IWF warnt massiv vor globalen Risiken

Bei der jüngsten Frühjahrestagung richtete die IWF-Chefin Christine Lagarde einen dringenden Appell an die globale Staatengemeinschaft. (Foto: sdecoret / Shutterstock.com)

In den diversen Massenmedien wird derzeit ja immer noch von einem Boom der Weltwirtschaft gesprochen. Sehr oft ist dabei von einem Aufschwung, der synchron in nahezu allen Ländern stattfindet, die Rede. Spannend ist auch, dass in diesen Tagen ein hohes Maß an Sorglosigkeit vorherrscht.

An den Finanzmärkten sind die Bewertungen nach wie vor historisch einmalig hoch. Anscheinend gehen fast alle Beobachter und Investoren davon aus, dass es immer weiter nach oben geht. Die Risiken werden nicht nur ausgeblendet, sondern auch massiv unterschätzt. Aber das ist wohl immer vor extremen Krisen so der Fall.

IWF warnt vor Risiken für die Weltwirtschaft

Höchst beachtlich ist aber, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) im Rahmen der jüngsten Frühjahrstagung auf die großen Risiken für die Entwicklung der Weltwirtschaft dezidiert hinwies. “Wachsende finanzielle Verwundbarkeiten, wachsende Spannungen im Handel und der Geopolitik und ein historisch hoher Schuldenstand bedrohen die globalen Wachstumsaussichten”, hieß es wörtlich in der Abschlusserklärung des IWF-Finanzkomitees.

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Schulden und Protektionismus würden die Aussichten der Weltwirtschaft gefährden. Kein Wunder, dass der IWF die Staaten nun dazu mahnt, angesichts alternder Gesellschaften und lauer Produktivität das “Fenster der Gelegenheit” zu nutzen, um mit Strukturreformen und Schuldenabbau schon jetzt massiv gegenzusteuern.

IWF-Chefin mit flammendem Appell

IWF-Chefin Lagarde aus Frankreich, richtete höchstpersönlich einen flammenden Appell an die Staaten. Das ist schon sehr außergewöhnlich und kommt in der Form wahrlich nur extrem selten vor. Die Dame forderte allen voran die entwickelten Staaten dazu auf, sich jetzt daran zu machen, ihre Schulden abzubauen. Es habe sich Lagarde zufolge global ein Schuldenberg von 164 Billionen US-Dollar angesammelt, was 225% der globalen Wirtschaftsleistung entspreche. Die entwickelten Industrienationen hätten jetzt den höchsten Schuldenstand seit dem zweiten Weltkrieg erreicht. Sie müssten nun alles daran setzen, diesen gewaltigen Schuldenberg abzubauen.

Ja, liebe Leser, vor diesem Schuldenberg warnen wir schon sehr lange. Und just jetzt kommt auch der IWF mit einem flammenden Appell zum Schuldenabbau aus der Deckung. Das zeigt, auf welch extrem fragilem Fundament derzeit die Weltwirtschaft basiert. Die derzeit grassierende Sorglosigkeit wird sicherlich nicht mehr allzu lange anhalten. Denn über kurz oder lang wird den meisten bewusst wie massiv die Folgen sein werden.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.