Ist die Zeit reif für den Einstieg in Goldminenaktien?

Während Dax und Dow Jones nahe ihren Höchstständen notieren, sind die Aktien der Goldminenbetreiber auf Mehrjahrestiefs gefallen.

Sehr gut ablesen lässt sich dieser Negativtrend am NYSE Arca Gold BUGS Index, der die Wertentwicklung von 18 Goldminen-Aktien widerspiegelt.

Auch die Goldproduzenten aus der Branche Rohstoffe/Minen – Barrick Gold, Newmont Mining und AngloGold Ashanti – sind in diesem Index vertreten. Mit einem Kurs von rund 150 $ notiert dieser aber so niedrig wie zuletzt 2008.

Bedenkt man, dass vor 6 Jahren eine Unze Gold zwischen 750 und 1.000 $ gekostet hat und aktuell 1.200 $, dann müssten die Minenbetreiber jetzt eigentlich höhere Gewinne erwirtschaften.

Das tun sie aber nicht. Nicht nur der Goldpreis ist gestiegen, auch die Kosten für Exploration und die Förderung des Goldes haben kräftig zugelegt. Unterm Strich bleibt dann nicht mehr so viel übrig, wenn der Goldpreis unter Druck kommt. Viele Minenbetreiber erwirtschaften kaum ihre Gesamtkosten.

Die Kosten steigen, und der Goldgehalt geht zurück

Fallende Goldpreise und steigende Kosten zwangen zum Umdenken. Nach den dramatischen Kursrückgängen seit 2011 haben sich die Minenbetreiber neu aufgestellt, die Förderkosten reduziert und überteuerte Projekte eingestellt. Doch das ist nur die halbe Miete. In vielen Goldminen sinkt der Goldgehalt, was die Kosten je Unze nach oben treibt.

Wurden vor 60 Jahren aus einer Tonne geförderten Gesteins über 6 Unzen Gold herausgeholt, ist es heute nur noch 1 Unze, Tendenz weiter fallend. Zudem wird es immer schwieriger und teurer, ertragreiche Goldvorkommen zu finden und auszubeuten. 2002 wurde letztmals mehr neues Gold entdeckt als abgebaut.

Hinzu kommt, dass der starke Dollar den Goldkauf für Käufer aus Europa und Asien teurer macht. Denn Gold wird traditionell in US-Dollar gehandelt. Das könnte die Nachfrage unter Druck bringen. Die Abwärtsspirale aus steigendem Dollar, fallendem Goldpreis und steigenden Kosten könnte sich durchaus weiter fortsetzen.

Nach der Fusion ist vor der Fusion

Kaum hat Glencore die Übernahme von Xstrata verdaut, will die viertgrößte Bergbau-Gesellschaft mit dem australischen Bergbauunternehmen Rio Tinto fusionieren und wäre dann die Nummer 1 der Branche. Rio Tinto hat die Fusion allerdings zurückgewiesen. Beide Konzerne zusammen würden an der Börse rund 160 Mrd $ auf die Waage bringen.

Rio Tinto bestätigte, dass der kleinere Rivale Glencore Kontakt aufgenommen hatte, um eine mögliche Fusion auszuloten. Die Rio-Tinto-Führung kam aber nach Beratungen zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenschluss nicht im Interesse der Rio Tinto-Aktionäre wäre, erklärte der Konzern.

Glencore, bekannt für seine Übernahmefreudigkeit, soll sich Gerüchten zufolge mit dem größten Anteilseigner von Rio einig sein, im nächsten Jahr nochmals einen Versuch zu starten. Aus Sicht von Glencore wäre eine Fusion sinnvoll, denn Eisenerz passt perfekt in die Produktpalette.

Der Konzern ist bereits bei Kupfer, Nickel, Zink und Kohle stark aufgestellt. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen Xstrata geschluckt und damit die größte Übernahme in der Branchengeschichte gestemmt.

Der Vorstoß von Glencore weckt Erinnerungen an den fehlgeschlagenen Versuch des Branchenführers BHP Billiton aus dem Jahr 2008, Rio Tinto zu schlucken.

31. Dezember 2014

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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