Ist diese Aktie ein Krisengewinner?

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In der Krise wird gern renoviert. Ob davon auch Villeroy & Boch profitiert? Wir erklären es Ihnen! (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Dass die Produkte von Villeroy & Boch immer wieder gebraucht werden, erscheint logisch. Jedes Bad muss einmal neu gemacht werden. Und der Mangel an Wohnraum schlägt sich auch positiv auf die Umsätze des Unternehmens nieder. In Zeiten des Lockdowns kommen zudem noch mehr Menschen auf die Idee, die eigenen vier Wände aufzuhübschen.

Baumärkte bieten dafür Abhol-Lösungen an. Starke Marken, wie Villeroy & Boch haben in so einer Konstellation gute Karten. Wie erklären Ihnen, wie es um das Unternehmen wirklich steht und ob die Aktie ein Krisen-Profiteur ist. Villeroy & Boch ist ein bedeutender Hersteller von Fliesen, Sanitär und Badausstattungen (Bad & Wellness).

Weitere Geschäftsfelder sind Glas-, Porzellan- und Keramikgeschirr, die im Bereich Tischkultur zusammengefasst sind. Deutschland ist der wichtigste Absatzmarkt. Villeroy & Boch ist in 125 Ländern vertreten und unterhält 14 Produktionsstätten in Europa, Mexiko und Thailand.

Schub gegen Jahresende

Mit einem Umsatz von 208 Mio € hat Villeroy & Boch das 3. Quartal erfolgreich abgeschlossen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ist das ein Plus von 6,8%. Die positive Entwicklung schlug sich sowohl in der Sparte Bad und Wellness (+6,5%) als auch in der Sparte Tischkultur (+8%) nieder. Damit konnte der Konzern den pandemiebedingten Umsatzrückgang des 2. Quartals aufholen. Insgesamt erzielte Villeroy & Boch in den ersten 9 Monaten einen Umsatz von 548,7 Mio € und konnte somit den Umsatzrückstand des 1. Halbjahres von -13,4 auf -6,7% verringern.

Auch die starke Entwicklung des Auftragsbestands sorgte bei Villeroy & Boch für Zuversicht. So haben sich die Aufträge auf 100,5 Mio € mehr als verdoppelt. Davon entfielen 80,7 Mio € auf Bad und Wellness und 19,8 Mio € auf die Tischkultur. Das sehr gute dritte Quartal führte dazu, dass die ersten 9 Monate mit einem operativen Ergebnis (EBIT) von 10,3 Mio € abgeschlossen werden konnten und so den Verlust des zweiten Quartals bereits vollständig kompensiert hat.

Gedämpfte Erwartungen an die Zahlen

Trotz stringentem Kostenmanagement seit Beginn der Pandemie lag das EBIT aufgrund des durch die Krise verursachten Nachfrageeinbruchs und den Werksstillständen beziehungsweise -drosselungen 12 Mio € unter dem Vorjahresergebnis. Der Vorstand hat angesichts der Erholung des Geschäfts in den Sommermonaten die Prognose angehoben.

Erwartet wird 2020 ein EBIT zwischen 30 und 35 Mio €. Zuvor wurde lediglich ein positives EBIT angestrebt. Beim Umsatz wird mit einen Rückgang von rund 6% gerechnet. Die Zahlen sind eingepreist. Anleger können den Blick wieder nach vorne richten. Kaufpanik muss bei der konservativen Aktie von Villeroy & Boch aber nicht aufkommen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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