Ist Gold eine Alternative zu Aktien?

Turbulenzen an den Aktienmärkten: Wäre Gold das bessere Investment-Vehikel? (Foto: optimarc / Shutterstock.com)

Wenn es an den Aktienmärkten derart turbulent zugeht, wie an den letzten 3 Handelstagen, dann stellt sich der eine oder andere Investor die Frage, ob es nicht noch Alternativen zu Aktien gibt. Beispielsweise Gold?

Wie Sie gleich noch sehen werden, waren Investments in das „gelbe Metall“ in den vergangenen 6 ½ Jahren die klar schlechtere Alternative. Und sie sind es auch aktuell – noch.

Wir werden heute klären, unter welchen Voraussetzungen Gold eine Anlagealternative für Sie sein könnte.

Gold ist nicht werthaltig

Bevor wir in „medias res“ gehen, gestatten Sie mir aber noch eine Anmerkung zur Thematik:

Sie sollten sich darüber bewusst sein, dass Gold keinerlei Wert verkörpert. Der Preis für das Edelmetall wird zwar, wie bei Aktien, durch Angebot und Nachfrage geregelt.

Doch die Notierung wird ausschließlich von der Einschätzung der Marktteilnehmer gestaltet – eine Werthaltigkeit existiert nicht. Bei Aktiengesellschaften hingegen haben Sie Betriebsvermögen, Grundstücke, Immobilien, Patente, Warenläger und vieles mehr, die einen „Wert“ darstellen.

Wenn von Aktien behauptet wird, der Handel damit sei spekulativ, dann sind Investments in Gold PURE Spekulation!

Gold: Langfristig in einem Aufwärtstrend

Um sich einen grundsätzlichen Überblick über einen Markt zu verschaffen, empfiehlt es sich, einen möglichst langfristigen Kursverlauf anzuschauen.

Die nachfolgende Grafik zeigt Ihnen die Kurshistorie von Gold bis ins Jahr 1973 zurück:

Die Kurshistorie des Goldpreises bis ins Jahr 1973 zurück

Sie sehen hier den Jahreschart: Ein Balken verkörpert die Handelsspanne eines Kalenderjahres. Das kleine Häkchen links am Balken zeigt Ihnen die erste, das Häkchen rechts davon die letzte Notierung eines Jahres.

Auf diese Weise können Sie schnell erkennen, ob der Goldpreis im Jahresverlauf gestiegen oder gefallen ist.

Der letzte Balken (ganz rechts im Chart) stellt natürlich erst die Kursentwicklung von Jahresanfang 2018 bis gestern dar.

Was Sie aus diesem Chart mitnehmen können:

Der Goldpreis befindet sich seit 1973 in einem langfristigen Aufwärtstrend (gestrichelte grüne Linie). Der Aufwärtstrend seit dem Jahr 2002 wurde im Jahr 2014 nach unten verlassen.

Goldpreis: Aufstieg und Fall

Schauen wir uns nun einmal gemeinsam einen Monats-Chart an. Dieser reicht bis ins Jahr 2002 zurück:

Goldpreis: Aufstieg und Fall

In dieser Grafik können Sie prima erkennen, wie sich der Basistrend aus dem Jahr 2002 ab 2005 und noch einmal ab 2008 beschleunigt hat (grüne Linien). Das Top im September 2011 (gelber Kreis) ist typisch für den Gipfel einer Blase:

Die Euphorie zu jener Zeit katapultierte den Goldpreis sogar noch ein Stück aus dem Trend-Kanal heraus. Das Top bei knapp 1.900 USD war zugleich der Ausgangspunkt des bis heute gültigen Abwärtstrends (rote Linien).

Der blaue Kreis erklärt Ihnen, warum ich eingangs das Wort „noch“ im Zusammenhang mit „Gold als schlechtere Alternative zu Aktien“ verwendet habe:

Aktuell „kratzt“ der Goldpreis an diesem Abwärtstrend aus dem Jahr 2011! Allerdings:

Ein Kaufsignal ist das noch nicht! Dazu muss der Goldpreis 2 Bedingungen erfüllen:

  • Das Hoch aus dem Jahr 2016 bei 1.366,25 USD überbieten.
  • Nachhaltig (also dauerhaft oder kräftig) aus dem Trend-Kanal nach oben ausscheren.

Auch das noch!

Noch einen weiteren Punkt sollten Sie bei Investments in Gold bedenken: Der Rohstoff wird in US-Dollar gehandelt.

Als Euro- oder Schweizer Franken-Investor beeinflusst daher die Währungsparität (Euro / USD bzw. Euro / CHF) Ihre Performance:

Steigen der Euro bzw. der CHF gegen den US-Dollar, dann wird Ihr Ergebnis geschmälert. Fallen Euro oder Schweizer Franken gegenüber dem US-Dollar, dann heimsen Sie einen zusätzlichen Währungsgewinn ein.

Der nachfolgende Chart zeigt Ihnen, wie sich Aktien und der Goldpreis in den vergangenen Jahren (seit dem Goldpreis-Hoch in 2011) geschlagen haben:

Aktien haben Gold als Investment turmhoch geschlagen

In dieser Grafik habe ich für Sie die Entwicklung von Goldpreis und S&P 500 in Euro umgerechnet. So haben Sie einen Vergleich, wie Ihre Netto-Performance bei allen 3 Märkten gewesen ist.

Es ist leicht zu erkennen, dass Aktien eindeutig die bessere Alternative zu Gold waren.

Und in meinen Augen wird dies auch so bleiben: Denn selbst wenn Gold den Abwärtstrend verlassen sollte, muss für Sie als Anleger am Ende ja mehr herausschauen, als bei Aktien-Investments.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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