Ist der Aktienmarkt aufgebläht wie im Jahr 2000?

Mit Marc Faber meldet sich aktuell wieder einmal ein Crash-Prophet zu Wort. Seine Ansicht teilt Experte Andreas Sommer auch diesmal nicht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern hatte ich Ihnen noch von der Robert Shiller-Prognose berichtet:

Der US-Wirtschafts-Professor hält es für möglich oder wahrscheinlich, dass die Wall Street vom aktuellen Niveau aus noch um +50% steigen könne.

Nun meldet sich Marc Faber in einem Interview mit dem US-TV-Sender CNBC mit einer konträren Markt-Einschätzung:

Der auch als „Dr. Doom“ (Dr. Weltuntergang) bekannte Investor glaubt, dass sich der US-Aktienmarkt „in der Mitte einer gigantischen Blase“ befindet.

Seiner Meinung nach sei „kein Vermögenswert mehr sehr niedrig (im Preis). Faber glaubt, der Markt bewege sich derzeit „irgendwo zwischen (den Jahren) 1999 und 2000“.

US-Aktienmarkt in den 1990ern und heute

Die letzte Aussage bezieht sich natürlich auf den Aktien-Boom der 2. Hälfte der 1990er-Jahre, der in der sogenannten „Internet-Blase“ (Dot.com-Bubble) endete.

Und natürlich spielt Faber darauf an, was sich dann zwischen den Jahren 2000 und 2003 ereignete.

Ich habe einmal für Sie die damalige Ära mit dem S&P 500 der vergangenen Jahre in einer Grafik gegenübergestellt:

spx_vergleich 2000 mit 2017_01-06-2017

S&P 500: Die Internet-Blasen-Ära und heute

Der grüne Bereich markiert den Zeitraum, von dem Faber glaubt, dass sich die Wall Street dort im aktuellen Aufwärts-Zyklus befindet.

Zeitlich passt es halbwegs: Der Online-Boom bei Aktien begann im Dezember 1994 und endete im März 2003. Das ist ein Zeitraum von 63 Monaten.

Der aktuelle Aufwärts-Zyklus startete im Oktober 2011 und dauert demnach inzwischen 67 Monate an. Ein anderer Unterschied ist allerdings eklatanter:

Die Internet-Blase platzte nach rund +250% Index-Anstieg. Seit dem Jahr 2011 hat der S&P 500 bis heute gerade einmal die Hälfte geschafft.

Ich informierte Sie schon 2013 über die Aktien-Hausse

Wenn Sie Chartanalyse-Trends schon länger lesen, dann wissen Sie, dass ich eine zu Marc Faber konträre Markt-Perspektive habe (und auch dabei bleibe).

Und im Gegensatz zu Robert Shiller hatte ich Sie schon am 21. Mai 2013 auf die historisch einmalige Kurs-Chance im Dow Jones (damals rund 15.400 Punkte) aufmerksam gemacht:

„Dem einen oder anderen Investor mag es noch nicht so richtig bewusst sein:

Die Aktienmärkte ‚stoßen in Dimensionen vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat‘ (um es mit dem wohlbekannten Zitat aus der Science Fiction-Serie „Raumschiff Enterprise“ zu sagen).

Was Sie derzeit erleben dürfen, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit der Eintritt in ein neues Aktien-Zeitalter.

Es sollte Sie mit Stolz erfüllen, an einer solchen Entwicklung – bewusst – von Beginn an teilnehmen zu können.

Wohin die Reise in den kommenden Jahren gehen kann, macht der von mir eingezeichnete Trend-Kanal sichtbar:

20.000 Zähler in den vor uns liegenden Jahren sind durchaus keine Utopie, sondern eher noch konservativ.“

Es fehlt die Euphorie der 1990er-Jahre

Das entscheidende Argument, das mir bei Marc Faber fehlt, ist die Euphorie. Börsen-Altmeister Kostolany hat es einmal in etwa so beschrieben:

Wenn ein Taxifahrer oder eine Friseurin ihn um einen Aktientipp bäte, dann wisse er, dass es an der Zeit sei, aus Aktien auszusteigen.

Mit Verlaub: Von einer solchen Euphorie – wie ich sie übrigens in der Endphase der Internet-Blase selbst hautnah miterlebt habe – ist im bisherigen Aufwärts-Zyklus rein gar nichts zu spüren.

Der „Börse-Online“-Indikator

Als Beleg für den Unterschied damals zu heute habe ich mir einmal die Auflagenzahlen des seit 1987 herausgegebenen Journals „Börse-Online“ bei Wikipedia herausgesucht.

Dort heißt es dazu:

„Die Auflage entwickelte sich sehr wechselhaft. Anfangs lag sie bei rund 50.000 Exemplaren, danach stieg sie im Zusammenhang mit der historischen Börsen-Hausse der 90er-Jahre auf über 150.000 Exemplare, ehe sie nach der Jahrtausendwende wieder deutlich zurückging. Im 4. Quartal 2016 lag sie bei 24.000 Stück.“

Ergänzend füge ich hinzu:

Die Auflage im Januar 2017 lag (laut IVW Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e. V.) bei 25.155 Exemplaren.

Fazit

Sie sehen es selbst: Von einem Aktien-Boom á la Internet-Blase sind wir heute noch weit entfernt.

Lassen Sie sich also von den Crash-Propheten wie Marc Faber auch weiterhin nicht verrückt machen!

Die Crash-Propheten liegen, wie ein inzwischen schon geflügeltes Wort sagt, ohnehin nur alle paar Jahre einmal richtig!


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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