Isra Vision: Von Schwäche keine Spur – starke Quartalszahlen lassen Aktienkurs wieder anspringen

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Isra Vision: Darmstädter Robotikfirma liefert starke Zahlen ab. Wachstumsdynamik hält weiter an. Von konjunktureller Abschwächung fehlt bislang jede Spur (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Konjunktursorgen und ein gestiegenes Risikobewusstsein der Anleger lasteten in den letzten Wochen auch auf dem Aktienkurs des Robotik-Konzerns Isra Vision. Seit Ende Juli purzelten die Papiere von über 41 Euro bis auf 30 Euro in den Keller. Doch mit den gerade präsentierten Quartalszahlen fassten die Anleger wieder Mut und trieben den Aktienkurs am Freitag um 8% nach oben.

Hessischer Weltmarktführer für Oberflächeninspektion und Bildverarbeitung

Falls Sie den gründergeführten Softwarekonzern aus Darmstadt noch nicht kennen: Isra Vision ist führend in der Entwicklung und Produktion von Oberflächen-Inspektions-Systemen und Bildverarbeitungs-Programmen (Machine Vision) mit der Spezialisierung im Bereich 3D Vision, insbesondere für das 3D Roboter-Sehen.

Als eine Kernkompetenz entwickelt und vertreibt die Gesellschaft eine Software für die visuelle Überwachung von Arbeits-Prozessen. Einsatz findet diese in sogenannten Machine-Vision-Systemen. Diese ermöglichen das 3-dimensional sehende elektronische Auge, d. h. die digitale Bildverarbeitung in der Steuerung von automatisierten Produktions-Prozessen.

Robuste Wachstumsraten und stabile Gewinnmargen

Warum die Anleger sich begeistert von Isra Vision gezeigt haben, liegt auf der Hand. Die Technologiefirma hat sich erfolgreich in einer ertragsstarken Nische etabliert. Die Zahlen können sich durchaus sehen lassen: In den vergangenen 10 Jahren kletterten die Umsätze von 58,6 auf zuletzt 152,5 Millionen Euro.

Besonders beeindruckend fiel allerdings die Gewinnentwicklung aus. Im gleichen Zeitraum verbesserte sich der Gewinn nämlich um 260% auf 23,1 Millionen Euro. Mit einer Gewinnmarge von 15,15% erzielten die Darmstädter im letzten Geschäftsjahr das erfolgreichste Jahr der kompletten Firmengeschichte.

Von Schwäche (noch) keine Spur

Auch im zurückliegenden Quartal hat der Spezialist für industrielle Bildverarbeitung mit kräftigen Zuwächsen überzeugen können. Der Umsatz kletterte nach neun Monaten um 8% auf 110,6 Millionen in die Höhe. Noch stärker legte aber das Vorsteuerergebnis (EBIT) zu, dass sich um satte 19% auf 24,5 Millionen Euro verbesserte. Entsprechend stieg die Vorsteuergewinnmarge um zwei Prozentpunkte auf 22% an. Nach Steuern stieg das Ergebnis um 15% auf 76 Cent je Aktie.

Isra Vision mit starker Bilanz

Auch die Bilanz des gründergeführten Unternehmens ist weiterhin bärenstark. Verbindlichkeiten suchen Sie vergeblich. Die Nettoliquidität verbesserte sich deutlich auf 9,4 Millionen Euro (30.09.2018: 1,8 Millionen Euro). Gleichzeit stieg die Eigenkapitalquote um 3 Prozentpunkte auf beachtliche 66% an.

Geschäfte laufen weiter auf Hochtouren – Prognose intakt

Im dritten Quartal entwickelten sich vor allem die Umsätze in Asien robust und verharrten weiter auf hohem Niveau. Für die kommenden Monate erwartet das Unternehmen u.a. Großaufträge aus China. Die Geschäfte in Nord- und Südamerika wuchsen deutlich und sollen durch eine zusätzliche Intensivierung der Marketing- und Vertriebsaktivitäten weitere Impulse erhalten. Unter der Voraussetzung, dass sich die weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht weiter eintrüben peilt das Management für das kommende Geschäftsjahr ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Ertrag an. Strategisches Ziel bleibt es, mittelfristig die anvisierte Umsatzdimension von über 200 Millionen Euro zu erreichen.

Fazit: Die präsentierten Zahlen waren stark. Sowohl die anhaltend hohe Geschäftsdynamik sowie die nochmals verbesserte Profitabilität überraschten positiv. Bilanziell steht der Darmstädter Konzern ohnehin einwandfrei da. Allerdings sollte Anlegern klar sein: Auch Isra Vision dürfte nicht komplett immun sein gegen eine konjunkturelle Eintrübung, wie der Blick auf die Auftragseingänge zeigt. Zudem ist die Aktie trotz des Kursrückgangs mit dem 27-Fachen des erwarteten Gewinns bewertet und damit kein ausgesprochenes Schnäppchen mehr.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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