Ist diese Aktie ein Männertraum?

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Männer sind manchmal einfach gestrickt. Blitzender Chrom und ein blubbernder Motor und es ist um sie geschehen. Ob auch Anleger schwach werden sollten? (Foto: Alex Erofeenkov / shutterstock.com)

Wenn eine Marke zugleich ein Mythos ist und Kunden beim Kauf den Kopf ausschalten, dann läuft in den allermeisten Fällen auch die Aktie gut. Soweit die Investment-Logik. Bei Harley-Davidson lief das Geschäft über viele Jahre wie geschmiert. Jeder erfolgreiche Mann mittleren Alters setzte sich gerne auf eine Maschine der Edelmarke aus den USA. Doch hält dieser Trend ewig an? Ist er gar ein Selbstläufer? Wir haben die Aktie von Harley-Davidson für Sie analysiert und gecheckt, ob der Wert ein konservatives Investment ist.

Doch zunächst zum Unternehmen selbst. Das Unternehmen wurde 1903 von William S. „Bill“ Harley und Arthur Davidson als Harley-Davidson Motor Co. gegründet und ist hauptsächlich in zwei Geschäftsfeldern aktiv: im Motorrad- und Zubehörsektor und im Bereich der Finanzdienstleistungen, in dem den Kunden und Händlern Finanzprodukte angeboten werden. Über 1.000 Händler weltweit vertreiben die legendären Motorräder, die Bekleidungslinie MotorClothes und Utensilien rund ums Bike.

Harley-Davidson schraubt an den Zahlen

Harley Davidson sieht die laufenden Restrukturierungsarbeiten als größtenteils abgeschlossen an. Kern der Bemühungen zur Effizienzsteigerung war die Fokussierung auf Produkte und Märkte, die deutlich profitabel sind. Von den 89 Märkten, die Harley Davidson vor gut einem Jahr weltweit bediente, sind nur noch 50 übriggeblieben. Zudem wurde das Produkt- Portfolio um 30% zurechtgestutzt. Unterdessen wurden die Marketing-Investitionen in die profitabelsten Märkte und Produkte selektiv hochgefahren, um die Produktivität weiter zu steigern. Die harten Restrukturierungsmaßnahmen zeigen bereits Wirkung.

Die operativen Aufwendungen sollen per Jahresende 2020 um 250 Mio $ reduziert worden sein. Durch die umfangreichen Kostensenkungen konnte der Gewinn im 3. Quartal um 39% auf 120 Mio $ auf den höchsten Stand seit 2015 gesteigert werden. Zudem hat das Unternehmen einen Bestand an liquiden Mitteln von 3,6 Mrd $ – das sind etwa vier Mal so viel wie ein Jahr zuvor. Für 2021 werden weitere Kosteneinsparungen in Höhe von 115 Mio $ jährlich angepeilt. Zudem wies das Management darauf hin, dass die Lagerbestände der Händler um 30% gesunken sind und die Preise erhöht wurden, was sich positiv in den Zahlen widerspiegeln soll.

Warum Sie abwarten sollten

Einen Gewinn- und Umsatzausblick wollte das Management angesichts der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie jedoch nicht geben. Wir bleiben insgesamt vorsichtig gestimmt. Der Umsatz war auch im 3. Quartal um 8% rückläufig. Eine Trendwende ist kurzfristig nicht abzusehen. Die Aktie ist zwar noch immer solide, aber noch längst nicht wieder der „heiße Ofen“ den jedermann haben will. Warten Sie besser ab!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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