Ist jetzt alles vorbei?

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Baisse-Töne! Ist eine Jahresendrally jetzt vom Tisch? Auf was Sie jetzt achten müssen, das verrrät Ihnen Michael Sturm! (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

In den vergangenen 2 Wochen stürzte der DAX um 1.000 Punkte ab. Auch die als sehr stabil fungierende 11.900er Unterstützung wurde letztendlich nach unten durchbrochen.

Über den Sinn und Unsinn so tiefer deutscher Aktienkurse mag man diskutieren. Denn 3% bis 5% Dividendenrendite ist am Kapitalmarkt nirgendwo anders zu bekommen. Aber der DAX hat jetzt diese Bewegung vollzogen und jetzt gilt es zu bewerten, ob wir in eine Baisse abrutschen und uns auf weiter fallende Kurse einstellen müssen, oder ob noch eine Chance auf eine Jahresendrally besteht?

Sie mögen mich als Optimisten verschreien, aber ich gehe weiterhin von einer baldigen Aufwärtsbewegung am deutschen Aktienmarkt aus!

Neben der fundamental besseren Lage als die Kurse es widerspiegeln ist auch charttechnisch kein Damm gebrochen, wie das manche „Crashpropheten“ Ihnen weismachen wollen.

Sie werden das am langfristigen Chartbild vom DAX erkennen, aber zunächst einmal zum katastrophal aussehenden kurzfristigen 1-Monatschart vom DAX-Index:

DAX-Chart 1 Monat (Stundenbalken)

11.900 durchbrochen!

Im kurzfristigen 1-Monats-Chartbild vom DAX-Index erkennen Sie zunächst, dass die 12.450er Marke (lilafarbene Trendlinie) an der Oberseite trotz mehrerer Anläufe nicht überwunden wurde.

Der abermalige Test der ehemaligen Kernunterstützung bei etwa 11.900 Punkten (grüne Trendlinie) wurde zunächst noch mit einer kurzen Gegenbewegung bestätigt, doch im Gefolge der stärker korrigierenden Wall Street sackte der DAX nach unten durch. Ein folgender dynamischer Rutsch war damit vorprogrammiert.

Bis auf 11.450 Punkte ging es bergab, bevor wieder Käufe in den Markt kamen und den Index auf aktuell etwa 11.800 Punkte hievten.

Damit ist die steile Abwärtsbewegung (roter Trendkanal) zunächst einmal gestoppt!

Aktuell versucht sich der Index an einer Stabilisierung. Dabei sollten Sie beachten, dass er in Zick-Zack-Manier in den nächsten Tagen und Wochen die 11.900er Marke wieder überwindet!

Gelingt das, dann sieht die charttechnische Lage gar nicht so schlecht aus, um doch noch eine Jahresendrally zu starten.

Prallt er ab und unterschreitet die 11.450 Punkte, müssen Sie mit einem Test der 11.000 rechnen.

Dies wird auch im mittelfristigen Chartbild vom DAX-Index sichtbar:

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Mittelfristiger Abwärtstrend ganzjährig befolgt!

Sie erkennen im mittelfristigen 1-Jahres-Chartbild, dass der DAX-Index schon seit Jahresbeginn einen Abwärtstrend befolgt (schwarzer Trendkanal). Die Rally von April/Mai mit gut +1.300 Punkten im Index täuschte!

Sie erkennen aber auch, dass der Abwärtstrendkanal zweigeteilt verläuft. Aktuell befindet sich der DAX genau an der Mittellinie (graue Trendlinie).

Wenn es gut läuft, dann wird er wieder in den oberen Bereich (schraffierter Bereich) springen und sich damit weiterhin die Chance erhalten, den mittelfristigen Abwärts-Trendkanal irgendwann zu knacken! Dieser fällt mit einer Rate von etwa -125 Punkten pro Monat.

Das bedeutet, ab Mitte November reicht ein Überspringen der 12.450 Punkte-Marke, um den Trend endlich zu knacken. Genau diese 12.450er Marke kennen Sie aus dem Kurzfristchartbild! Es ist die lilafarbene Widerstandslinie, die er im September trotz mehrerer Anläufe nicht überwinden konnte. Ein dann neuer Anlauf 2 Monate später hat deutlich größere Chancen auf Erfolg, zumal der Index zwischenzeitlich viel Kraft getankt hat.

