IT-Spezialist Allgeier mit mehr Umsatz und mehr Ergebnis

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Es ist nicht lange her, da waren deutsche IT-Dienstleister im Schnitt mit KGVs über 20 bewertet. Allgeier ist derzeit deutlich günstiger zu haben. (Foto: Jinning Li)

Der mittelständische deutsche IT-Spezialist Allgeier hat im 1. Halbjahr 2019 sowohl den Umsatz als auch das Ergebnis gesteigert. Dennoch notiert die Aktie derzeit deutlich unter ihren Höchstständen aus dem vergangenen Jahr. Zu den jüngsten Zahlen und Erklärungsansätzen für den schlechten Kursverlauf kommen wir gleich.

Zunächst aber noch ein paar Worte zum Unternehmen: Das 1977 gegründete und in München ansässige Unternehmen Allgeier ist heute nach eigenen Angaben eines der führenden IT-Unternehmen für digitale Transformation.

Mit einer auf Innovationen und Zukunftstrends ausgerichteten Wachstumsstrategie sowie einem integrativen unternehmerischen Modell ergreift Allgeier die Chancen der Digitalisierung. 4 Segmente mit individuellen fachlichen und branchenbezogenen Schwerpunkten arbeiten gemeinsam für rund 3.000 Kunden aus nahezu allen Branchen.

Zu den Kunden von Allgeier zählen global arbeitende Konzerne genauso wie innovative mittelständische Betriebe, die sich durch leistungsstarke IT-Lösungen, intelligente Software und flexible Personaldienstleistungen strategische Vorteile sichern wollen.

Gute Halbjahreszahlen

Blicken wir nun auf die Zahlen des 1. Halbjahres: Der Umsatz von Allgeier legte um 16% auf 380,8 Mio. Euro zu. Die Wertschöpfung (definiert als Gesamtleistung abzüglich der den Umsätzen direkt zurechenbaren Umsatz- und Personalkosten) erhöhte sich um 18% auf 106,1 Mio. Euro.

Der vorläufige und bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) stieg um 10% auf 29 Mio. Euro. Während die beiden Kernsegmente Technology und Enterprise Services deutlich zulegen konnten, schwächelte das Personaldienstleistungsgeschäft erwartungsgemäß.

Dieses Geschäft soll abgespalten werden, doch wurde der Börsengang dieses Segments vor einigen Monaten abgesagt. Ich begrüße diesen Schritt nach wie vor und halte es für klug, auf ein günstigeres Marktumfeld zu warten und den Bereich dann zu verkaufen oder an die Börse zu bringen, wenn der Markt höhere Preise bietet.

Angesichts der guten vorläufigen Halbjahreszahlen und der Insiderkäufe der vergangenen Wochen und Monate ist es kaum nachvollziehbar, dass die Allgeier-Aktie sich seit einiger Zeit so schlecht entwickelt.

Günstige Bewertung

Klar ist: Der vor einiger Zeit abgesagte Zusammenschluss mit der Firma Sycor und eine quasi aus dem Nichts erfolgte Kapitalerhöhung haben einige Investoren ebenso abgeschreckt wie die auf Eis gelegten Pläne zum Börsengang des Personaldienstleistungsgeschäfts.

Nun sind die Risiken meines Erachtens aber bereits sehr stark im Kurs enthalten. Die Chancen hingegen kaum. Denn auf Basis des für 2020 erwarteten Gewinns je Aktie (EPS) wird das Unternehmen derzeit mit einem einstelligen KGV bewertet.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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