Ist dieser Zykliker eine Comeback-Chance?

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Die Zahlen schlecht, die Aufträge brechen ein. Wie Anleger mit diesem Zykliker umgehen sollten. (Foto: Gitanna)

Der Maschinenbau war über Jahre ein solides Investment. Die Kunden standen Schlange und aus Fernost standen öfter einmal neue Kunden oder gar Investoren auf der Matte. Inzwischen hat sich das ein wenig geändert. In der deutschen Industrie läuft es nicht mehr ganz so rund, wie noch vor Jahren. Ein Unternehmen, das davon deutlich abgestraft wurde, ist Manz. Ob die Aktie eine Comeback-Chance bietet und wie wir den Wert 2020 sehen, erfahren Sie in unserer Analyse!

Doch zunächst ein paar Hintergründe für Sie: Die Manz AG wurde 1987 gegründet und ist ein Hightech-Maschinenbauer für innovative Produkte in schnell wachsenden Märkten, dessen Kompetenzen in den folgenden 7 Technologiefeldern liegen: Automation, Messtechnik, Laserbearbeitung, Vakuumbeschichtung, Nasschemie, Drucken und Beschichten sowie Rolle-zu-Rolle-Prozesse. Die Kunden kommen vorwiegend aus den Bereichen grüne Technologien und mobile Kommunikation.

Es hapert bei den Aufträgen…

Manz legte schlechte Zahlen für das 1. Halbjahr vor. Der Umsatz fiel um 8% auf 132,8 Mio €. Die Verluste beliefen sich auf 5,5 Mio €. Zwar fiel das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) mit einem Verlust von 3,7 Mio € negativ aus, konnte sich aber zur Vorperiode um 1,1 Mio € verbessern. Der negative Cashflow von 36 Mio € verschlechtert die Liquiditätslage. Der starke Umsatzrückgang entstand hauptsächlich durch die schlechte Auftragslage im Segment Solar.

Dort brachen die Umsätze um 67% auf 22,1 Mio € ein. Beim CIGS-Großauftrag entstanden durch Verzögerungen bei der Installation Probleme. Des Weiteren blieben die Auftragseingänge im Bereich Energy Storage weit unter den Erwartungen. Allerdings verbesserten sich die Umsätze im Segment Electronics, da Manz einen Großauftrag von einem chinesischen Displayhersteller mit einer ersten Order in Höhe von 16 Mio € erhielt.

Für die schlechte Profitabilität ist in erster Linie die ungünstige Auftragslage verantwortlich. Die Materialaufwandsquote reduzierte sich um 2,3% auf 61,7%. Außerdem stiegen die Personalkosten lediglich um 3% auf 36,8 Mio €.

…und am Ausblick

Um die Liquiditätslage zu verbessern, hat Manz seine kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten um knapp 40% auf 59 Mio € im Rahmen einer Working-Capital-Finanzierung erhöht. Der Aktienkurs fiel seit Jahresbeginn um knapp 30%. Die schwache Konjunktur und auch der noch immer schwelende Handelskrieg sorgen nicht gerade dafür, dass es eine gute Perspektive für Manz gibt.

Der Wert ist sehr zyklisch, was ihn gegenüber kurzfristigen Veränderungen des Marktumfeldes anfällig macht. Das bietet eigentlich Chancen, doch sehen wir diese Chancen aktuell nicht. Lassen Sie besser die Finger von der Aktie!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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