Sie sehen also, die Chance auf eine Jahresendrally ist noch nicht zerstört!

Und auch im Langfristchartbild vom DAX-Index ist dieses positive Szenario kein Tabu!:

 

DAX-Chart 10 Jahre (Wochenbalken)

Parallelen zu 2014/15?

Neben dem langfristig völlig intakten Bullenmarkt (übergeordneter dunkelblauer Trendkanal) sind eindeutige Parallelen zur Bewegung aus dem Jahr 2014/15 entstanden.

Auch damals gab es eine lange Seitwärtskonsolidierung mit stark schwankenden Kursen. Die Ausbildung von 3 Hochpunkten (rote Halbkreise) und die Übertreibung nach unten unter die Kernunterstützung (schwarze Linie) sind verblüffend ähnlich.

Die Konsolidierung in 2014 verlief also ähnlich und was der Index daraus gemacht hatte, sehen Sie. Satte +3.000 Punkte konnte er danach draufsatteln, bevor er an die obere Begrenzung des langfristigen Aufwärtstrendkanals stieß (dunkelblauer Trendkanal).

Zusätzlich gilt es festzuhalten, dass der Index aktuell etwa in der Mitte des großen langfristigen Trendkanals liegt. Charttechnisch ist in der Historie zu beobachten, dass in der Mitte von breiten Trendkanälen ebenfalls häufig Umkehrpunkte zu finden sind! Des Weiteren habe ich Ihnen zwei hellblaue Unterstützungslinien eingezeichnet. Sie resultieren aus den Tiefpunkten der vergangenen 6 Jahre und aus den Tiefpunkten seit 2017.

FAZIT:

Es ist noch lange nicht aller Tage Abend!

Der DAX-Index hat durchaus noch Chancen, eine saftige Jahresendrally zu starten. Als Zeitpunkt käme rein charttechnisch etwa Mitte November in Betracht.  Das passt übrigens genau auf die Verhandlungen von China mit den USA und auf die Midterm-Elections in den USA.

Also warten wir einmal ab, ob die Schar der Börsenpessimisten nicht völlig danebenliegt und der DAX am Jahresende deutlich höher steht. Vergessen Sie auch nicht das Sentiment. Wenn nämlich der Index einmal den mittelfristigen Abwärtstrend nach oben überwunden hat, treffen auf die aktuell ausgebombten Kurse zusätzlich Shorteindeckungen. Eine so genannte Short-Squeeze hat brutal steigende Kurse zufolge.

Ich möchte Ihnen hier keinesfalls das blinde Bild einer nur positiven Aussicht vermitteln. Aber ich möchte Ihnen aufzeigen, dass der allgemein doch sehr verbreitete Frust etwas übertrieben scheint und auch schnell einer Euphorie weichen könnte.

Sie sollten auf jeden Fall aktuell den Blick auf die Unterstützung 11.450 behalten! Wird sie unterschritten, dann kann durchaus ein Test der 11.000er Marke folgen.

Ich empfehle Ihnen weiterhin, sich erst richtungsgebunden zu orientieren, wenn klar ist, wohin die Reise geht!

Sie verpassen nichts, denn es gibt genug Potenzial nach oben.

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Dax30 – Erneut richtungslos…Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe des Video-Newsletters John Gossens Daily Dax. Täglich analysiere ich zwei Mal für Sie die internationalen Aktienmärkte und morgens starten wir immer mit dem Blick… › mehr lesen


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Michael Sturm
Von: Michael Sturm. Über den Autor

Tauchen Sie ein in die neue Dimension des Handelns an der Börse. Mit seinen Börsendiensten 30-Prozent-Trader und 5-Minuten-Trader arbeiten mehr als 2 Jahrzehnte Erfahrung und geballte Leidenschaft für die Finanzmärkte für Ihr Depot. Seine ebenso ungewöhnlichen wie erfolgreichen Trading-Strategien sind dabei stets geprägt von Michael Sturms Motto: Gewinnen mit Verstand und ruhiger Hand!

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