Italien steht vor einer Katastrophe: Der EU-Krimi geht weiter

Die Brexit-Entscheidung ist erst wenige Tage alt und schon gibt es neue Hiobsbotschaften für Brüssel.

Dieses Mal geht es dabei jedoch nicht um die Briten, sondern um ein europäisches Kernland; Sie wissen inzwischen, dass es bereits 5 vor 12 für Italien steht.

Die nicht überwundene Rezession, der Niedergang der Wirtschaft, die Stagnation der Produktivität, das Unternehmens-Sterben und das Ausbleiben ausländischer Investoren beuteln das Land schwer.

Hinzu kommt, dass sich viele italienische Großbanken in Schieflage befinden. Die Brexit-Entscheidung hat ihr Übriges dazu getan.

Das eigentliche Problem aber sind die faulen Kredite, die in den Tresoren schlummern. Diese haben mit 360 Mrd. € wahrlich astronomische Ausmaße angenommen.

Europäische Steuerzahler sollen blechen

Der italienische Regierungs-Chef Matteo Renzi will, dass der europäische Steuerzahler die Banken rettet.

Noch hält Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble dagegen  fragt sich nur, wie lange noch.

Dennoch sind die Verluste der Banken bereits vergemeinschaftet worden, nämlich durch die Banken-Rettungen über den ESM und die EZB.

Dramatische Lage in Italien

Die Lage in Italien ist jedoch so dramatisch, dass die dortige Regierung bereits den staatlichen Pensionsfonds anzapfen will, um die Banken zu retten. Denn diese werden nicht einmal mehr bis Oktober 2016 durchhalten.

Das erkannte auch die EU, die den strauchelnden Banken staatliche Liquiditäts-Garantien in Höhe von 150 Mrd. € bewilligte – befristet bis Ende des Jahres, als reine Vorsichtsmaßnahme sozusagen.

Banken-Stützung durch die Hintertür

Solche Liquiditäts-Garantien sind im gesetzlichen Rahmen für die Banken-Union möglich.

Damit werden die italienischen Finanz-Institute also über die Hintertür gestützt – wieder einmal eine Maßnahme, die nicht gerade vertrauensfördernd für die EU-Bürger ist; vorausgesetzt, sie bekommen überhaupt etwas davon mit.

Katastrophale EZB-Geldpolitik

Wie katastrophal die europäische Geldpolitik ist, möchten wir Ihnen nicht verschweigen. Denn viele Banken gingen (auch) wegen der von der EZB verursachten Niedrig- und Negativzins-Politik in die Knie.

Oder anders ausgedrückt: Mit Ihren Maßnahmen treibt die EZB europäische Finanz-Institute erst an den Rand des Bankrotts und rettet diese dann wieder mit dem Geld der Bürger.

Da fehlen einem die Worte, finden Sie nicht auch!?

Italien gefährdet EU-weit die Banken

Die desaströse Situation in Italien hat auch andere europäische Bank-Aktien schwer in Mitleidenschaft gezogen; beispielsweise britische, französische und niederländische.

Auch deutsche Bank-Aktien leiden darunter. So verloren unlängst die Commerzbank und die Deutsche Bank bis zu 3,5%.

Wenn Italien fällt, zerbricht die EU und der Euro geht unter

Bedenken Sie dies: Die Banken-Krise in Italien ist eine existentielle Gefahr für die Euro-Zone.

Gekoppelt mit dem Brexit kann dies sogar das Aus der EU bedeuten, wie wir sie heute kennen – und den Untergang des Euro.

11. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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