Ist Citigroup eine Aktie zum Vergessen?

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Auch US-Banken müssen hart arbeiten, um ihre Ziele zu erreichen. Ob sich für Citigroup-Aktionäre Chancen ergeben? Lesen Sie unsere Analyse! (Foto: Best Backgrounds / shutterstock.com)

Wenn Ihnen jemand sagt, dass US-Banken viel besser dastehen, als Banken aus Europa, dann mag das in manchen Fällen stimmen, aber bei weitem nicht in allen. Bestes Beispiel ist Citigroup. Warum wir von der Aktie abraten? Erfahren Sie es in unserer Analyse! Citigroup ist eine US-amerikanische Universalbank, die aus der Fusion von Citicorp und Travelers Group im Jahr 1998 entstanden ist.

Der Konzern ist seit 2009 in zwei Segmente unterteilt: Citicorp und Citi-Holdings. Citicorp umfasst das künftige Kerngeschäft mit dem Geschäfts- und Retailbanking. Das Segment Citi-Holdings umfasst hauptsächlich das Brokerage- und Asset-Management-Geschäft.

Shareholder-Value-Politik fällt nicht auf fruchtbaren Boden

Citigroup hat die Restrukturierung erwartungsgemäß vorangebracht und im abgelaufenen Jahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Neben dem positiven Marktumfeld und der US-Steuerreform trugen vor allem Kostensenkungen dazu bei, einen Gewinn von rund 18 Mrd $ zu erzielen. Die Eigenkapitalrendite lag mit 9,2% noch nicht auf einem zufriedenstellenden, wenngleich noch ausreichendem Niveau und stellte das beste Ergebnis in der vorliegenden Zahlenhistorie dar.

Bezogen auf die Bilanzsumme beträgt die Rentabilität noch unter 1%, was als Schwellenwert für eine zufriedenstellend wirtschaftende Bank gilt. Die Aktie ist dementsprechend moderat bewertet. Zieht man vom ausgewiesenen Buchwert die immateriellen Vermögenswerte wie aktivierte Firmenwerte ab, errechnet sich ein materieller Buchwert von rund 66 $ pro Aktie, was in etwa dem Aktienkurs entspricht.

Citigroup versucht, die Kapitalrentabilität durch eine konsequente Shareholder-Value-Politik weiter zu verbessern. Im abgelaufenen Jahr sind insgesamt 22 Mrd $ in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen an die Aktionäre geflossen. Das erklärte Ziel bleibt, im Zeitraum 2018 bis 2020 insgesamt 60 Mrd $ an die Aktionäre auszuschütten. Im 1. Quartal waren die Bruttoeinnahmen aufgrund eines schwächeren Firmenkundengeschäfts rückläufig und somit enttäuschend. Der Gewinn wurde von 4,6 auf 4,7 Mrd $ gesteigert. Die Darlehensforderungen und Kundeneinlagen konnten ebenfalls gesteigert werden. Der Ausblick auf das Gesamtjahr ist jedoch verhalten.

Warum Geduld bei Citigroup keine Lösung ist

Statt auf Binsenweisheiten zu hören, sollten Sie als Aktionär unbedingt ganz genau hinschauen und jede Aktie individuell analysieren. Die Unterscheidung zwischen Europa und USA bringt Anleger nicht wirklich weiter. Einziger Lichtblick bei Citigroup ist neben der Dividendenrendite von 2,4$% die steigende Rentabilität. Kann gut sein, dass der Bank bald ein Befreiungsschlag gelingt und es wieder aufwärts geht. 2019 ist aus Anlegersicht aber so gut wie gelaufen. Fokussieren Sie sich besser auf andere Titel!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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