Ist Gold noch als Schutz vor Krisen geeignet?

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In Zeiten der Corona-Pandemie ist Krisenabsicherung wieder ein Thema. Insbesondere Gold rückt dabei wieder in den Fokus der Anleger. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Der seit der Corona-Krise stark gestiegene Goldpreis hat das Thema Gold als Krisenschutz wieder neu entfacht. Auch neuere Alternativen, um sich vor den Schwankungen im Aktienmarkt zu schützen, geraten in den Vordergrund. Der Bitcoin notiert beispielsweise gerade wieder um sein Allzeithoch. Der Goldpreis ist seit Beginn des Jahres zu seinem Hoch in der Corona-Krise um fast 30% gestiegen.

Bei Unternehmen, die kürzlich nur knapp unter der Goldpreisgrenze produzierten, fallen die Margen aktuell üppiger aus und helfen Barrick Gold oder AngloGold besonders bei der Umstellung auf günstigere Abbauprozesse und lassen die Unternehmen vorerst aufatmen. Die Unternehmen nutzen also diesen Preisanstieg, um teilweise ihre Marktstellung zu verbessern, die Finanzierung kostenärmerer Minen zu bewerkstelligen und teilweise auch als Dividende an die Investoren auszuschütten.

AngloGold plant beispielsweise eine Erhöhung der Dividende von 10 auf 20% des freien Cashflows, der sich im 1. Halbjahr erheblich entwickelt hat. Prinzipiell kann Gold noch als Krisenschutz dienen. Gold dient also nicht nur zum Schutz vor Inflation. Gerade in Krisen kann Gold ein berechtigtes Investment sein. Langfristig stärkt der Goldpreis die Portfolios der Goldproduzenten. Die höheren Margen machen Geld für Investitionen in modernere Minen frei, mit denen die Zukunftsfähigkeit gesichert werden kann.

Mineninnovationen

Das größte Problem von Rohstoffproduzenten ist nicht immer der Preis der Rohstoffe, die abgebaut und veredelt werden. Besonders die Kosten sind der Faktor, die nicht nur den Preis der Rohstoffe bestimmen, sondern auch die Marktstellung zur Konkurrenz darstellen. Unternehmen suchen neue Möglichkeiten, um Rohstoffe kostengünstiger und klimafreundlicher abzubauen.

Rio Tinto investiert beispielsweise in Smart Mining. Dort werden die Unmengen an Daten, die von automatisierten Bohrern, Fahrzeugen, Schaufeln, Zügen und Transportbändern produziert werden, mithilfe von künstlicher Intelligenz und Maschinenlernen zur Verbesserung der Automatisierung genutzt.

Dadurch wird das Kerngeschäft nicht nur produktiver, sondern zeitgleich auch sicherer. Auch das Internet of Things (IOT) spielt eine zunehmend größere Rolle in der Minenbranche. SAP nutzt beispielsweise mit seiner Industriesoftware Mine Operations, die Datenmengen der Geräte, um Echtzeit-Überblicke zu erstellen, mit denen das Management Prozesse besser optimieren kann. Kunden sind hier beispielsweise Nornickel und Newcrest.

Newcrest nutzt die Vorteile der Digitalisierung, um Mitarbeiter über mobile Geräte zu schulen und um administrative Aufgaben bearbeiten zu können. Dies reduziert nicht nur Kosten, sondern erhöht auch die Sicherheit, da Mitarbeiter weniger Zeit im produzierenden Bereich verbringen.

Nornickel hingegen profitiert durch die Digitalisierung vor allem in der Kommunikation. So ist es möglich, im Hauptsitz in Moskau in Echtzeit die Vorgänge in den Minen der Arktis zu überwachen und entsprechend zu reagieren. Mit diesen innovativen Fortschritten können analoge Prozesse automatisiert werden. Die Daten, die dabei entstehen werden genutzt, um Kosten zu reduzieren, die Sicherheit zu erhöhen und die Produktion zu verbessern. Diese Aspekte geben diesen Unternehmen einen erheblichen Wettbewerbsvorteil.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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