Ist diese Aktie ein Überflieger?

Die Luftfahrt ist vor allem von der Konkurrenz zwischen Airbus und Boeing geprägt. Wir erklären, wie es um die Aktie des US-Herstellers steht. (Foto: Alhim / Shutterstock.com)

Immer wenn wir per Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub oder auf Geschäftsreise sind, stellen wir uns die Frage: Airbus oder Boeing? Obwohl es auch andere Flugzeugbauer gibt, treten wir unsere Reisen doch meist in Flugzeugen der großen Zwei an.

Welche Präferenzen wir dabei haben, ist höchst individuell: Der eine schätzt die Geräumigkeit des Airbus A380, der nächste fliegt lieber mit einer kleineren Boeing 777 und schätzt das zügige Boarding. Auch bei Anlegern gibt es unterschiedliche Präferenzen. Wir erklären Ihnen, was die Aktie von Boeing leisten kann und was nicht.

Niedrigere Produktionskosten freuen die Anleger

Boeing ist neben Airbus der weltweit größte Hersteller kommerzieller Flugzeuge. Daneben ist das Unternehmen in den Bereichen Raumfahrt und Verteidigung (Herstellung von Raketen- und Satellitensystemen, Militärflugzeugen und -helikoptern) tätig. Serviceleistungen für die zivile Luftfahrt runden das Angebot ab. Hauptabsatzmärkte sind die USA, Asien und Europa.

Obwohl der Umsatz im vergangenen Jahr erneut leicht rückläufig war, überzeugte Boeing durch die Steigerung der Profitabilität, dem laufenden Aktienrückkaufprogramm und einer Anhebung der Dividende. Konkret ging der Umsatz um 1,2% auf 93,4 Mrd $ zurück. Umsatzeinbußen mussten in der Produkt- wie auch Servicesparte verbucht werden.

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Boeing gelang es, die Produktionskosten um 6% auf 76,1 Mrd $ zu senken. Auch die Forschungs- und Entwicklungsausgaben gingen zurück. Das lag vor allem an den hohen Ausgaben im Vorjahr, die aufgrund der Entwicklung des Boing Dreamliners und der neuen Serie Boeing 777X angefallen sind.

Boeing wegen Handelsstreit unter Druck

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) kletterte um 80,4% auf 10,1 Mrd $. Die EBT-Marge verbesserte sich um 4,9 Prozentpunkte auf 10,8%. Unterm Strich legte der Gewinn pro Aktie trotz negativer Steuereffekte, die sich aufgrund der USSteuerreform ergaben, um 76,5% auf 13,43 $ zu. Boeing nutzte die zusätzlichen Mittel und kaufte 46,1 Mio eigene Aktien im Wert von 9,2 Mrd $ zurück. Die Dividende wurde um 27,3% auf 5,97 $ pro Aktie angehoben.

Das Unternehmen konnte mit dem größten Gewinn, dem stärksten Cashflow und der höchsten Dividende der Unternehmensgeschichte gleich drei Rekorde knacken. Unlängst belastete jedoch der Handelsstreit zwischen den USA, China und Europa. Auch der Rückzug der USA aus dem Iran-Abkommen machte Boeing einen Strich durch die Rechnung. Obwohl die Zahlen für das 1. Quartal hervorragend ausfielen, stand die Aktie unter Druck. Lassen Sie sich davon nicht verunsichern! Boeing ist und bleibt solide!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.