nische etabliert. Die Zahlen können sich durchaus sehen lassen: In den vergangenen 10 Jahren kletterten die Umsätze von 58,6 auf zuletzt 152,5 Millionen Euro.

Im zurückliegenden Geschäftsjahr stiegen die Erlöse um 6,6%. Besonders beeindruckend fiel allerdings die Gewinnentwicklung aus. Im gleichen Zeitraum verbesserte sich der Gewinn nämlich um mehr als 260% auf 23,1 Millionen Euro. Mit einer Gewinnmarge von 15,15% erzielten die Darmstädter im letzten Geschäftsjahr das erfolgreichste Jahr der kompletten Firmengeschichte.

Isra Vision profitiert von guten Geschäften in Asien und Europa

Zum Jahresauftakt nahmen die Geschäfte sogar wieder leicht an Dynamik zu. Vor allem Großaufträge in China und eine erfreuliche Entwicklung in Frankreich befeuerten die Geschäfte. So kletterte der Umsatz um 10% auf 70,9 Millionen Euro in die Höhe.

Zugleich verbesserte sich der Gewinn deutlich überproportional. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 15 Millionen Euro hängen. Das war ein Plus von 17% zum Vorjahreszeitraum und entsprach einer Gewinnspanne von 21,15%. Auch bilanziell sahen die Ergebnisse solide aus. Die Nettoliquidität (also Liquidität abzüglich aller zinstragenden Verbindlichkeiten) erhöhte sich auf 4,1 Millionen Euro (+60%).

200 Millionen Euro Umsatz im Visier

Auch für die Zukunft zeigt sich Firmenchef Enis Ersü optimistisch. Auf mittlere Sicht will er die 200 Millionen Euro-Marke beim Umsatz knacken. Erfreulich ist, dass die Margen dabei mindestens stabil bleiben sollen. Dabei sind die Schätzungen von Ersü, der übrigens immer noch 28,50% aller Firmenanteile hält, durchaus nachvollziehbar. Immerhin lag der Auftragsbestand zuletzt bei 98 Millionen Euro und damit 3 Millionen Euro über

Wann kommt der Mega-Deal?

Einen wichtigen Schritt in der langfristigen Wachstumsstrategie sollen auch Zukäufe spielen. Schon lange spekuliert der „Markt“ auf eine große bahnbrechende Akquisition. Aktuell prüft Isra Vision offenbar diverse Ziele aus den Bereichen Industrieautomatisierung, Produktionsanalyse und Industrie 4.0. Allerdings nimmt die Prüfung mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant. Informierte Kreise machen aber auch unterschiedliche Preisvorstellungen für die Verzögerung verantwortlich.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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