IWF mit skeptischem Ausblick für die Weltwirtschaft

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Nicht nur die deutsche Konjunktur tendiert zur Schwäche. Der IWF wird auch für die Weltwirtschaft immer skeptischer. (Foto: MR.LIGHTMAN1975 / Shutterstock.com)

In deutschen Landen vergeht ja derzeit kaum ein Tag ohne Gewinnwarnung und Prognoseabsenkung. Selbst Großkonzerne wie der große Autobauer aus Stuttgart, Daimler, mussten binnen dreier Wochen schon zwei Mal die Prognose nach unten korrigieren. Das ist schon bedenklich.

Der Trend hin zur Abwärtsrevision trifft jedoch auch auf die Weltwirtschaft zu. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nun ebenfalls schon zum zweiten Mal die Prognose für die Weltwirtschaft nach unten hin angepasst. Die erste Abwärtsrevision fand ja bereits im Frühjahr statt.

Verstärkte Abwärtsrisiken

Der aktuellen Sommerprognose der IWF-Ökonomen zufolge wird die Weltwirtschaft in diesem Jahr also nur noch um relativ „magere“ 3,1 Prozent zulegen. Für das kommende Jahr 2020 wurde die Prognose von 3,6 auf 3,5 Prozent nach unten hin angepasst. Die Experten merken in dem Kontext sorgenvoll an, dass sich seit April die Abwärtsrisiken weiter verstärkt hätten. Explizit wurden der Zollstreit zwischen den großen Wirtschaftsmächten USA und China sowie weitere geopolitische Spannungen als große Risikofaktoren genannt. Unter dem Strich werde das globale Wachstum bestenfalls weiter gedämpft bleiben.

Spannend ist in dem Umfeld, dass der IWF dem Reich der Mitte selbst für „chinesische Verhältnisse“ nur noch moderate Wachstumsraten von um die sechs Prozent zutraut. In China waren ja über viel Jahre, ja Jahrzehnte hinweg prozentual zweistellige Wachstumsraten die Regel. Diese Zeiten sind also auch vorbei. Für die USA erhöhte der IWF die Wachstumsprognose 2019 wegen des überraschend guten Jahresauftakts auf 2,6 (bisher 2,3) Prozent und erwartet 2020 weiter 1,9 Prozent. Die USA werde sich also deutlich besser schlagen als Deutschland und die Euro-Zone.

Der krisengeplagten Euro-Zone wird indes 2019 nur ein kleines Wachstum in Höhe von 1,3 Prozent zugetraut. Für Deutschland erwartet der IWF in diesem Jahr nur noch 0,7 Prozent Wachstum und begründete dies mit einer schwächeren Auslandsnachfrage. Dies werde auch Investitionen bremsen. Bisher hatten die Ökonomen mit einem Anstieg des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 0,8 Prozent gerechnet.

Ja, liebe Leser, unter dem Strich wird also selbst für Deutschland noch keine Rezession erwartet. Das könnte sich aber relativ rasch ändern Die deutsche Industrie und das verarbeitende Gewerbe befinden sich ja schon seit geraumer Zeit im freien Fall. Gleichzeitig wachsen China und die USA noch relativ robust. Da scheinen doch einige Fragezeichen angebracht zu sein. Am Ende wäre es folglich alles andere als überraschend, wenn die IWF-Ökonomen im Herbst die Prognose für die Weltwirtschaft zum dritten Mal absenken werden.

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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